Beschreibung der Studie

Sowohl bei Zwangsstörungen als auch beim Tourette Syndrom geht man ursächlich von Störungen neuronaler Regelkreise des Gehirns aus. Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, ob und wie diese Störungen durch die chronische Applikation elektrischen Stroms in definierten Bereichen des Gehirns durch die tiefe Hirnstimulation (THS) positiv beeinflusst werden können. Auf diese Weise sollen im Sinne einer Grundlagenforschung Informationen zu den Regelkreisen bei beiden Störungsbildern gewonnen werden, um so zukünftige THS-Behandlungen bei psychiatrischen Patienten besser planen zu können. Geplant ist die operative Behandlung mittels THS von 10 Zwangspatienten und 10 Tourette-Patienten, die bisher von keiner anderen Behandlung (Medikamente, Psychotherapie) zufriedenstellend profitiert haben. Als Kontrollkollektiv dienen 15 gesunde, geschlechts-, bildungs- und altersparallelisierte Normalprobanden.

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Studiendetails

Studienziel Die Veränderung der Zwangssymptomatik soll bei den Zwangspatienten 12 Monate nach OP mit der YBOCS (Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale) gemessen werden. Die Veränderung derTic-Symptomatik soll bei den Tourette-Patienten 12 Monate nach OP mit dem YGTSS (Yale Global Tic Severerity Scale) gemessen werden.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 35
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Für Zwangs- und Tourette-Patienten:
  • Chronische Verlaufsform
  • schwere Ausprägung mit subjektivem Leidensdruck und erheblicher Beeinträchtigung des psychosozialen Funktionsniveaus
  • Der Patient stimmt nach ausführlicher Aufklärung der tiefen Hirnstimulation zu und gibt sein schriftliches Einverständnis
  • Der Patient ist mit einer ausführlichen Evaluatione einverstanden
  • Für Zwangspatienten:
  • Zwangsstörung (ICD-10: F42) ist die psychiatrische Hauptdiagnose
  • starke Symptomausprägung gemessen am YBOCS-Score
  • mindestens eine dokumentierte vollständig durchgeführte kognitiv-behavioral ausgerichtete Behandlung, ohne ausreichenden Erfolg
  • mindestens zwei erfolglos verlaufene medikamentöse Therapien mit SSRI oder Clomipramin über 10 Wochen in ausreichend hoher Dosierung
  • mindestens eine erfolglos durchgeführte medikamentöse Augmentation über 10 Wochen mit einem der folgenden Medikamente: Lithium, Buspiron oder einem Neuroleptikum
  • Für Tourette-Patienten:
  • Das Tourette-Syndrom (ICD-10: F95.2) ist die psychiatrische Hauptdiagnose
  • starke Symptomausprägung gemessen am YGTSS-Score
  • Unzureichende Symptomlinderung durch medikamentöse Behandlungsstrategien, dabei mindestens Vorbehandlung mit Präparaten aus allen drei aufgeführten pharmakologischen Gruppen (Neuroleptika, Benzodiazepine, Alpha-Agonisten). Dabei sollten mindestens 3-monatige Behandlungszeiträume mit adäquaten Dosierungen dokumentiert sein.

Ausschlusskriterien

  • Akute Suizidalität
  • gleichzeitig oder früher bestehende Schizophrenie nach DSM IV-Kriterien
  • Missbrauch oder Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol in den letzten sechs Monaten
  • Schädel-Hirn-Traumata in der Anamnese
  • Klinisch relevante internistische oder neurologische Erkrankungen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Teilnahme an einer klinischen Prüfung innerhalb der letzten 30 Tage vor Beginn dieser Studie
  • Intelligenzminderung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel ist es, Zwangsstörungen sowie das Tourette-Syndrom im Hinblick auf zugrunde liegende Störungen kortiko-striato-thalamo-kortikaler Regelkreise (CSTC-Loops) und deren therapeutische Modulierbarkeit durch tiefe Hirnstimulation (THS) an unterschiedlichen Stimulationsorten (Nucleus accumbens vs. Nucleus centromedianus thalami) zu untersuchen. Die Operationalisierung dieser Regelkreise erfolgt durch psychopathologische, neuropsychologische und elektrophysiologische Untersuchungsmethoden. Durch die Spezifizierung dysfunktionaler neurokognitiver Regelkreise bei beiden Störungsbildern soll ein Beitrag geleistet werden, um zukünftige THS-Interventionen bei psychiatrischen Patienten auf Basis einer elaborierten Modellbildung anzuwenden. Geplant ist eine longitudinale, monozentrische, interdisziplinär psychiatrisch-stereotaktische, interventionelle Studie mit 10 therapierefraktären Zwangspatienten und 10 therapierefraktären Tourette-Patienten. Als Kontrollkollektiv dienen 15 gesunde, geschlechts-, bildungs- und altersparallelisierte Normalprobanden.

Quelle

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