Beschreibung der Studie

Patienten mit Gefäßentzündungen (z.B. Wegener-Granulomatose, Polyarteriitis nodosa, mikroskopische Polyangiitis, Arteriitis temporalis und Polymyalgia rheumatica) haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall), welches nicht alleine in klassischen Risikofaktoren, wie arterieller Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen, Diabetes mellitus, etc. begründet liegt. Die Störung der Gefäßfunktion als wesentlicher Schritt in der Entstehung der Arteriosklerose wird bei rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen zusätzlich vermutlich durch die chronische Entzündungsreaktion beeinflusst, die im Falle der Gefäßentzündungen durch eine Immunreaktion an der Gefäßwand ausgelöst und erhalten wird. Die übliche Bewertung des kardiovaskulären Risikos auf Basis klassischer Risikofaktoren an Hand von Scoring-Systemen (10 Jahres-Risiko) bildet daher bei diesen Patienten nicht das tatsächliche Risiko ab, wodurch die Einstufung und Behandlung dieser Patientengruppe erheblich erschwert wird. Ziel der Studie ist es, apparative Verfahren und serologische Marker zur Quantifizierung der Gefäßfunktion von Patienten mit primären Gefäßentzündungen zu untersuchen. Patienten mit ausgewählten Gefäßentzündungen sollen mit drei apparativen Messmethoden untersucht werden: Einer dynamischen Untersuchung der Gefäße des Augenhintergrunds, einer Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern sowie einer Messung der Gefäßfunktion und der Durchblutung am Finger. Die Ergebnisse sollen untereinander sowie mit den vorliegenden Werten der Allgemeinpopulation verglichen und zudem mit der Krankheitsaktivität, dem Krankheitsverlauf und der der Konzentration von Endzündungsmarkern im Blut in Beziehung gesetzt werden. Außerdem soll eine Blutprobe der Patienten auf potentielle Markerproteine der Gefäßfunktion untersucht werden, indem die Korrelation zwischen ihrer Blutserumkonzentration einerseits und der Krankheitsaktivität und den apparativen Messwerten der Gefäßfunktion andererseits untersucht wird. Wir erhoffen uns dadurch langfristig dazu beitragen zu können, die Bewertung der Endothelfunktion und des kardiovaskulären Risikos für diese Patientengruppe verbessern zu können.

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Studiendetails

Studienziel 1) RVA Messung mit Flickerlicht am rechten Auge nach lokaler Applikation von Tropicamid 1%. Baseline-Messung (RVA-bI1-I und RVA-bI1-II) der Gefäßdurchmesser des Augenhintergrunds für 50 Sekunden und Messung 80 Sekunden nach Applikation von 20 Sekunden Flickerlicht. Der Untersuchungszyklus wird dreimal durchlaufen (RVA-bl2-I, RVA-bl2-II; RVA-bI3-I, RVA-bI3-II). ; 2) PAT Messung in Ruhe (PAT-bl1-I und PAT-bl1-II) und nach 5 minütiger Unterbrechung der arteriellen Durchblutung im Bereich der A. brachialis (Messung PAT-bI2-I und PAT-bI2-II).; 3) Laser-Doppler-Messung in Ruhe (LD-bl1-I und LD-bl1-II) und nach 5 minütiger Unterbrechung der arteriellen Durchblutung im Bereich der A. brachialis (Messung LD-bI2-I und LD-bI2-II).; 4) Sonographische Messung der Dicke der Intima Media der Gefäßwand der A. carotis communis.(IMM-I);
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Jena

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten des Funktionsbereichs Rheumatologie, Alter mindestens 18 Jahre, vorliegen einer Großgefäßvaskulitis (Riesenzellarteriitis) oder einer ANCA-assoziierten Kleingefäßvaskulitis (Wegener-Granulomatose, Churg-Strauss-Syndrom, Mikroskopische Polyangiitis), unabhängig von der Erkrankungsaktivität. Vorhandensein einer schriftlichen Einverständniserklärung zur Teilnahme an der wissenschaftlichen Untersuchung

Ausschlusskriterien

  • Patienten mit anderen chronisch entzündlich-rheumatischen Erkrankungen oder anderen systemischen Autoimmunerkrankungen;
  • Glaukomerkrankung bzw. bekannt erhöhter Augeninnendruck;
  • Manifeste koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusserkrankung, zerebrale arterielle Erkrankung;
  • Nephropathie mit einem Stadium 4 bis 5 der chronischen Niereninsuffizienz;
  • Diabetes mellitus;
  • Patienten mit instabil eingestellter Epilepsie in der Anamnese;
  • Schwangerschaft / Stillzeit;

Adressen und Kontakt

Klinik für Innere Medizin 3; Rheumatologie; Universitätsklinikum Jena, Jena

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Häufig gestellte Fragen

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Patienten mit primären Vaskulititden (z.B. Wegener-Granulomatose, Polyarteriitis nodosa, mikroskopische Polyangiitis, Arteriitis temporalis und Polymyalgia rheumatica) haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, welches nicht alleine in klassischen Risikofaktoren, wie arterieller Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen, Diabetes mellitus, etc. begründet liegt. Die Endotheliale Dysfunktion als wesentlicher Schritt in der Pathogenese der Arteriosklerose wird bei rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen zusätzlich vermutlich durch die chronische Entzündungsreaktion beeinflusst, die im Falle der Vaskulitiden durch eine Immunreaktion am Gefäßendothel ausgelöst und erhalten wird. Die übliche Bewertung des kardiovaskulären Risikos auf Basis klassischer Risikofaktoren an Hand von Scoring-Systemen (10 Jahres-Risiko) bildet daher bei diesen Patienten nicht das tatsächliche Risiko ab, wodurch die Einstufung und Behandlung dieser Patientengruppe erheblich erschwert wird. Ziel der Studie ist es, apparative Verfahren und serologische Marker zur Quantifizierung der Endothelfunktion von Patienten mit primären Vaskulitiden zu untersuchen. Patienten mit Großgefäßvaskulitiden (Riesenzellarteriitis) oder ANCA-assoziierte Kleingefäßvaskulitiden (Wegener-Granulomatose, Churg-Strauss-Syndrom, Mikroskopische Polyangiitis) sollen mit vier apparativen Messmethoden untersucht werden: Einer dynamischen Augenhintergrunduntersuchung mit dem Digital Vessel Analyser (DVA), einer sonographischen Vermessung der Intima-Media-Dicke (IMT) der A. carotis communis, einer Tonometriemessung am Finger (EndoPAT) und einer Durchblutungsmessung am Finger mit Hilfe eines Laserdopplers. Die Ergebnisse sollen untereinander sowie mit den vorliegenden Werten der Allgemeinpopulation verglichen und zudem mit der Krankheitsaktivität, dem Krankheitsverlauf und der der Serumkonzentration von Endzündungsmarkern in Beziehung gesetzt werden. Außerdem soll eine Blutprobe der Patienten auf potentielle, serologische Markerproteine der Endothelfunktion untersucht werden, indem die Korrelation zwischen ihrer Serumkonzentration einerseits und der Krankheitsaktivität und den apparativen Messwerten der Endothelfunktion andererseits untersucht wird. Wir erhoffen uns dadurch langfristig dazu beitragen zu können, die Bewertung der Endothelfunktion und des kardiovaskulären Risikos für diese Patientengruppe verbessern zu können.

Quelle

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