Beschreibung der Studie

Das Projekt untersuchte in der ersten Förderphase (2010-2013) Auswirkungen von Grübeln (Rumination) und achtsamer Selbstaufmerksamkeit auf Gefühle, Gedanken und stressbezogene hormonelle Aktivität (Kortisolausschüttung) im Alltag sowie Gehirnaktivität während negativer Stimmung, Grübeln, und achtsamer Selbstaufmerksamkeit mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (fMRT) bei depressiven Personen, die derzeit in Remission sind, sowie bei Gesunden. In der nun folgenden Förderphase (2013-2016) wird untersucht, inwieweit das dort beobachtete Alltagsgrübeln und die Gehirnaktivierungsmuster Vorhersagekraft für den längerfristigen Symptomverlauf der Patienten haben. Dazu werden die Patienten aus der ersten Projektphase nach 3 Jahren nochmals kontaktiert und es werden depressive Symptomatik, Grübeltendenz sowie der Krankheitsverlauf in den zurückliegenden drei Jahren nach Erstuntersuchungen mit Hilfe von Interviews und Fragebögen erfasst. Wir erwarten, dass (während der ersten Förderphase erhobenes) höheres Grübeln, schlechtere Befindlichkeit im Alltag und eine eingeschränkte Kortisolreaktion auf Alltagserleben sowie bestimmte Gehirnaktivierungsmuster während negativer Stimmung und unter Rumination (fMRT) einen schlechteren Verlauf von depressiven Symptomen und Grübeltendenz vorhersagen und mit einem höheren Rückfallrisiko verbunden sind. In einer weiteren Teilstudie überprüfen wir Auswirkungen eines vierwöchigen achtsamkeitsbasierten Aufmerksamkeitstrainings (n=35) gegenüber einer aktiven Kontrollbedingung (Progressive Muskelentspannung, n=35) auf die Veränderung von Gehirnaktivierungen unter negativer Stimmung und Grübeln (fMRT), auf spontanes Grübeln, Gefühle und Kortisolaktivität im Alltag, Achtsamkeitsneigung, sowie auf Besonderheiten des autobiographischen Gedächtnisses (Teilbereich des Langzeitgedächtnisses, in dem Erinnerungen an Erlebnisse mit starkem Selbstbezug gespeichert sind) in einer neuen Stichprobe remittiert Depressiver. Wir erwarten, dass das Achtsamkeitstraining eine stärkere Verminderung spezifischer Gehirnaktivierungsmuster, eine deutlichere Verbesserung von Alltagsgrübeln, eine genauere Wiedergabe autobiographischer Gedächtnissinhalte und eine stärkere Erhöhung der Achtsamkeitsneigung bewirkt.

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Studiendetails

Studienziel Alltagsrumination gemessen mit ambulantem Assessment (Abfragen an jeweils 4 Messtagen direkt vor und nach der Intervention, pro Messtag 8 Abfragen, pseudorandomisierte Messzeitpunkte)
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

Ausschlusskriterien

  • bipolare und psychotische Erkrankungen, Substanzabhängigkeit, Zwangsstörung, PTSD, Essstörungen

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

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Häufig gestellte Fragen

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Das Projekt untersuchte in der 1. Förderphase (2010-2013) funktionelle Konnektivität unter und neuronale Korrelate von induzierten Aufmerksamkeitsfoki (Rumination, Achtsamkeit) mit fMRT und Auswirkungen spontaner und induzierter Aufmerksamkeitsfoki auf emotionale, kognitive und endokrinologische Prozesse im Alltag bei remittiert depressiven Patienten (≥2 Episoden) und Kontrollen. Die Ergebnisse beider Messebenen (fMRT, Ambulantes Assessment) werden zusammengeführt und ihr Prädiktionswert für den Symptomverlauf wird untersucht. Durch die Integration beider Forschungszugänge verfolgt unser Projekt einen bis dato völlig neuen Ansatz im Bereich der Ruminationsforschung. In der 2. Förderphase (2013-2016) möchten wir die bislang identifizierten AA- und fMRT-basierten Prädiktoren hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für den längerfristigen Symptomverlauf der Patienten untersuchen und Interventionseffekte eines achtsamkeitsbasierten Aufmerksamkeitstrainings auf neuronale und alltagsbezogene Parameter an einer neuen Patientenstichprobe überprüfen. Teilstudie 1 intendiert ein abschließendes Drei-Jahres-Follow-Up der in Studienphase 1 untersuchten remittiert Depressiven (n=60). Dies erlaubt, prädiktive Effekte der im AA und fMRT identifizierten depressionstypischen Auffälligkeiten über einen ausreichenden Zeitraum zu untersuchen, um damit auch deren Funktion als Rückfallprädiktoren identifizieren zu können. Wir nehmen an, dass höhere Alltagsrumination, schlechtere Alltagsstimmung und eingeschränkte Cortisolreagibilität gegenüber subjektivem Erleben mit schlechterem Symptomverlauf assoziiert sind. Zudem erwarten wir, dass die bei den Patienten identifizierte verstärkte funktionelle Konnektivität innerhalb des Default Mode Netzwerks (DMN) einen ungünstigeren Symptomverlauf vorhersagt, und dass der Zusammenhang zwischen Grad der funktionellen Konnektivität und Symptomverlauf durch das Ausmaß der Alltagsrumination mediiert wird. Teilstudie 2 möchte im Rahmen einer randomisierten experimentellen Interventionsstudie an einer neuen Stichprobe remittiert Depressiver Effekte eines vierwöchigen achtsamkeitsbasierten Aufmerksamkeitstrainings (n=35) gegenüber einer aktiven Kontrollbedingung (Progressive Muskelentspannung, n=35) auf die Veränderung funktioneller Konnektivität des DMN unter negativer Stimmungsinduktion und Rumination (fMRT), auf Rumination, emotionale Prozesse und Cortisolaktivität im Alltag sowie auf die Spezifität des autobiographischen Gedächtnisses und habituelle Achtsamkeit untersuchen. Wir erwarten, dass das Achtsamkeitstraining eine stärkere Verminderung der funktionellen Konnektivität des DMN, eine deutlichere Reduktion von Alltagsrumination, eine stärkere Spezifität des autobiographischen Gedächtnisses und eine stärkere Erhöhung habitueller Achtsamkeit bewirkt. Schließlich erwarten wir, dass der Effekt der Intervention auf die Reduktion der funktionellen Konnektivität im DMN durch die Verminderung von Grübelprozessen im Alltag mediiert wird.

Quelle

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