Beschreibung der Studie

Das Ziel der Studie "Effekte von hypoxie-gestütztem Ausdauertraining auf kardio- vaskuläre und pulmonale Parameter von Patienten über 65" ist zu beweisen, dass Training mit reduziertem Sauerstoff bei älteren Menschen größere Effekte auf Herz und Lunge hat als Training in normaler Luft. Die Ausdauerfähigkeit ist bei älteren Menschen häufig eingeschränkt. Ein gutes Ausdauertraining kann jedoch sehr nützlich sein. Es beugt vielen Krankheiten vor, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes und beeinflusst die Lungenfunktion, die Herztätigkeit sowie den Blutfluss sehr positiv. Bei manchen dieser Erkrankungen kann ein gesundes Ausdauertraining sogar die nötigen Medikamente reduzieren oder sie gar gänzlich überflüssig machen. Viele ältere Menschen leiden an orthopädischen Problemen (künstliche Hüfte oder Arthrose im Knie) oder an Schmerzen, die sie daran hindern, effektives Ausdauertraining zu betreiben. In Höhenluft ist die Belastung für den Bewegungsapparat etwas reduziert, Ausdauertraining kann in dieser Luft somit schonender durchgeführt werden. Mit dieser Studie, möchten wir unseren Patienten die Möglichkeit bieten, trotz Einschränkungen Ihr Herz und Ihre Lunge zu trainieren. Dazu bieten wir ein Training in unserem Ausdauerbereich an. Unsere Hypoxieanlage ermöglicht es uns dort den Sauerstoffgehalt zu reduzieren. Das bedeutet, dass wir ein Raumklima schaffen, das mit dem in 3000m Höhe vergleichbar ist. In dem Raum wird normaler Luftdruck herrschen und der Sauerstoffgehalt der Luft wird 14,2% betragen. (Meereshöhe 21%) Dieses Training wird sieben Mal während des Aufenthalts in der Klinik jeden zweiten Tag für maximal 30 Minuten angeboten (nur Patenten der Ghersburgklink sind teilnahmeberechtigt). Dafür können sich die Teilnehmer eines unserer Geräte aussuchen (Laufband oder Fahrrad). Durch die Studie erhoffen wir uns beweisen zu können, dass wir in Höhenluft einen besseren Trainingseffekt erzielen können als in Normalluft. Das Training wird von einem Sportwissenschaftler angewiesen und überwacht. Hierzu werden wir einen Pulsgurt sowie ein Pulsoximeter verwenden. Ein kleiner Fingerclip, der Sauerstoffsättigung im Blut misst. Nicht alle Probanden werden in Höhenluft trainieren, sondern der Zufall wird entscheiden ob sie auf 3000m oder auf 600m Scheinhypoxie trainieren. Dies dient dazu, dass wir am Ende den Mehreffekt der Höhenluft nachweisen können. Vor und nach den Trainingseinheiten werden wir eine Sonographie (Herz Ultraschall) durchführen. Zusätzlich werden wir eine Leistungsanalyse durchführen. Dazu müssen die Probanden 8-12 Minuten auf einem Fahrradergometer trainieren. Wir werden dabei das EKG und die Atemgaszusammensetzung messen. Diese Messung wird von einem Sportwissenschaftler überwacht. Sollten wir mit dieser Untersuchung beweisen können, dass die Höhenluft positive Effekte in der Rehabilitation zeigt, könnte dies dazu führen, dass künftig mehr Höhentraining auch für ältere Menschen angeboten wird. Dies könnte als produktiver Bestandteil in einer guten Rehabilitation eingesetzt werden. Leichte Bergtouren könnten vielleicht dann auch für ältere Personen empfohlen werden, eventuell auch wenn eine Herzerkrankung bereits bekannt ist.

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Studiendetails

Studienziel Die Studiendaten werden bei Aufnahme imn der Rehaklinik mittels Ergospirometrie und Echokardiographie erhoben. Nachfolgend finden 7 Trainingseinheiten an jedem zweiten Tag statt. Endpunkt und nachfolgende Datenerhebung mittels Echokardiographie und Spiroergometrie nach drei Wochen. Hauptparameter: Vo2peak
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Universität Ulm. Hermann Buhl Institut für Hypoxie- und Schlafmedizinforschung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter > 65;
  • Schriftlich bestätigte Bereitschaft an der Studie teilzunehmen.
  • Ausreichend peripherer Blutfluss für eine Pulsoximetrie.
  • Die Probanden müssen physisch und mental in der Lage sein eine spiroergometrische Untersuchung durchzuführen (Minimum : 25Watt für 8 Minuten)
  • Es sollte eine minimale Anpassung von 20% bezüglich der Herzrate und dem systolischen Blutdruck im Vergleich zum Ruhezustand möglich sein

Ausschlusskriterien

  • Endstadium (palliativ) jeder Erkrankung
  • Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Kognitive Einschränkungen
  • Unzureichender peripherer Blutfluss für Pulsoximetrie
  • Keine schriftliche Teilnahmebestätigung
  • Unfähigkeit eine Spiroergometrie durchzuführen
  • Eine sehr hohe Dosierung von Herz- und Blutkreislaufmedikamenten (ß-Blocker, Amyodaron), sodass die minimale Anpassung auf physische Belastung und Hypoxie nicht gegeben ist.
  • Patienten mit Herzinsuffizienz im Stadium NYHA IV

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Durch die Entwicklung unserer Gesellschaft gewinnt die geriatrische Rehabilitation eine immer größere humanitäre, sowie wirtschaftliche Bedeutung. Es wird zunehmend versucht ältere Mitmenschen so mobil und aktiv wie möglich zu halten um lange stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern und Pflegebedürftigkeit zu minimieren. Leider fehlen für einige Rehabilitatonsfelder geeignete Methoden und Referenzwerte. Die Studie „Effekte von hypoxie-gestütztem Ausdauertraining auf kardio- vaskuläre und pulmonale Parameter von Patienten über 65“ soll untersuchen, ob ein Höhentraining im Alter für die Rehabilitation von Patienten mit kardiopulmonalen Erkrankungen sinnvoll ist. In der Rehabilitation alter multimorbider Patienten ergibt sich oft das Problem der missrelation zwischen Belastbarkeit und wirksamen Trainingsreizen. Dies führt zu schlechten Rehaerfolgen, sowie Unzufriedenheit bei Patienten und Therapeuten. Aus Erfahrungen mit Bergsteigern im Höhentraining und die positiven Effekte der gezielt eingesetzten Hypoxie (reduzierter Sauerstoffanteil in der Luft) auf das Kardiopulmonale System ergibt sich die Frage, ob leichte hypoxische Reize bei geriatrischen Patienten die kardiale Rehabilitation positiv beeinflussen. In Hypoxie sind die Anforderungen auf das Kardiopulmonale System deutlich höher als unter normoxischen Bedingungen. Die Herzrate ist erhöht, die Atemfrequenz ist erhöht und der Hypoxie Induzierte Faktor sorgt unter anderem für die Verbesserung der Zellatmung. Daraus folgt, dass bei gleichbleibender Beanspruchung des kardiopulmonalen Systems die Anforderungen an den Bewegungsapparat (Leistung in Watt) reduziert ist. Durch die reduzierte Beweglichkeit bzw. Einschränkungen durch Vorerkrankungen können die Patienten oft den empfohlenen wirksamen Trainingspuls für kardiopulmonale Rehabilitation und Training gar nicht erreichen. Hierzu wollen wir mit 40 Patienten der Fachklinik Ghersburg für Geriatrie über einen Zeitraum von drei Wochen (Standartaufenthalt in der geriatrischen Rehabiltation) jeden zweiten Tag auf einer simulierten Meereshöhe von 3000m in unserem Höhenlabor (Normobare Hypoxie) auf dem Laufband ein Ausdauertraining durführen. Die Einheiten sollen Minimum 10 Minuten bis maximal 30 Minuten lange dauern (übliche Ausdauer-Therapieeinheit in der geriatrischen Rehaklinik). Die Ergebnisse sollen dann mit einer Vergleichsgruppe von ebenfalls 40 Patienten, die dasselbe Training in Normoxie absolviert haben, verglichen werden. Als Eingangs- und Abschlussuntersuchung soll eine Echokardiographie sowie eine Spiroergometrie durchgeführt werden. Wir erhoffen uns einen signifikanten Unterschied zwischen Test und Kontrollgruppe im Nachtest. Vor allem die maximal erreichbare Leistung (Vo2peak) sollte in der Testgruppe deutlich höher liegen. Dies würde für eine erhöhte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit im Alltag sprechen. Ziel der Studie ist es eine sinnvolle Anwendungsrichtlinie für hypoxisches Ausdauertraining als Rehamaßnahme in geriatrischen Rehakliniken zu erstellen. Sowie Empfehlungen für Bergwandern im Alter als Gesundheitsmaßnahme auszusprechen. Außerdem werden im Verlauf der Studie erstmals standardisierte spiroergometrische Daten von Patienten über 65 in größerem Umfang erhoben.

Quelle

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