Beschreibung der Studie

Vergleich zweier Methoden zur Gefäßwiedereröffnung beim akuten Schlaganfall: Thrombolyse mit Ultraschallverstärkung versus Thrombolyse mit zusätzlicher Hirnkatheter-Therapie (Retrospektive Studie)

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Studiendetails

Studienziel Vergleich der Patienten der beiden Zentren hinsichtlich früher klinischer Verbesserung (delta NIH-SS und absoluter NIH-SS nach 24 Stunden), Behinderungsgrad (modified Rankin Scale, Barthel Index) bei Entlassung aus dem Akutkrankenhaus und nach Entlassung aus der Rehabilitationsklnik.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Neurologische KlinikUniversitätsklinikum Freiburg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten ≥18 Jahre, die vom 01.07.2007 bis zum 30.06.2013 in den jeweiligen Zentren eine intravenöse-Thrombolyse-Therapie mit rtPA bei Mediahauptstammverschluss (diagnostiziert durch eine MR- oder CT-Angiographie bzw. durch eine transkranielle Duplexsonographie) erhalten haben
  • und
  • im Zentrum Lahr zusätzlich eine kontinuierliche oder hochfrequent intermittierende Ultraschallableitung der betroffenen ipsilateralen A. cerebri media erhalten haben (definiert als mindestens 30-minütige Insonation während der Infusion des i.v.-Lytikums) erhalten haben bzw.
  • im Zentrum Freiburg zusätzlich eine intraarterielle Intervention mit mechanischer Thrombusextraktion (mit oder ohne zusätzliche intraarterielle rtPA-Gabe) erhalten haben.

Ausschlusskriterien

  • Patienten bei denen genauere Informationen über Art und Umfang der Anwendung des Ultraschalls während der Thrombolyse-Behandlung nicht dokumentiert oder bekannt sind.

Adressen und Kontakt

Neurologische KlinikUniversitätsklinikum Freiburg, Freiburg

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Häufig gestellte Fragen

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Der akute Verschluss großer intrakranieller Gefäße wird am besten durch eine möglichst frühe Rekanalisation des Gefäßes behandelt. So haben Patienten mit innerhalb von 6 Stunden nach Symptombeginn rekanalisiertem Mediahauptstammverschluss eine bis zu 4-fach bessere Prognose als Patienten mit länger anhaltendem Gefäßverschluss 1. Die Standard-Methode zur frühen Wiedereröffnung des Gefäßes ist die breit verfügbare intravenöse Thrombolyse mit rtPA. Diese führt jedoch insbesondere bei proximalen intrakraniellen Gefäßverschlüssen mit großem Thrombusvolumen oftmals nicht zur gewünschten frühen Rekanalisation, so dass zunehmend optimierte Therapiestrategien zur Anwendung kommen 2. Am meisten verbreitet ist die intraarterielle Interventionen zur direkten medikamentösen Lyse des Thrombus bzw. mit direkter mechanischer Thrombektomie angewandt. Dabei wird oftmals sequentiell zunächst die zeitnah verfügbare intravenöse Lyse begonnen um direkt zeitgleich bei jedem Patienten die interventionelle Thrombusbehandlung anzuschließen (sog. Bridging-Lyse). Nachteil der interventionellen Behandlungsmethoden ist ihre limitierte Verfügbarkeit. Eine Überlegenheit des Bridging-Lyse-Verfahrens gegenüber der alleinigen i.v.-Lyse beim Mediahauptstammverschluss konnte auch in aktuellen Studien jedoch nicht gezeigt werden 3, 4. Eine möglich Ursache ist dass bei diesen Interventionsstudien nicht die neueste Generation von Thrombus-Retrievern angewendet wurde 5. Eine alternative Optimierungsstrategie der reinen i.v.-Lyse ist die Ultraschall-verstärkte i.v.-Thrombolyse (sog. Sonothrombolyse). Hierbei wird mittels transkraniellem Ultraschall im Bereich des verschlossenen Gefäßes (in diagnostischer Intensität) und ggf. Applikation von Ultraschall-Konrastmittel durch lokale, Schallwellen-induzierte Gewebeströmung, eine bessere Durchmischung des systemischen verabreichten rtPA mit dem Thrombus erreicht. Bei Verwendung normaler diagnostischer Ultraschall-Geräte ist dieses Verfahren zudem für den Patienten weitgehend gefahrlos. Es existieren vielversprechende, teils randomisierte Studien sowie eine positive Meta-Analyse für die Sonothrombolyse 6, 7. Obwohl die Sonothrombolyse eine potentiell weithin verfügbare Optimierungsmöglichkeit der frühen Rekanalisationsrate darstellt (aufgrund der auf jeder Stroke Unit vorhandenen Ultraschallgeräte), wird sie bislang nur sporadisch angewandt. Als Beispiel für zwei unterschiedliche Behandlungsstrategien bei akutem Schlaganfall mit Mediahauptstammverschluss dienen die Neurologischen Kliniken in Freiburg und Lahr. In der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg erfolgt bei Mediahauptstammverschlüssen im proximalen oder mittleren Abschnitt gemäß Klinik-internem Standard eine Bridging-Lyse-Therapie (initial i.v.-Lyse mit rtPA systemisch, gefolgt von intraarterieller Intervention). In der Neurologischen Klinik des Ortenau-Klinikums Lahr erfolgt bei Mediahauptstammverschlüssen gemäß Klinik-internem Standard primär eine i.v.-Thrombolyse sowie ein engmaschiges Monitoring mittels transkranieller Duplexsonographie während laufender Thrombolyse. Hierzu wird in den meisten Fällen zusätzlich Ultraschallkontrastmittel verwandt. Das Ultraschallmonitoring hat das Ziel eine frühe Rekanalisation des Gefäßes zu erkennen oder bei persistierendem Gefäßverschluss sekundär interventionelle Verfahren anzuwenden. Durch das Ultraschallmonitoring wird zudem als gewünschter Nebeneffekt eine Ultraschall-verstärkte Thrombolyse (Sonothrombolyse) durchgeführt. Über diesen zusätzlichen möglichen therapeutischen Effekt werden die Patienten während der Thrombolyse-Behandlung mündlich aufgeklärt. In vorliegender retrospektiver Studie sollen die unterschiedlichen Behandlungsstrategien der zwei Zentren bei Patienten mit Mediahauptstammverschluss verglichen werden (Bridging mit mechanischer Intervention [Zentrum Freiburg] versus reine i.v.-Lyse mit Ultraschallverstärkung [Zentrum Lahr]).

Quelle

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