Beschreibung der Studie

60 bis 90% aller MS-Patienten leiden unter Fatigue und Konzentrationsschwierigkeiten. Anknüpfend an die Ergebnisse der Forschungsgruppe um Dr. Grossmann (Neurology 2010) bieten wir diesen Patienten ein 6-wöchiges Gruppentraining im Rahmen eienr Pilotstudie an, das auf der Methode der Achtsamkeit basiert. Die Patienten werden randomisiert in Gruppe A und B. Alle Patienten (Gruppe A und B) werden neurologisch untersucht und neuropsychologisch getestet. Gruppe A beginnt mit dem Training. Nach 6 Wochen werden wieder Alle Patienten (Gruppe A und B) neurologisch untersucht und neuropsychologisch getestet. Dann bekommt Gruppe B das Training (cross-over design). Nach 6 wochen werden wieder alle Patienten (Gruppe A und B) neurologisch untersucht und neuropsychologisch getestet.

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Studiendetails

Studienziel Durch das Training kann die kognitive Leistungsfähigkeit der Patienten signifikant verbessert werden. Gemessen wird dies vor und nach dem 6-wöchigen Training mit standardisierten Neuropsychologischen Tests d2-Aufmerksamkeitsbelastungstest und VLMT Verbaler Lern- und Merkfähigkeitstest
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 34
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Neurologische Universitätsklinik Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Der/die Patient/in ist einverstanden und körperlich und mental in der Lage, an dem Training teilzunehmen.
  • Alter: 18 bis max. 65 Jahre
  • bestätigte Diagnose einer schubförmigen oder sekundär chronischen Multiplen Sklerose, gemäß McDonald-Kriterien 2010
  • EDSS (Expanded Disability Status Scale) Score von 0 bis max. 5,5
  • Diagnose eines chronisch persistierenden MS-bedingten Fatigue-Syndroms (unterstützend wird hier der von der MS Council entwickelte Fatigue Fragebogen eingesetzt)
  • Schweregrad der Fatigue FSS (Fatigue Severity Scale) Score von mindestens 4
  • falls immunmodulatorische oder –immunsuppressive Behandlung der MS, dann seit mindestens 6 Wochen (Gewöhnung an das Medikament)

Ausschlusskriterien

  • anamnestisch keine schwere, behandlungsbedürftige Depression oder sonstige psychiatrische Erkrankung
  • Keine chronischen Schlafstörungen
  • Keine schweren aktuellen Begleiterkrankungen, die eine akute medizinische Versorgung erfordern wie z.B. ein Tumor oder eine Hirnhautentzündung
  • Keine unbehandelten Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Hypothyreose oder Elektrolytstörungen
  • Keine Anämie (Hb Wert < 12 g/dl) oder bekannter Eisenmangel
  • Keine Einnahme von sedierenden Medikamenten (opiathaltige Analgetika, oder Antiallergika mit sedierender Wirkung wie z. B. Tavegil, Benzodiazepine oder Barbiturate)
  • Kein MS-Schub innerhalb der letzten 3 Monate

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung, die im jungen Erwachsenenalter zu bleibender Behinderung und vorzeitiger Berentung führt. 60–90 % aller MS-Betroffenen leiden unter Fatigue, und zwar oft bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf. Für 15 bis 50% aller MS-Patienten ist es sogar von allen Symptomen das Symptom, das sie im Alltag am meisten belastet, oft sogar unabhängig vom physischen Behinderungsgrad. Die Patienten leiden unter unkontrollierbarer Erschöpfung, die vor Ausbruch der MS in dem Ausmass nicht bestand. Infolgedessen ist die kognitive Leistungsfähigkeit, die Teilnahme am Erwerbsleben und sozialen Aktivitäten und damit insgesamt die Lebensqualität der Patienten stark eingeschränkt. Bislang gibt es noch keine etablierte medikamentöse Behandlung. Im Einzelfall kann ein Behandlungsversuch mit Amantadin oder Modafinil unternommen werden. Nicht-medikamentöse, neuropsychologische Behandlungen wurden bislang leider nicht in angemessenem Umfang untersucht. Der Bedarf an Studien, in denen Behandlungsmöglichkeiten systematisch geprüft werden, erscheint sehr gross. Die Forschungsgruppe um Dr. Grossmann (Neurology 75, 2010 pg. 1141-1149) hat eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 150 MS-Patienten durchgeführt, bei die Hälfte der Patienten an einem Mentalen Training in einer Gruppe von jeweils 10-15 Patienten teilnehmen durfte, während die andere Hälfte der Patienten wie voher gemäß Standard die bestmögliche medizinische Behandlung bekam. Hierbei zeigte sich, dass die Lebensqualität signifikant verbessert werden konnte. Anknüpfend an die zitierten Ergebnisse möchten wir MS-Patienten an der Neurologischen Universitätsklinik die Teilnahem an einer Pilotstudie anbieten, bei der ein ähnliches Gruppen-Trainingsprogramm durchgeführt und wissenschaftlich evaluiert werden soll. Im Unterschied zur zitierten Studie werden wir 1. ausschließlich MS-Patienten mit Fatigue einschliessen und 2. gezielt die Konzentrationsfähigkeit trainieren und testen.

Quelle

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