Beschreibung der Studie

In Studien, in denen experimentell Juckreiz induziert wurde, fanden bislang überwiegend chemische Methoden Anwendung. Diese Methoden sind z.T. invasiv und bringen in jedem Fall eine direkte Hautmanipulation mit sich. In der eigenen Arbeitsgruppe wurde eine non-invasive Methode der Juckreizinduktion entwickelt und etabliert, bei der zudem keine direkte Hautmanipulation nötig ist. Hierbei wird über die Darbietung audiovisueller Stimuli Juckreiz mental induziert. Die Effektivität dieser neuen Methode soll nun mit der Effektivität einer gängigen Methode der Juckreizinduktion, nämlich mit der Juckreizinduktion mittels Histamin-Iontophorese, verglichen werden.

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Studiendetails

Studienziel Selbsteingeschätzte Juckreizintensität unmittelbar nach dem Treatment erfasst über eine visuelle Analogskala (0 - 10)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Institut für Med. Psychologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • 18 - 30 Jahre, gesund

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien sind zum einen das Vorliegen einer chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankung sowie das Vorliegen einer juckreizassoziierten (Haut-) Erkrankung in den vergangenen fünf Jahren oder in der Gegenwart. Es wird besonders darauf geachtet, dass keine Histamin-Intoleranz vorliegt, indem im ersten Anamnesegespräch gezielt nach bekannten allergischen Reaktionen gefragt wird. Sollte auch nur ein geringer Verdacht bestehen, dass eine Histamin-Intoleranz vorliegen könnte, wird der Proband von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
  • Zudem führen das derzeitige Vorhandensein von Mückenstichen sowie das Vorhandensein eines Herzschrittmachers zum Ausschluss.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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In Studien, in denen experimentell Juckreiz induziert wird, geschieht dies meist über substanzgebundene Methoden wie den Prick-Test oder das Einreiben von Substanzen in die Haut (z.B. van Laarhoven et al., 2011; 2012; Fjellner & Arnetz, 1985; Papoiu et al., 2011; Bin-Saif et al., 2011). Juckreizinduzierende Substanzen (Pruritogene), die in diesen Studien verwendet werden, sind häufig Histamin oder Capsaicin (van Laarhoven et al., 2011; 2012; Fjellner & Arnetz, 1985; Wang et al., 2010), die auf unterschiedlichen Transduktionswegen Juckreiz induzieren (Bíró et al., 2007; Baraniuk et al., 2012; Raap et al., 2011; Paus et al., 2006). Als nicht-invasive Methode zur Juckreizinduktion wird auch die Iontophorese eingesetzt, bei der zwei Elektroden auf der Haut des Probanden angebracht werden. Über diese wird ein schwacher Gleichstrom weitergeleitet, mit dessen Hilfe ionisierte Stoffe (z.B. eine Histamin-Lösung) in die Haut gelangen können. Wenn über diese Methode für 30 Sekunden eine 1%ige Histamin-Lösung appliziert wird, lassen sich bei hautgesunden Probanden Anstiege in der subjektiv wahrgenommenen Juckreizintensität von ca. 30 (auf einer VAS von 0 – 100; Papoiu et al., 2011) beobachten. Es ist denkbar, dass durch die Elektroden auf der Haut Kratzverhalten unterdrückt wird. Aus Studien unserer eigenen Arbeitsgruppe wissen wir, dass sich Juckreiz aber auch mental, über das Zeigen von audiovisuellem Material induzieren lässt. Sowohl bei Hautgesunden als auch bei Patienten mit verschiedenen Hauterkrankungen (Neurodermitis, Urtikaria, Psoriasis) kam es nach der Darbietung eines Videos zu krabbelnden Tierchen (Flöhe, Ameisen, Mücken) zu einem signifikanten Juckreizanstieg und einer deutlichen Zunahme hinsichtlich der Anzahl der Kratzbewegungen im Vergleich zur Juckreizintensität nach der Präsentation eines Kontrollvideos. Der Juckreizanstieg durch die Präsentation des Experimentalvideos lag bei Hautgesunden bei ca. 2,3 – 2,9 (auf einer VAS von 0 – 10). Vergleicht man die Juckreizintensität, die in anderen Studien am Arm über Histamin-Iontophorese erzeugt wurde, mit der Juckreizintensität, die wir über audiovisuelle Stimuli erreichen, so fällt diese also ähnlich aus (siehe oben). Bisher wurden diese beiden verschiedenen Methoden allerdings noch nie hinsichtlich ihrer Effektivität miteinander verglichen. Es stellt sich somit die Frage, ob die Methoden hinsichtlich ihrer Effektivität Juckreiz zu induzieren, miteinander vergleichbar sind. Dies soll mit dieser Studie überprüft werden.

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