Beschreibung der Studie

Andauerndner Juckreiz (Fachwort: Chronischer Pruritus (CR)) ist ein schlecht zu therapierendes Symptom vieler Erkrankungen. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind immer noch unbekannt. Vermutet wird, dass die sensiblen Nerven in der Haut durch Entzündung viel empfindlicher reagieren als bei Personen ohne Pruritus. Mittlerweise sind verschiedene Nerventypen bekannt, unklar ist jedoch, welcher Typ bei der Überempfindlichkeitsreaktion eine Rolle spielt. Anhand eines relativ neuen Models soll dies bei Patienten mit langdauerndem Juckreiz bei atopischer Dermatitis, Schmerz/Pruritus am Arm und der sog. Prurigo nodularis im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden untersucht werden. Das neue Model beruht auf einer Pflanze, deren Fruchthaut kleine Stacheln ("spicules") an der Oberfläche trägt. Diese enthalten eine Juckreizauslösende Substanz (Juckpulver, Cowhage). Cowhage erregt nur bestimmt Nerven. Es soll untersucht werden, ob und wie starker Juckreiz durch Cowhage im Vergleich zu anderen Juckreizauslösenden Substanzen (Histamin, Capsaicin) ausgelöst werden kann. Des Weiteren sollten die Hautnervenfunktion mittels eines nichtinvasiven Verfahrens neurophysiologisch weiter charakterisiert werden (quantitative sensorische Testung, QST). In Untersuchungen zur endogenen Hemmung mittels diffuse noxious inhibitory control (DNIC) und diffuse pruritic inhibitory control (DPIC) soll eine Bedeutung inhibiotischer Phänomene bei CP untersucht werden. Anhand von Hautbiopsien sollen die Entzündungsmediatoren und Rezeptoren, die an der Überempfindlichkeitsreaktion beteiligt sind, histologisch, immunhistochemisch und molekularbiologisch bestimmt werden. Das Projekt liefert damit dringend benötigte Erkenntnisse für die bislang unbekannten Hautmechanismen bei langdauerndem Juckreiz.

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Studiendetails

Studienziel Unterschied der Cowhage-induzierten Pruritusstärke auf der visuellen Analogskala (VAS) bei chronischem Pruritus verschiedener Entitäten im Vergleich zu gesunden Kontrollen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 160
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle IKZF der medizinischen Fakultät der Universität Münster

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Chronischer Pruritus bei
  • Atopische Dermatitis (subakut / chronisch, lang bestehend)
  • ODER brachioradialem Pruritus
  • ODER Prurigo nodularis
  • ODER kein Juckreiz (Kontrolle)

Ausschlusskriterien

  • Anamnese für atopische Disposition, Vorhandensein von Pruritus
  • nur Kontrollpersonen);
  • Hautläsionen am Unterarm (z.B. Erosionen, Infekte, akute Exazerbation bzw. kutane Infekte bei atopischer Dermatitis);
  • Anamnestische oder bestehende neurologische oder schwere psychiatrische Erkrankungen;
  • Hauttyp >III (Fitzpatrick; mediterraner, dunkler und schwarzer Hauttyp);
  • Allergie auf verwendete Substanzen/Inhaltsstoffe der Cremes;
  • Erkrankung, die eine Untersuchungsteilnahme verhindert;
  • Einnahme einer Medikation, die die Juckreizwahrnehmung beeinflusst innerhalb von 2 Wochen vor Untersuchungsbeginn;
  • Anwendung von Urea, Polidocanol, Menthol, Capsaicin, topische Steroide, topische Keratolytika, Exfoliativa, Selbstbräuner, topische oder systemische Antihistaminika, Naltrexon, Antikonvulsiva, Sedativa innerhalb 2 Wochen vor der Untersuchung;
  • Systemische Steroide, UV-Therapie innerhalb von 4 Wochen vor der Untersuchung;
  • Topische oder systemische Immunmodulatoren, Antidepressiva,
  • Anti-Migräne-Therapeutika innerhalb von 2 Monaten vor der Untersuchung;
  • NSRI und andere Analgetika 7 Tage vor der Untersuchung;
  • Drogenkonsum, Medikamentenmissbrauch;
  • Kosmetik- und Hautpflegeprodukte am Tag der Untersuchung;
  • Teilnahme an einer anderen Untersuchung innerhalb von 4 Wochen;
  • Schwangere (Frage nach oraler Kontrazeption bzw. letzter Regel), Stillende

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Chronischer Pruritus (CP) ist ein schlecht zu therapierendes Symptom vieler Erkrankungen. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind immer noch unbekannt. Vermutet wird eine periphere Sensibilisierung kutaner Nervenfasern durch Entzündungsmediatoren, die von kutanen Zellen freigesetzt werden. Bei diesen Pruritus-sensiblen Nervenfasern handelt es sich um mechano-insensitive C-Nozizeptoren (sog. CMi-Fasern), die durch Histamin oder Capsaicin erregbar sind. Eine Sensibilisierung dieser Fasern kann CP nicht alleine erklären. Wir vermuten, dass auch mechano- und Hitze-sensitive, Histamin-insensible C-Fasern (CMH-Fasern) an der peripheren Sensibilisierung beteiligt sind, die durch Cowhage aktiviert werden können. Cowhage ist eine Proteinase der „Juckbohne“ Mucuna pruriens. Das Cowhage-Model soll bei Patienten mit verschiedenen Formen von CP wie atopischer Dermatitis, brachioradialem Pruritus und Prurigo nodularis einsetzten werden. Es ist zu vermuten, dass Cowhage zu einer verstärkten Erregung der CMH-Fasern bei CP-Patienten, bei denen diese Fasern sensibilisiert sind, führt. Die sensibilisierten Fasern sollen anhand von neurophysiologischen Untersuchungen mittels quantitativer sensorischer Testung (QST) charakterisiert werden. In Untersuchungen zur endogenen Hemmung mittels diffuse noxious inhibitory control (DNIC) und diffuse pruritic inhibitory control (DPIC) soll eine Bedeutung inhibiotischer Phänomene bei CP untersucht werden. Anhand von Hautbiopsien sollen die Entzündungsmediatoren und Rezeptoren, die an der Sensibilisierung beteiligt sind, histologisch, immunhistochemisch und molekularbiologisch bestimmt werden. Das Projekt liefert damit dringend benötigte Erkenntnisse für die bislang unbekannte kutane Neurophysiologie von CP.

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