Beschreibung der Studie

Beruflicher Stress stellt einen Risikofaktor für eine Vielzahl psychischer und körperlicher Erkrankungen dar. Stress ist ganz allgemein mit ungünstigem Gesundheitsverhalten verbunden. Er führt zu beruflichen Leistungseinbußen und belastet auch das Privatleben. "FIT im Stress – das Flexible Internet Training zur Bewältigung von beruflichem Stress" zielt auf eine Reduktion des Stressempfindens und depressiver Beschwerden ab. Es richtet sich an Arbeitnehmer_innen, die Unterstützung bei der Bewältigung persönlicher Probleme und im Umgang mit schwierigen Gefühlen suchen. Das Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit des Online-Trainings, welches die Teilnehmer dabei unterstützen soll, ihre persönlichen Stressoren klarer und schneller zu erkennen, wirksame Bewältigungsstrategien auszuwählen, ihre Fähigkeiten zu stärken, systematisch und effektiv private und berufliche Probleme zu lösen sowie besser mit Stress und schwierigen Emotionen im Berufs- und Privatleben umzugehen.

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Studiendetails

Studienziel Level an wahrgenommenem Stress, gemessen durch die Perceived Stress Scale (PSS-10, Cohen, 1983), vor dem Training (Baseline), nach dem Training (7 Wochen) und zum 6-Monats-Follow up
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 264
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Barmer GEK
Weitere Informationen Studienwebseite

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • erhöhtes Beanspruchungslevel (Perceived Stress Scale [PSS-10] ≥ 22), Internetzugang, gültige Email-Adresse, berufstätig

Ausschlusskriterien

  • zum Baseline-Zeitpunkt leichte Suizidalität, gemessen durch das Item 9 des BDI II (Wert >1)
  • nicht bereit, die Einverständniserklärung zu unterschreiben
  • diagnositizierte Psychose oder dissoziative Symptome in der Vergangenheit

Adressen und Kontakt

Leuphana Universität Lüneburg GET.ON Gesundheitstraining.Online / Innovations-Inkubator, Lüneburg

Ansprechpartner: Elena Heber

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Häufig gestellte Fragen

Beruflicher Stress steht mit zahlreichen psychischen und emotionalen Problemen in Zusammenhang, wie z.B. Depression, emotionaler Erschöpfung, Angst und Schlafstörungen. Dies ist mit deutlichen Verlusten der beruflichen Leistungsfähigkeit verbunden und kann aufgrund von Produktivitätsverlust, Absentismus oder Arbeitsunfähigkeit erhebliche wirtschaftliche Kosten verursachen. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit von traditionellen Face-to-Face-Trainings; jedoch sind diese kosten- und zeitintensiv und nur für eine begrenzte Anzahl an Berufstätigen verfügbar. Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit und Kosteneffektivität eines Internet-Selbsthilfe-Trainings zur beruflichen Stressbewältigung für hochbelastete Arbeitnehmer. Im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie werden Arbeitnehmer (N=264) mit einem ausgeprägten Stressniveau (Perceived Stress Scale ≥ 22), per Zufallszuordnung der Interventionsgruppe oder der 6-monatigen Wartelistenkontrollgruppe zugeordnet. Die Intervention nutzt die Unterscheidung von problem- und emotionsfokussierter Stressbewältigung nach Lazarus und beinhaltet systematisches Problemlösen sowie effektive Strategien zur Emotionsregulation. Die Teilnehmer erhalten Unterstützung beim Training durch SMS auf ihr Mobiltelefon. Die Wirksamkeit wird zum Prä- und Post-Zeitpunkt (7 Wochen) sowie nach 6 Monaten überprüft. Primäres Outcome ist wahrgenommener Stress. Sekundäre Erfolgskriterien schließen unter anderem depressive Beschwerden, Angstsymptome und emotionale Erschöpfung ein. Zudem wird die Kosten-Effektivität überprüft.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien