Beschreibung der Studie

Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nach interpersonellen Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend leiden meist unter schweren zusätzlichen psychischen Störungen. Insbesondere die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine häufige Folgestörung und führt zu komplexen Symptombildern. Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (ZI) wurde mit der Dialektisch Behavioralen Therapie für PTBS (DBT-PTSD) erstmals ein stationäres Behandlungskonzept für dieses häufige Störungsbild entwickelt und evaluiert. Das Hauptziel der Studie stellt nun die Überprüfung der Wirksamkeit dieses Behandlungsprogrammes im Vergleich zur Cognitive Processing Therapy (CPT) unter ambulanten Bedingungen dar (Projekt A). Darüber hinaus wird untersucht, welche Faktoren den Erfolg der Therapie maßgeblich beeinflussen (Teilprojekt B). In dem Teilprojekt C werden neuronale Mechanismen der Therapie und deren Auswirkung auf das emotionale Wiedererleben von traumatischen Erinnerungen beforscht.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt Ausprägung der Posttraumatischen Belastungsstörung Instrument: Clinician Administered PTSD Scale (CAPS, Blake et al. 1995) Erhebungszeitpunkte: Studienbeginn (Baseline) 3 Monaten nach Studienbeginn 6 Monate nach Studienbeginn 9 Monaten nach Studienbeginn 12 Monaten nach Studienbeginn (Studienende) 3 Monate nach Studienende
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.Gesundheitsforschung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien:
  • Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) nach sexuellem Missbrauch oder körperlicher Gewalt vor dem 18. Lebensjahr nach den Kriterien des DSM-5, Sexueller Missbrauch oder körperliche Gewalt als Index-Trauma, Diagnose einer Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) oder subklinischer BPS (3 von 9 DSM-IV Kriterien, inklusive Kriterium 6: affektive Instabilität), Therapieteilnahme über 1 Jahr möglich mit wöchentlichen Sitzungen; keine geplante Abwesenheit von mehr als 4 Wochen (z.B. geplanter stationärer Aufenthalt), Fähigkeit der Patientin, Wesen und Tragweite der Klinischen Prüfung zu verstehen, Schriftliche Einwilligungserklärung

Ausschlusskriterien

  • Lebenszeitdiagnose einer Schizophrenie oder Bipolar I Störung nach DSM-IV, mentale Retardierung,
  • schwere Psychopathologie, die sofortige Behandlung in einem anderen Setting notwendig macht, akute Alkohol- und Substanzabhängigkeit nach DSM-IV ohne Abstinenz für mindestens 2 Monate, medizinische Faktoren, die eine Expositionsbehandlung unmöglich machen, Suizidversuch in den letzten 2 Monaten, Instabilität in der aktuellen Lebenssituation (definiert als Wohnungslosigkeit oder noch anhaltende Viktimisierung durch den/die Täter), geplante stationäre Behandlung, ein Jahr vor Therapiebeginn CPT-C oder DBT-PTSD Behandlung, Schwangerschaft

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Mannheim

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Institut für Psychologie, Göthe Universität Frankfurt am Main, Frankfurt a.M.

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Institut für Psychologie, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin

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Häufig gestellte Fragen

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Interpersonelle Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend können zu einer Vielzahl psychischer Probleme im Erwachsenenalter führen. In einer großen Langzeitbeobachtung betroffener Frauen fand sich ein besonders hohes Risiko für die Entwicklung einer PTSD (Cutajar et al., 2010). Die PTSD ist eine psychische Störung, die sich in belastendem ungewolltem Wiedererleben der traumatischen Ereignisse, der Vermeidung von Trauma-bezogenen Reizen und einem erhöhten allgemeinen Anspannungsniveau äußert. Bei Menschen, die in ihrer Kindheit Opfer von Gewalt wurden, verläuft diese Störung häufig sehr schwer und geht mit der Entwicklung weiterer psychischer Störungen einher. Häufig haben diese Patienten zusätzlich Symptome oder das Vollbild einer Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS). Daraus ergeben sich reduzierte Heilungsraten sowie häufige stationäre Behandlungen mit langen Liegezeiten. In der Fachliteratur wird diese Symptomatik auch unter dem Begriff einer „Komplexen PTSD“ diskutiert. Trotz der hohen klinischen Relevanz ist die empirisch gesicherte Datenlage zur psychotherapeutischen Behandlung dieses Symptombildes noch recht gering. In den wenigen vorliegenden Studien zu dieser Patientengruppe wurden Patienten mit schweren weiteren Symptomen wie z.B. Dissoziation oder selbstverletzendes Verhalten häufig ausgeschlossen (Bradley et al., 2005). Ein vielversprechender Ansatz für die Behandlung von Patienten mit PTSD mit komorbider Borderline-Symptomatik beinhaltet Techniken aus der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT, Linehan 1993), ein für BPS evidenzbasiertes Therapieverfahren. Vor diesem Hintergrund wurde am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim die Dialektisch Behaviorale Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (DBT-PTSD) spezifisch für PTSD-Patienten mit Emotionsregulationsstörung, negativem Selbstkonzept, und interpersonellen Problemen entwickelt. Die Effektivität der DBT-PTSD wurde im Rahmen einer randomisiert kontrollierten Studie in unserer Klinik untersucht (Bohus et al 2013). Dabei wurde das stationäre Behandlungskonzept der DBT-PTSD gegen eine TAU (Treatment as usual)-Warteliste getestet. Es zeigte sich eine klare Überlegenheit der DBT-PTSD Behandlung im Vergleich zu der Warteliste mit großen Effektstärken zwischen den Gruppen bzgl. der PTSD-Symptomatik (Cohen's d = 1.5, Bohus et al. 2013). Da stationäre Therapie sehr teuer und nur einer begrenzten Anzahl an Betroffenen zugänglich ist, ist das Hauptziel des vorliegenden multizentrischen Forschungsvorhabens die Wirksamkeit der DBT-PTSD unter ambulanten Bedingungen im Vergleich zur CPT-C zu untersuchen. Das primäre Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit des neuen Behandlungsansatzes DBT-PTSD. Das zweite Ziel ist die Identifizierung die wesentlichen Therapeuten - Variablen, welche zu einer Wirksamkeit beitragen und drittes Ziel ist die Untersuchung der neuronalen Mechanismen und der Behandlungssensitivität von Intrusionen und dissoziativem Erleben. Hierfür werden insgesamt 180 weilbliche Patientinnen mit interpersoneller Gewalterfahrung in der Kindheit, welche die Kriterien einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach DSM-V erfüllen und zusätzlich eine Emotionsregulationsstörung zeigen, rekrutiert. Die Teilnehmerinnen werden randomisiert den beiden ambulanten Behanglungskonzepten zugeteilt (DBT-PTSD oder CPT-C).

Quelle

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