Beschreibung der Studie

In Deutschland treten jährlich ca. 250.000 Schlaganfälle (davon 66.000 wiederholte) mit einer Mortalität von ca. 40% auf (Heuschmann et al. 2010: 333). Von den Überlebenden ist schätzungsweise jeder vierte im arbeitsfähigen Alter (Kompetenznetz Schlaganfall) Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf berufliche Partizipation (Sozialgesetzbuch IX), die über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) in der Rehabilitationsphase konkretisiert wird. Da die Schlaganfallinzidenz mit zunehmendem Alter steigt, ist der Hauptleistungsträger aufgrund erworbener Anwartschaften die Rentenversicherung. Zum Erhalt der Arbeitsplätze haben „Hilfen zur Berufsausübung“ gegenüber anderen Maßnahmen Vorrang (Erbstößer et al. 2008: 345). Zu diesen Hilfen zählen auch die für die vorliegende Studie relevanten technischen Arbeitshilfen, wie z. B. behindertengerechte Computerausstattung (Deutsche Rentenversicherung 2009: 16). An der Fachhochschule Frankfurt am Main wird in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften) mit dem Pflegeforschungsverbund Mitte-Süd derzeit ein Forschungsprojekt zur Arbeitsplatzgestaltung von Menschen nach Schlaganfall durchgeführt . Hintergrund der Studie ist die Annahme, dass mit der Weiterentwicklung assistiver Technologien (AT) die berufliche Teilhabe von Menschen nach Schlaganfall verbessert werden kann. Für Deutschland liegen derzeit keine Daten zu „Bedarfsforschung und Anwendungsanalysen zum beruflichen Einsatz von Behinderungskompensierender Technik" (Revermann/Gerlinger 2010: 250) vor. Die Arbeitsplatzanpassung wird in internationalen Studien häufig als ein Einflussfaktor auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz genannt. Konkrete Empfehlungen dafür geben sie allerdings nicht (Saeki/Toyonaga 2010), (Saeki 2000), (Alaszewski et al. 2007), (Koch et al. 2005). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bislang weder wissenschaftliche Studien noch praktische Erfahrungen konkrete Hinweise geben, welche assistiven Technologien eine berufliche Tätigkeit nach Schlaganfall erhöhen könnten. Diese Lücke wurde im Forschungsprojekt aufgenommen. In Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation werden Betroffene und Anleitende in Trainingssituationen beobachtet und interviewt.

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Studiendetails

Studienziel 1. Rekonstruktion des Prozesses der Hilfsmittelberatung 2. Ideen für die Weiterentwicklung neuer assistiver Technologien oder Modifikation vorhandener Techniken
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Hessisches Mininsterium für Wissenschaft und Kunst

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einwilligungsfähigkeit, ggf. Betreuer*
  • Schriftliches Einverständnis
  • beide Geschlechter
  • Mindestalter 18 Jahre
  • die Ausweitung des Samples auf Menschen mit erworbenen Hirnschäden erfolgte nach Empfehlung der Ethikberatung und ermöglichte, dass nur einwilligungsfähige Personen ins Sample aufgenommen wurden

Ausschlusskriterien

  • Ausgeschlossen werden Menschen mit schweren Sprachstörungen, die ein Interview nicht zulassen (leichte Sprachstörungen sind kein Ausschlussgrund).

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Für fehlende oder nicht optimale AT können unterschiedliche Gründe infrage kommen. So kann ein unpräzises Assessment, unpräzise Suchstrategien oder Marktunkenntnis die Suche nach einem geeigneten Hilfsmittel erschweren. Denkbar ist auch eine fehlende Akzeptanz für bestimmte AT seitens der Nutzenden oder eine fehlende Finanzierung. Assistive Hilfsmittel können ungeeignet sein, weil sie spezifische Funktionseinschränkungen der Nutzergruppe nicht hinreichend berücksichtigen. Letztlich können Hilfsmittel auch fehlen, weil noch keiner die Idee einer Entwicklung hatte. Ziel des Projektes ist demzufolge in einem ersten Schritt die Rekonstruktion der Hilfsmittelberatung in der beruflichen Rehabilitationsphase. Diese soll Auskunft darüber geben wie der Bedarf an AT ermittelt wird und wie bei der Suche nach einem geeigneten AT vorgegangen wird. Damit soll analysiert werden, ob fehlende AT tatsächlich auf ein Nicht-Vorhandensein zurückzuführen sind. In einem zweiten Schritt sollen Anregungen für fehlende bzw. zu modifizierende AT gesammelt und in einem Ideenpool in einer Datenbank hinterlegt werden. Hier sollen Anwenderinnen aus der Praxis, Betroffene und Entwickler gleichermaßen Zugriff haben. Das Forschungsprojekt setzt sich zum einen mit der Frage auseinander, wie die Versorgung mit technischen Hilfsmitteln in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation hergestellt wird. Zum anderen wird gefragt, für welche Funktionseinschränkungen assistive Hilfsmittel 1. benötigt werden 2. wie diese aussehen könnten und schließlich 3. wie Anregungen zu den Entwicklern gelangen können.

Quelle

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