Beschreibung der Studie

Trotz des breiten Einsatzes von wirksamen Therapien gegen HIV (sog. antiretrovirale Therapie, ART) verdoppelte sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM; v. a. homo- bzw. bisexuelle Männer), von 2003 bis 2012 nahezu. Im Gegensatz dazu stagnierte die Zahl an HIV-Neudiagnosen in anderen Bevölkerungsgruppen im gleichen Zeitraum oder ging sogar zurück. Ein Grund hierfür ist die im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich weitere Verbreitung von anderen sexuell übertragbaren Infektionen bei MSM. Z. B. erhöhen anale sexuell übertragbare Infektionen bei HIV-negativen MSM das Risiko einer HIV-Neuansteckung deutlich. Zusätzlich kann eine sexuell übertragbare Infektion bei einem HIV-Positiven dazu führen, dass die Ausscheidung von HIV ins Ejakulat steigt, womit die Infektiösität des Patienten steigt. Das erste Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob anale sexuell übertragbare Infektionen auch die anale Ausscheidung von HIV steigern. Gleichzeitig sollen die möglichen Mechanismen einer gesteigerten analen HIV-Ausscheidung untersucht werden. Dieser Teil der Studie richtet sich an sexuell aktive HIV-positive MSM. In den letzten Jahren kam es gehäuft zu einer sexuellen Übertragung von Hepatitis C bei HIV-positiven MSM. In der Vergangenheit war die sexuelle Übertragung von Hepatitis C eine Rarität. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte eine erhöhte Infektiosität von HIV/Hepatitis C-Co-Infizierten in Bezug auf Hepatitis C sein. Das zweite Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob HIV/Hepatitis C-Co-Infizierte mehr Hepatitis C Viren anal ausscheiden als Hepatitis C-Monoinfizierte. Dieser Teil der Studie richtet sich an alle HIV/Hepatitis C-Co-Infizierte und an Hepatitis C Monoinfizierte.

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Studiendetails

Studienziel 1. Menge der anal sezernierten HIV-RNA in Relation zur Plasmakonzentration von HIV-RNA bei Männern, die Sex mit Männern haben a) ohne anale sexuell übertragbare Infektionen, b) mit gleichzeitig bestehender bakterieller Proktitis und c) mit gleichzeitig bestehender analer HPV-Infektion. Anal sezernierte HIV-RNA wird semiquantitativ mittels PCR bestimmt, Messgröße sind Kopien/Abstrich. 2. Menge der anal sezernierten Hepatitis C-RNA in Relation zur Plasmakonzentration von Hepatitis C-RNA bei a) HIV/Hepatitis C-Co-Infizierten und b) Hepatitis C-Monoinfizierten. Anal sezernierte Hepatitis C-RNA wird semiquantitativ mittels PCR bestimmt, Messgröße sind Kopien/Abstrich.
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Arm 1: 1. MSM; 2. nachgewiesener HIV-Infekt; 3. unterschriebener ICF.
  • Arm 2: 1. Nachgewiesene HIV/HCV-Co-Infektionen; 2. unterschriebener ICF.
  • Arm 3: 1. Nachgewiesene HCV-Monoinfektion bei ausgeschlossener HIV-Infektion; 2. unterschriebener ICF.

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Bei serodiskordanten, heterosexuellen Paaren verhindert die Behandlung des HIV-positiven Partners die Ansteckung des HIV-negativen Partners zuverlässig. Allerdings verdoppelte sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), trotz des breiten Einsatzes von antiretroviraler Therapie (ART) von 2003 bis 2012 nahezu. Ein Grund für diese Diskrepanz ist die im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich höhere Prävalenz von (meist asymptomatische) analen Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae, Chlamydia trachomatis und humanen Papillomaviren (HPV), die mit einer erhöhten HIV-Suzeptibilität assoziiert sind. Darüber hinaus könnten anale sexuell übertragbare Infektionen (STI) mit den o.g. Erregern die anale Sekretion von HIV - und damit die Infektiosität von HIV-Patienten - steigern; eine gesteigerte Sekretion von HIV ins Ejakulat durch Urethritiden wurde bereits gezeigt. Die sexuelle Übertragung von Hepatitis C Virus (HCV) - Infektionen bei HIV-positiven MSM nahm in den letzten Jahren zu. Mögliche biologische Ursachen hierfür – z. B. eine erhöhte HCV-spezifische Kontagiosität von HIV/HCV-Co-Infizierten – sind unbekannt. Die Fragestellungen der Studie sind: 1. Erhöhen bakterielle Proktitiden und/oder Infektionen mit HPV die anale Sekretion von HIV? 2. Welche Mechanismen spielen hierbei eine Rolle? 3. Kommt es bei HIV/Hepatitis C-Co-Infizierten zu einer vermehrten analen Sekretion von HCV?

Quelle

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