Beschreibung der Studie

Polyneuropathien (PNP) sind ein heterogenes Krankheitsbild des peripheren Nervensystems. Klinische Symptome sind sensible Beschwerden, muskuläre Probleme und/oder Störungen des vegetativen Nervensystems. Ursache ist die Schädigung kleiner und grosser Nervenfasern. Gründe hierfür gibt es zahlreiche wie Entzündungen, Intoxikationen, am häufigsten aber Diabetes mellitus und Alkoholmissbrauch. Die Schädigung kann entweder die Nervenfasern (Axone) oder die Nervenscheiden (Myelin) betreffen. Die Darstellung der Nervenschädigung erfolgt mittels elektrophysiologischer Untersuchungen. Dies ist jedoch unter Umständen schwierig. In den letzten Jahren konnte durch verbesserte Technik die Darstellung der Nerven mittels Ultraschall an Bedeutung gewinnen. Ziel dieser Studie ist es daher, bei Patienten mit PNP Ultrasschallbefunde des Nervens zu erheben und zu evaluieren, ob hieraus Rückschlüsse auf die verschieden Arten von Neuropathie gezogen werden können. Hierfür werden Untersuchugnen der Nerven elektrophysiologisch und mittels Ultraschall bei Patienten mit axonaler, demyelinisierender und gemischter Neuropathie erfolgen und diese mit einer gesunden Probandengruppe verglichen.

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Studiendetails

Studienziel Die Nervenquerschnittsfläche wird an verschiedenen Lokalisationen und verschiedenen Nerven zu einem Zeitpunkt gemessen. Zur gleichen Zeit werden elektrophysiologische Messungen nach standardisiertem Verfahren erfolgen. Der primäre Endpunkt ist der Vergleich der Nervenquerschnittsfläche bei demyelinisierenden, axonalen und gemischten Polyneuropathien. Diese Daten werden mit einer gesunden Probandengruppe verglichen.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 90
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsspital Basel,

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Polyneuropathie

Ausschlusskriterien

  • andere neuromuskuläre Erkrankung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Polyneuropathien sind ein heterogenes sehr häufiges neurologisches Krankheitsbild, das sich unter anderem in Veränderungen der Sensibilität (Kribbelmissempfindungen, Veränderungen der Temperaturwahrnehmung der Haut, Schmerzwahrnehmungsstörungen, Verlust oder Reduktion der Oberflächen- und Tiefensensibilität), Veränderungen der Muskulatur (Schwäche, Krämpfe, Atrophie) oder der vegetativen Körperfunktionen (Kreislaufregulation, Darmmotilität, Schweißproduktion) zeigt. Diese Veränderungen beruhen auf einer Schädigung großer (large fiber) oder kleiner (small fiber) Nervenfasern. Die Ursachen hierfür sind zahlreich und zum Teil noch ungeklärt, darunter Entzündungen, Intoxikationen, metabolische Erkrankungen und Malignome. Auch erbliche Polyneuropathien kommen vor. Die häufigste Ursache in Industrienationen ist neben dem Diabetes mellitus übermäßiger Alkoholkonsum, in Entwicklungsländern immer noch vor allem bakterielle Infektionen wie beispielsweise Lepra. Die Schädigung kann überwiegend die Fasern des Nervs (Axone), die Nervenscheiden (Myelin) oder beide Anteile betreffen. Im fortgeschrittenen Stadien finden sich nahezu stets Mischformen. Man nennt die PNP dann je nach Ihrer Schädigung axonal, demyelinisierend oder gemischt. Je nachdem welche Nervenqualität betroffen ist, spricht man auch von sensibler, motorischer oder sensomotorischer Neuropathie. Auch die Verteilung der Nervenschädigung kann variieren. So unterscheidet man symmetrische PNP mit überwiegend strumpf- und handschuhförmiger Beteiligung der Hände und Füsse, asymmetrische Neuropathien mit überwiegender Beteiligung einzelner Nerven (Mononeuropathia multiplex) oder Mischformen (Schwerpunktneuropathie). Der diagnostische Goldstandard ist neben einer ausführlichen neurologischen Statuserhebung die neurophysiologische Untersuchung. In ersterem erwartet man je nach Typ diffuse sensible Beschwerden mit Reduktion der Oberflächen- oder Tiefensensibilität, Schmerzen, Muskelschwund, abgeschwächte oder erloschene Muskeleigenreflexe und ggfs. vegetative Beschwerden. In der elektrophysiologischen Diagnostik sieht man entweder eine Reduktion des motorischen oder sensiblen Summenaktionspotential (axonal) oder eine Verlängerung der Nervenleitgeschwindigkeit, Reizdispersion oder Latenzverzögerung (demyelinisierend). Auch hier sind Mischformen häufig. Darüber hinaus erfolgen zur ätiologischen Einschätzung zahlreiche Untersuchung, vor allem in Blut und Nervenwasser des Patienten mit der Frage nach auslösenden Ursachen (Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankung, Erkrankungen des blutbildenden Systems, Malignome oder Autoimmunphänomene). Eine Unterscheidung der verschiedenen Formen und Ursachen ist von entscheidender Bedeutung für Prognose und Therapie. In den letzten Jahren hat sich – auf Grund verbesserter Technik – die Ultraschalluntersuchung des peripheren Nerven zu einem beachteten Diagnostikum entwickelt. Neben ihrem Wert in der Diagnostik von Nerveneinengungen, Nerventumoren und Nerventraumata haben rezente Publikationen – insbesondere bei demyelinisierenden Erkrankungen – interessante Resultate gezeigt. So scheinen v.a. immunvermittelt entzündete Nerven eine sonografisch darstellbare Nervenhypertrophie zu entwickeln. Auch hereditäre Myelinopathien zeigen derartige Phänomene. Weitere Daten und Analysen erscheinen jedoch notwendig. Das Ziel unserer Studie ist es daher an einem breiten Patientenkollektiv mit unterschiedlichen Neuropathien Ultraschalluntersuchungen der Nerven mit der Fragestellung nach morphologischen und sonographisch sichtbaren Veränderungen durchzuführen und diese Ergebnisse mit dem klinischen Aspekt und der elektrophysiologischen Datenlage zu korrelieren, um somit eine klinische Wertigkeit des Ultraschalls der Nerven abzuschätzen.

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