Beschreibung der Studie

Eine wachsende Anzahl von Kindern in Deutschland und der westlichen Welt leidet an Allergien. In der Vergangenheit wurden große Fortschritte beim Verständnis der Pathophysiologie von allergischen Krankheiten gemacht. Viele Zelltypen, Mediatoren und Strukturen wurden als maßgeblich bei der Auslösung einer allergischen Reaktion identifiziert. Aller neuen Erkenntnis zum Trotz gibt es weiter fast ausschließlich symptomatische Therapien zur Eindämmung einer bereits eingetretenen allergischen Reaktion. Eine Heilung bei allergischen Erkrankungen ist bislang nur im Rahmen einer aufwändigen und langandauernden Hyposensibilisierungstherapie möglich. Allen inhalativen und Nahrungsmittel-Allergenen gemein ist, dass sie entweder oral oder nasal aufgenommen werden und entweder die Rachen- oder die Gaumenmandeln (Tonsillen) passieren müssen. Interessanterweise ist die Rolle dieser lymphatischen Gewebe für die Auslösung einer Allergie oder deren Toleranz zurzeit noch wenig untersucht, auch wenn ihre Rolle als „First-Line-Abwehrorgane“ als gesichert gelten kann. Regulatorische T-Zellen spielen eine herausragende Rolle in der Eindämmung von inflammatorischen Immunreaktionen und der Entwicklung von Toleranz. In jüngster Vergangenheit gibt es jedoch immer mehr Hinweise, dass auch Nicht-Immunzellen das Immunsystem beeinflussen könnten. Ein Molekül, welches für eine solche Interaktion prädestiniert zu sein scheint, ist das Adhäsionsmolekül E-Cadherin. Es findet sich nicht nur in allen Oberflächen wie den Luftwegen und im Darm, sondern es hat interessanterweise auch zwei direkte Signalpartner auf Immunzellen, genauer auf regulatorischen T-Zellen. Eine Beeinflussung des Immunsystems durch Tonsillen-E-Cadherin wurde bislang nicht untersucht. Grundlegend soll in unserem Projekt die Interaktion des Tonsillenepithels mit den Immunzellen untersucht werden. Darüber hinaus wollen wir versuchen, über die Proliferation der Mandel-T-Zellen bei Kontakt mit Allergenen eine Aussage über die individuelle Entwicklung von Allergien bei den Patienten zu stellen.

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Studiendetails

Studienziel Frequenz und Zusammensetzung der regulatorischen T-Zellen, Struktur und Quantifizierung des E-Cadherin in den Tonsillen-Epithelzellen per FACS und mit Immunfluoreszenzuntersuchungen
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle UNIVERSITÄTSKLINIKUM FREIBURG Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Eingeschlossen werden Kinder im Alter zwischen 1 und 17 Jahren beiderlei Geschlechts, die sich aus medizinischer Indikation einer Tonsillektomie oder Adenotomie unterziehen müssen.

Ausschlusskriterien

  • Ausgeschlossen werden Kinder, deren Tonsillen oder Adeonoide eine floride Entzündung, Zysten oder eine maligne Entartung zeigen.

Adressen und Kontakt

Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Ziele und Hypothesen des Projekts: Grundlegend soll in unserem Projekt die Interaktion des Tonsillenepithels mit den Immunzellen untersucht werden. Darüber hinaus wollen wir versuchen, über die Proliferation der T-Zellen bei Kontakt mit Allergenen eine Aussage über die individuelle Entwicklung von Allergien bei den Patienten zu stellen. 1. Untersuchung und Vergleich der E-Cadherin-Struktur in den Tonsillen zwischen allergischen und nicht-allergischen Kindern mittels qPCR und Immunfluoreszenz. Hypothese: Die E-Cadherin-Struktur bei Allergikern ist angegriffen/teilweise zerstört, da Allergene wie die der Hausstaubmilbe homophile E-Cadherin-Strukturen aufbrechen können. Dadurch steht mehr Oberflächencadherin zur Verfügung, was dann mit dem Immunsystem einfacher kommunizieren kann. 2. Quantifizierung und Lokalisierung der regulatorischen T-Zellen inklusive Subpopulationen in den Tonsillen, Vergleich zwischen allergischen und nicht-allergischen Kindern mittels FACS und Immunfluoreszenz. Hypothese: Es ist bekannt, dass sich entsprechend der gegebenen Entzündungs- oder Allergiesituation im Organismus die Komposition der Treg-Subpopulationen verändert. Wir erwarten, dass dies auch zwischen Allergikern und Nicht-Allergikern der Fall ist. Insbesondere erwarten wir Unterschiede bei den KLRG1+ und CD103+-Treg, wenn die Struktur des E-Cadherin (der Ligand für KLRG1 und CD103) beeinträchtig ist. Die Störung in der Treg-Population ist zumindest teilweise für die fehlende Toleranzentwicklung und für die Entstehung einer Allergie verantwortlich. 3. Überprüfung der Proliferationshemmung von naiven T-Zellen, Vergleich zwischen allergischen und nicht-allergischen Kindern a. Methoden: Funktionstest der regulatorischen T-Zellen: CFSE-Assays (Sortieren von regulatorischen T-Zellen und naiven T-Zellen, Kokultur unter stimulierenden Bedingungen: anti-CD3, anti-CD28, rekombinante Allergene), nachdem die Zellen über Oberflächenmarkierung am FACS-Sorter sortiert wurden. b. Hypothese: regulatorische T-Zellen von Allergikern hemmen naive T-Zellen nicht ausreichend, was zu einer Störung der Toleranzentwicklung führt, da sich die T-Zellen ungehemmt teilen können. 4. Stimulierbarkeit von naiven T-Zellen mit rekombinanten Allergenen a. Methoden: Überprüfung der Proliferation in der Zellkultur (CFSE-Assay) und Vergleich mit spezifischem IgE aus Patientenserum b. Hypothese: T-Zellen proliferieren bei Kontakt mit rekombinantem Allergen, auf die das Kind allergisch ist, mehr als bei Allergenen, auf die das Kind nicht allergisch ist und führen somit zu einer überschießenden Immunantwort, die in eine Allergie mündet. c. Langfristiges Ziel: Auch wenn zum Zeitpunkt der Untersuchung kein spezifisches IgE auf bestimmte Allergene beim Kind besteht, aber die allergenspezifischen T-Zellen proliferieren, könnte dies ein Hinweis auf eine sich später entwickelnde Allergie sein. Das „Abfallprodukt Tonsille“ liefert somit einen diagnostischen Hinweis, ermöglicht eine frühzeitige Vorhersage und eventuell eine zeitgerechtere und gezieltere Therapie, z.B. durch eine Hyposensibilisierungstherapie oder Meidung eines bestimmten Allergens

Quelle

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