Beschreibung der Studie

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung geht mit einer starken Beeinträchtigung des sozialen und beruflichen Funktionsniveaus einher. Langzeitstudien zum Verlauf von Borderline-Persönlichkeitsstörungen zeigen, dass sich die Störung mit den Jahren verändert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass verschiedene Faktoren, wie Missbrauchserfahrungen in der Kindheit sowie zusätzliche psychische Erkrankungen, wie Substanzabhängigkeiten, eine posttraumatische Belastungsstörung aber auch Angst- und Essstörungen, zur Chronifizierung der Störung beitragen. Viele der Betroffenen erfüllen nach einigen Jahren nicht mehr die Kriterien für die Borderline-Diagnose. Die meisten erleben allerdings nach wie vor große Einschränkungen im Alltag, z.B. in Beziehungen und im Berufsleben. Unklar ist bisher, wie diese Diskrepanz zwischen Symptomverbesserung und Beeinträchtigungen in der Lebensqualität erklärt werden kann. Wie Betroffene ihre Lebensqualität im Langzeitverlauf selbst einschätzen und was diese beeinflusst, wurde bisher kaum untersucht. Eine Studie zum Thema Genesung ergab, dass es für Betroffene wichtig ist, Selbstvertrauen zu erlangen, Kontrolle über negative Gedanken und Gefühle zu bekommen, Beziehungen zu verbessern, berufliche Erfolge zu haben und eine Symptomverbesserung insbesondere des selbstverletzenden Verhaltens zu erreichen. Diese Studie zeigt außerdem, dass aus Sicht der Betroffenen die Ziele bewährter Therapien oft von deren eigenen Zielen abweichen. In der geplanten Studie soll daher untersucht werden, inwieweit Patientinnen, die vor mehr als zehn Jahren an einer Therapiestudie teilgenommen haben, auch aktuell noch unter der Borderline-Symptomatik leiden. Außerdem soll erfragt werden, was Betroffene subjektiv unter Genesung verstehen sowie was auf dem Weg zur Genesung förderlich und was hinderlich war. Darüber hinaus wird die aktuelle Lebensqualität der Befragten erfasst und erfragt, inwieweit die Lebensqualität durch Krankheitssymptome oder deren Folgen beeinträchtigt ist. Mit Hilfe von Fragebögen sollen relevante Teilbereiche von Genesung erfasst werden.

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Studiendetails

Studienziel Der Primäre Endpunkt ist die Ausprägung der Borderline-Kriterien, die mithilfe des SKID-I sowie der BSL-23 erfasst wird, sowie die Ausprägung der Lebensqualität, die über den WHO QOL-BREF, EQ-5D (Rabin & de Charro, 2000), Satisfaction with Life Scale (SWLS, Diener, 1985) und Short Form 36 Health Survey Questionnaire (SF36, Bullinger, I. Kirchberger, 1995) erfasst wird.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Klinik für Psychosomatik und psychotherapeutische Medizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilnehmer einer früheren Therapiestudie (DBT) in Freiburg

Ausschlusskriterien

  • Akute Intoxikation, psychotische Phase, schwere depressive Phase oder manische Phase, kein fließendes Deutsch

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Persönlichkeitsstörung und Verhaltensstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Langzeitverlaufsstudien zur Borderline-Persönlichkeitsstörung finden hohe Remissionsraten, aber nur etwa die Hälfte der untersuchten Patienten erreicht eine Genesung, die mit dem allgemeinen Funktionsniveau von Gesunden vergleichbar ist. Bisher identifizierte Einflussfaktoren auf den Verlauf der Borderlinestörung sind Missbrauchserfahrungen in der Kindheit, komorbide Achse-I Störungen wie Substanzabhängigkeiten, Posttraumatische Belastungsstörungen, Angst- und Ess-Störungen, affektive Störungen sowie komorbide Achse-II-Störungen. Größtenteils unklar ist bisher, warum viele der Betroffenen zwar eine Remission im Hinblick auf die Borderline-Symptomatik erreichen, aber auch nach mehr als 10 Jahren noch unter erheblichen Einschränkungen des allgemeinen Funktionsniveaus leiden. Studien zur Untersuchung der Lebensqualität im Langzeitverlauf bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen und Einflussfaktoren hierauf gibt es bisher wenig. Eine qualitative Studie, die das subjektive Verständnis von Genesung bei Borderline-Patienten untersuchte, fand fünf Bereiche, die für Betroffene wichtig waren: 1) Selbstvertrauen, 2) Kontrolle über Gefühle und Gedanken 3) gute soziale Beziehungen, 4) berufliche Erfolge und 5) verbesserter Umgang mit Symptomen. Ziel der geplanten Studie ist es, diese Ergebnisse für Deutschland zu replizieren. Darüber hinaus soll der Zusammenhang zwischen subjektiver Lebensqualität bzw. der Lebenszufriedenheit und Genesung bzw. Remission untersucht werden. Relevante Einfluss- und Outcomevariablen werden sowohl qualitativ als auch quantitativ erhoben. Es sollen so Hypothesen darüber generiert werden, was remittierte von chronischen Borderline-Patienten unterscheidet und was Patienten ausmacht, die nach mehr als 10 Jahren zusätzlich zu einer Symptomremission ein gutes allgemeines Funktionsniveau erreichen. Salutogene und pathogene Einflussfaktoren auf den Verlauf der Störung, die die Betroffenen bedeutsam finden, sollen identifiziert werden. Teilnehmer einer früheren Studie, bei denen vor 10 bis 15 Jahren die Borderline-Persönlichkeitsstörung mit Hilfe standardisierter Verfahren diagnostiziert wurde, sollen dazu mithilfe qualitativer Interviews erneut befragt werden.

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