Beschreibung der Studie

Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) wurde ursprünglich für Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt und inzwischen auch für andere, z.B. Essstörungen eingesetzt. Bisher wurde die Anspannungsregulation weder bei Essstörungen noch bei Jugendlichen untersucht. Auch wurde der mögliche Vorteil des Einsatzes eigener Smartphone-Geräte für die Praxis noch nicht evaluiert. Der Unterschied im Ausmaß und im Verlauf der protokollierten aversiven emotionalen Anspannung von weiblichen Jugendlichen mit Magersucht im Vergleich psychisch gesunde Gleichaltrige soll untersucht werden. Gerade bei Jugendlichen könnte jedoch die Compliance bei der Therapie durch den Einsatz der eigenen Smartphones optimiert werden. Dieser Fall-Kontroll-Vergleich wurde für zweimal 20 weibliche Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren pilotiert. Während eines Zeitraumes von zwei Tagen werden die Probandinnen zur Beantwortung von vier Fragen an ihrem Smartphone stündlich aufgefordert. Zusätzlich wird davor eine Online-Erhebung zu soziodemographische Fragen, eine Checkliste zu den Symptomen und ein Fragebogen zur Emotionsregulation und danach zur Anwenderzufriedenheit der Methode durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Mittlere Ausprägung emotionaler Anspannung (Einzelwerte stündlich gemessen im ambulanten Monitoring über 2 Tage)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • unterschriebene Einwilligungserklärung der Probandinnen und Erziehungsberechtigten
  • Patientengruppe: vorliegen einer durch die RFK Mainz diagnostizierte Essstörung F50.0

Ausschlusskriterien

  • Patientengruppe: Vorliegen einer (Verdachts-)Diagnose "Emotional instabilie Persönlichkeitsstörung" F60.31 (borderline) oder F60.30 (impulsiv)
  • Kontrollgruppe: Vorliegen einer psychischen Störung in den letzten 5 Jahren

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Essstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Einleitung: Seit 2009 gibt es im deutschsprachigen Raum das erste Manual zur Therapie durch Emotionsregulation für Essstörungen (Schweiger & Sipos, 2009) und auch in der Praxis hat sich bereits gezeigt, dass Essstörungspatienten von einem Skills-Training nach der dialektisch-behavioralen Therapie profitieren können. Aversive emotionale Anspannung ist ein als negativ empfundener Zustand, der durch einen Stressor ausgelöst werden kann und mit einer starken Erregung einhergeht. Emotionale Anspannung als ein Auslöser für selbstverletztendes Verhalten bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist mittlerweile gut untersucht. Auch ist bereits bekannt, dass bei einigen anderen psychischen Störungen wie Depressionen und Ängsten im Vergleich zu psychisch gesunden Probanden eine erhöhte emotionale Anspannung vorliegt. Diese empfundene Anspannung unterliegt bei Patienten mit psychischen Störungen häufig großen Schwankungen im Tagesverlauf, auch scheint die Fähigkeit zur Erkennung und Benennung erlebter Emotionen während Phasen starker Anspannung verringert zu sein. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass das Anwenden von in einer DBT-Therapie erlernten sogenannten Skills zu einer Verringerung der empfundenen Anspannung führt (Stiglmayr, 2005). Obwohl Anorexie-Patienten in der Praxis gut von einem Skills-Training zu profitieren scheinen, gibt es noch keine Untersuchung zum Erleben von emotionaler Anspannung bei Patienten mit Essstörungen, genauso wenig wurden bisher Untersuchungen an Kindern und Jugendlichen zum Erleben von Anspannung durchgeführt. Es ist also bisher ungeklärt, ob analog zur Borderline-Persönlichkeitsstörung psychische Anspannung bei der Aufrechterhaltung der Essstörung eine Rolle spielt, was in dieser Studie erstmals untersucht werden soll. Fragestellungen: In dieser beobachtenden Fall-Kontroll-Studie soll erstmals untersucht werden, ob emotionale Anspannungszustände bei jugendlichen Anorexie-Patienten eine Rolle spielt. Weiterhin soll erfasst werden, ob diese einen besonderen Tagesverlauf bzw. tageszeitliches Schwankungsmuster haben, inwieweit durch die Anspannung die Emotionserkennung bzw. -benennung beeinträchtigt wird und ob die aktuelle Tätigkeit mit der Anspannung in Verbindung steht. Darüber hinaus soll im Rahmen dieser Beobachtungs-Studie die Nutzerfreundlichkeit der verwendeten Software eingeschätzt werden, um Erkenntnisse auch über einer möglichen Verwendbarkeit im therapeutischen Alltag und in ggf. folgenden klinischen Forschungsprojekten zu erhalten. Methodik Zur Überprüfung der Fragestellungen werden 20 Patientinnen mit Anorexia nervosa und 20 psychisch gesunden Kontrollprobandinnen untersucht. Beide Gruppen werden nach einer Vorbefragung mit dem SCL-90-R und dem Feel-KJ an einem 48-stündigen ambulanten Smartphone-basierten Monitoring mit vier Fragen wochentags teilnehmen. Hierbei werden die Probandinnen (mit Ausnahme von individuell vereinbarten Ruhezeiten) stündlich per SMS zur Eingabe ihres aktuellen Anspannungswertes sowie der gerade erlebten Emotion in einer speziellen App aufgefordert. Zur Durchführung verwenden die Probandinnen ihre eigenen Smartphones. Nach Abschluss des Monitorings wird in einer Usability-Evaluation erhoben, wie gut die Probandinnen mit der verwendeten Software zurecht kamen. Statistik: Neben der deskriptiven Beschreibung und explorativen Analysen wird primär der Unterschied der mittleren empfundenen emotionalen Anspannung getestet. Fallzahl Berechnung: Die Anspannung wird zwischen 0 und 100 kodiert. Wir gehen von einem klinisch relevanten Unterschied mit einer klinisch relevanten Effektgrösse von 1 (SD=20, M1=60, M2=40) bei 80% Power und 5% Irrtum von mindestens 16 Fällen je Gruppe aus.

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