Beschreibung der Studie

Studien legen nahe, dass die meisten adipösen Erwachsenen, die an einer Gewichtsreduktionsbehandlung teilgenommen haben, ihr reduziertes Gewicht nicht langfristig erhalten können. Obwohl viele adipöse Menschen Probleme im sozialen Umfeld erleben (z.B. Stigmatisierung, negative soziale Interaktionen, sozialer Rückzug) und diese die Aufrechterhaltung eines gesunden Lebensstils erschweren, der für eine langfristige Erhaltung des reduzierten Gewichts notwendig ist, werden diese dennoch selten in bestehenden Erhaltungstherapien thematisiert. Für adipöse Kinder nach konservativer Gewichtsreduktion wurde eine Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks (SFM, Social Facilitation Maintenance) entwickelt, die unterstützende soziale Beziehungen fördert und versucht, den Langzeiterfolg der Gewichtsreduktion zu maximieren. Diese Erhaltungstherapie führte bei 7- bis 12-jährigen adipösen Kindern zwei Jahre nach Therapieende zu einer signifikant besseren Gewichtserhaltung als bei der unbehandelten Kontrollgruppe. Befunde zur Wirksamkeit einer derartigen Erhaltungstherapie bei adipösen Erwachsenen liegen jedoch nicht vor. Im Rahmen dieser Pilotstudie soll die Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen, die an einer konservativen Gewichtsreduktionsbehandlung teilgenommen haben, untersucht werden. Dabei dient die übliche Erhaltungstherapie am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen als vergleichende Untersuchungsbedingung. Die Behandlungsdauer erstreckt sich sowohl für die übliche als auch für die Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks über einen Zeitraum von vier Monaten. Die Zuteilung zu der jeweiligen Behandlungsform erfolgt zufällig. Bei allen Patienten werden das Körpergewicht und psychosoziale Merkmale zu den Messzeitpunkten vor Behandlungsbeginn, zum Behandlungsende sowie sechs, zwölf und 24 Monate nach Behandlungsende erhoben. In Rahmen einer zusätzlichen Studie findet bei allen Patienten vor Behandlungsbeginn sowie nach Behandlungsende eine Blutentnahme und Fragebogenerhebung zur Bestimmung von begleitenden physiologischen Veränderungen, z. B. im Immunsystem statt. Die Verlängerung der Studiendauer pro Patient wurde mit Amendment 01 am 06.11.2013 positiv bewertet. Die Ändernug des Studienakronyms wurde der EK im November 2015 mitgeteilt.

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Studiendetails

Studienziel Gewichtszunahme (kg) zum Zeitpunkt sechs Monate nach Behandlungsende (T2) relativ zum Zeitpunkt vor Behandungsbeginn (T0)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 72
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter ≥ 18 Jahre
  • 25 kg/m2 ≤ BMI ≤ 45 kg/m2
  • Teilnahme an der konservativen Gewichtsreduktionsbehandlung am IFB AdipositasErkrankungen von mind. 50%
  • Ausreichende Deutschkenntnisse

Ausschlusskriterien

  • Akute somatische Komplikationen (z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen)
  • Akute psychiatrische Komorbidität (z.B. psychotische Störungen, Suizidalität)
  • Bariatrischer Eingriff
  • Einnahme von gewichtsbeeinflussenden Medikamenten (z.B. Antipsychotika)
  • Gegenwärtige Psychotherapie
  • Gegenwärtige Schwangerschaft oder Stillzeit

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Metaanalysen legen nahe, dass die meisten Erwachsenen, die an einer Gewichtsreduktionsbehandlung teilgenommen haben, ihr reduziertes Gewicht nicht langfristig erhalten können. Obwohl viele übergewichtige Menschen Probleme im sozialen Umfeld erleben (z.B. Stigmatisierung, negative interpersonelle Interaktionen, sozialer Rückzug) und diese die Aufrechterhaltung eines gesunden Lebensstils erschweren, der für eine langfristige Erhaltung des reduzierten Gewichts notwendig ist, werden diese dennoch selten in bestehenden Erhaltungstherapien thematisiert. Für adipöse Kinder wurde eine Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks entwickelt, die unterstützende soziale Beziehungen fördert und versucht, den Langzeiterfolg der Gewichtsreduktion zu maximieren. Diese Erhaltungstherapie führte bei 7- bis 12-jährigen adipösen Kindern zwei Jahre nach Therapieende zu einer signifikant besseren Gewichtserhaltung als bei der Kontrollgruppe ohne Behandlung. Befunde zur Wirksamkeit einer derartigen Erhaltungstherapie bei Erwachsenen liegen jedoch nicht vor. Da es in Deutschland an evaluierten Erhaltungstherapien nach Gewichtsreduktion mangelt, soll im Rahmen dieser randomisiert-kontrollierten Machbarkeitsstudie die Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks bei übergewichtigen und adipösen Erwachsenen, die an einer konservativen Gewichtsreduktionsbehandlung teilgenommen haben, untersucht werden. Dabei dient die übliche Erhaltungstherapie am IFB AdipositasErkrankungen als vergleichende Untersuchungsbedingung. Darüber hinaus sollen im Rahmen einer zusätzlichen Studie physiologische Korrelate der Verhaltensänderungen näher beleuchtet werden. Beispielsweise wird die Veränderung des Plasmalevels pro-inflammatorischer Zytokine längsschnittlich als möglicher Biomarker der Gewichtserhaltung erfasst (Prof. Himmerich). Die Behandlung erstreckt sich sowohl für die Erhaltungstherapie durch Stärkung des sozialen Netzwerks als auch für die übliche Erhaltungstherapie über einen Zeitraum von vier Monaten. Die Zuteilung zum jeweiligen Behandlungsarm erfolgt randomisiert. Bei allen Patienten werden anthropometrische und psychosoziale Indikatoren zu den Messzeitpunkten vor Behandlungsbeginn T0, zum Behandlungsende T1, sechs Monate nach Behandlungsende T2, zwölf Monate nach Behandlungsende T3 sowie 24 Monate nach Behandlungsende T4 erhoben. Zur Bestimmung physiologischer Parameter findet überdies im Rahmen einer zusätzlichen Studie bei allen Patienten eine Blutentnahme zu T0 sowie T1 statt (Prof. Himmerich). Insgesamt sollen 72 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Die Studienpatienten müssen volljährig sein, einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25.0 kg/m2 und 45.0 kg/m2 aufweisen, an wenigstens 50% der Sitzungen zur konservativen Gewichtsreduktionsbehandlung am IFB AdipositasErkrankungen teilgenommen haben und ausreichende Deutschkenntnisse aufweisen. An der Studie dürfen keine Patienten teilnehmen, die akute somatische Komplikationen (z.B. kardiovaskuläre Erkrankungen), akute psychische Komorbidität (z.B. psychotische Störungen, Suizidalität) oder aktuell oder in der Vorgeschichte einen bariatrischen Eingriff aufweisen, die gewichtsbeeinflussende Medikamente einnehmen, sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden und gegenwärtig schwanger sind bzw. stillen.

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