Beschreibung der Studie

Hintergrund: Die Empfehlungen zur Dauer der Gabe von Antibiotika nach Auftreten von Infektionen, die im Zusammenhang mit einem Implantat stehen, sind derzeit sehr uneinheitlich. Ärzte empfehlen eine Antibiotika-Gabe von wenigen Tagen bis hin zu mehr als 6 Wochen. Manche Experten sprechen sich auch für eine längere Gabe aus. Die Empfehlungen hängen außerdem vom Typ des eingesetzten Implantats (z.B. Gelenkersatz versus Osteosynthese), dem Risikoprofil des Patienten, der chirurgischen Taktik sowie dem mikrobiellen Spektrum ab. Es gibt Hinweise aus verschiedenen Beobachtungsstudien, dass die verlängerte Antibiotikagabe die Wahrscheinlichkeit einer Heilung nicht erhöht, und dass eine länger als sechs Wochen andauernde Antibiotikabehandlung sogar zu einem schlechteren Behandlungsergebnis führt Studienziel: Ziel dieser Studie ist es, zu klären, ob die Dauer und die Art der Antibiotikagabe nach chirurgischer Behandlung einer implantatassoziierten Infektion Einfluss darauf haben, ob die Infektion innerhalb eines Jahres nach Abschluss einer Behandlung wiederauftritt oder nicht. Endpunkt dieser Studie ist die Revisionfreiheit ein Jahr nach dem letzten chirurgischen Eingriff im Rahmen der Erstbehandlung der Infektion. Studiendesign: Bei der Untersuchung handelt es sich um eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie. Es werden Routinedatensätze (Patientenakten) der beteiligten Zentren ausgewertet. Studienteilnehmer (Gruppen) Die Studienteilnehmer werden anhand des Verlaufs der Infektion in Fälle und Kontrollen eingeteilt. Als Fälle werden Therapieversager gewertet, also diejenigen Patienten, bei denen keine Kontrolle der Infektion innerhalb eines Jahres nach Erstbehandlung erreicht werden konnte, bzw. bei denen ein Wiederauftreten der Infektionbeobachtet wurde. Als Kontrollen gelten in dieser Studie Patienten, bei denen die erste Behandlung der Infektion erfolgreich war und kein Auftreten der Infektion innerhalb eines Jahres beobachtet wurde.

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Studiendetails

Studienziel Dauer der systemischen antimikrobiellen Therapie nach dem letzten operativen Eingriff
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Infizierte Osteosynthesen (Platten-Schrauben-Kombinationen) eines langen Knochens (Oberarm, Femur, Tibia oder Fibula), des Sprunggelenkes (Außen- und Innenknöchel) und des Fersenbeins definiert nach Kriterien des Center for Disease Control (CDC) und / oder intra-operativen makro- oder mikroskopischen Befunden
  • ODER
  • Infizierte Hüft- oder Knie- Totalendoprothesen, definiert nach CDC-Kriterien und / oder intra-operativen makro- oder mikroskopischen Befunden

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Komplikation durch Gelenkprothese-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die angemessene Dauer einer Antibiotika-Therapie nach chirurgischem Débridement bei Implantat-Infektionen ist ein ungelöstes Problem. Vorgaben variieren von Land zu Land und national auch zwischen einzelnen Einrichtungen. Sie schwanken zwischen zwei Wochen und sechs Monaten, manche Experten sprechen sich auch für eine längere Gabe aus. Die Empfehlungen hängen außerdem vom Typ des eingesetzten Implantats (z.B. Gelenkersatz versus Osteosynthese), dem Risikoprofil des Patienten, der chirurgischen Taktik sowie dem mikrobiellen Spektrum ab. Es gibt Hinweise aus verschiedenen Beobachtungsstudien, dass die prolongierte Antibiotikagabe die Wahrscheinlichkeit einer Heilung nicht erhöht, und dass eine länger als sechs Wochen andauernde Antibiotikabehandlung sogar zu einem schlechteren Outcome führt. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, welche Variablen der systemischen antimikrobiellen Therapie Einfluss auf die Rezidivwahrscheinlichkeit ein Jahr nach radikalem, chirurgischem Débridement infizierter bzw. aufgrund einer Infektion gewechselter Hüft- oder Knie-Total-Endoprothesen oder Osteosynthesen nehmen.

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