Beschreibung der Studie

Das vorliegende Forschungsvorhaben vereint Grundlagenforschung und therapeutisch-klinische Forschung, indem zwei verschiedene adjuvante Sport-Therapien hinsichtlich Neurobiologie und Neurokognition sowie Durchführbarkeit und klinischer Effekte untersucht werden. Nicht-medikamentöse Behandlungsalternativen sind bei depressiver Erkrankung im Jugend- und Kinderbereich in Anbetracht der Nebenwirkungen medikamentöser Behandlung sowie deren beschränkter Wirksamkeit von besonderer Wichtigkeit. Gerade Sport, der richtig praktiziert sowohl auf somatischer als auch auf psychologischer Ebene vielfältige positive Effekte aufweist, wäre eine kostengünstige und praktikable Alternative zur Medikation. In einer longitudinalen Durchführbarkeits- und Machbarkeitsstudie sollen die Auswirkungen von Fahrradergometer-Training versus Vibrationsplattentraining bei der Behandlung Jugendlicher mit einer depressiven Störung (Alter: 14-18 Jahre) analysiert werden. Höchst innovativ und nach dem aktuellen Stand der Literatur noch nie untersucht, sind die Effekte von Vibrationsplatten-Training. Diese Trainingsform, die vielfältig im Bereich der Neuropädiatrie angewandt wird, aber auch zunehmend als sogenannte „Power-Plate“ Eingang in gängige Fitness-Studios erfährt, bringt den Vorteil der einfacheren Zugänglichkeit durch weniger subjektiv erlebte Anstrengung und kürzere Trainingszeiten für äquivalente Trainingseffekte. Als Studienziele sollen die klinisch messbaren emotionalen, neurokognitiven sowie hirnmorphologischen Effekte des körperlichen Trainings bei den Jugendlichen gemessen werden. Zusätzlich untersuchen wir die humoralen Mechanismen, die der klinischen Besserung zugrunde liegen könnten, als weitere sekundäre Endpunkte. Die Probanden (N=36) werden aus den stationär behandelten Patientenkollektiven ohne Geschlechtspräferenz rekrutiert und den Interventionsgruppen randomisiert zugeteilt. Die Jugendlichen, die eine Teilnahme ablehnen, werden als Kontrollgruppe „treatment as usual“ rekrutiert. Die klinischen Effekte auf die Ausprägung des Depressionsgrades werden mit dem „Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche, DIKJ“ erhoben. Die Veränderungen der neurokognitiven Parameter mit ausgewählten Subtests aus der CANTAB®-Testbatterie (Cambridge Neuropsychological Test Automated Battery) gemessen. Die morphologischen Auswirkungen auf den Hippocampus und andere Hirnregionen werden mittels VGM (Voxel Guided Morphometry) von nativen MRI-Aufnahmen untersucht. Die Jugendlichen trainieren an 3-5 Tagen pro Woche. Die Beobachtung endet 8 Wochen nach Absetzen der 6 Wochen dauernden Trainingseinheiten, der Beobachtungszeitraum umfasst somit 14 Wochen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Körperliche Aktivität verbessert depressive Symptome bei Jugendlichen, gemessen an einer signifikanten Abnahme der DIKJ-Werte (Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche) (Rohwerte) unter einen T-Wert von 60 (Prozentrang 86,2). Das anaerobe Vibrationsplattentraining ist dem aeroben Ausdauersport (Fahrradergometertraining) in der Abnahme der DIKJ-Rohwerte gleichwertig oder überlegen. Messpunkte: Ausgangsmessung (t0), nach 6 Wochen Intervention (t1), nach 8 Wochen Nachbeobachtung (t2).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 36
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Marga und Walter Boll-Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Die Probanden werden aus dem Patientenkollektiv der Jugendstationen 1-4 der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie rekrutiert. Die Patienten sollen zwischen 14 und 18 Jahre alt sein, das Geschlecht ist unerheblich (Einschlusskriterium). Die Sporttauglichkeit muss nach den aktuellen sportärztlichen Leitlinien gewährleistet sein. Es muss eine normwertige Intelligenz vorliegen (IQ>70), entweder als Vortestung, die nicht länger als zwei Jahre zurückliegt oder als aktuelle Testung (per HAWIK-IV). Bei allen Probanden muss eine depressive Störung gemäß DSM IV- und ICD-10 Kriterien diagnostiziert sein. Das Vorliegen der depressiven Symptomatik wird im ersten Screening-Termin per Kinder-DIPS in Kombination mit dem klinischen Urteil eines Arztes geprüft. Die Probanden müssen einen Baseline-Score im DIKJ von 18 Rohpunkten erreichen.

Ausschlusskriterien

  • Es dürfen psychiatrische Komorbiditäten vorliegen, ausgenommen sind jedoch Erkrankungen aus dem psychotischen Formenkreis sowie schwere Persönlichkeitsstörungen vom Borderline Typus. Ebenfalls sind ausgeschlossen Patienten mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, einer psychotischen Erkrankung in der Anamnese und/oder von aktuellem Substanzmissbrauch. An Ausschlusskriterien werden weiterhin folgende Parameter gesetzt: BMI<16 kg/qm, Erkrankungen, die die Sporttauglichkeit und die Benutzbarkeit der Sport-Geräte (Fahrradergometer, Vibrationsplatten) einschränken, maligne Erkrankungen, Dauer-Medikation mit Medikamenten, die psychotrope Effekte haben (Antikonvulsiva, Steroide, Methylphenidat, Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, Mood-Stabilizer), Morbus Addison, unbehandelte Hypothyreose.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Depression-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Das vorliegende Forschungsvorhaben vereint Grundlagenforschung und therapeutisch-klinische Forschung, indem zwei verschiedene adjuvante Sport-Therapien hinsichtlich klinischer Effekte, Neurobiologie und Neurokognition sowie Durchführbarkeit untersucht werden. In einer longitudinalen Durchführbarkeits- und Machbarkeitsstudie werden die Auswirkungen von Fahrradergometer-Training versus Vibrationsplattentraining bei der Behandlung Jugendlicher mit einer depressiven Störung (Alter: 14-18 Jahre) analysiert. Nach dem aktuellen Stand der Literatur noch nie untersucht, sind hierbei die Effekte von Vibrationsplatten-Training („Whole Body Vibration“). Als Studienziele werden die klinisch messbaren emotionalen, neurokognitiven sowie hirnmorphologischen Effekte des körperlichen Trainings bei den Jugendlichen gemessen. Zusätzlich werden die humoralen Mechanismen, die der klinischen Besserung zugrunde liegen könnten, als weitere sekundäre Endpunkte untersucht (IL-6, TNF-alpha, IGF-1, BDNF). Die Probanden (N=36) werden aus den stationär behandelten Patientenkollektiven ohne Geschlechtspräferenz rekrutiert und den Interventionsgruppen randomisiert zugeteilt. Die Jugendlichen, die eine Teilnahme ablehnen, werden als Kontrollgruppe „treatment as usual“ rekrutiert. Die klinischen Effekte auf die Ausprägung des Depressionsgrades werden mit dem „Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche, DIKJ“ erhoben. Die Veränderungen der neurokognitiven Parameter mit ausgewählten Subtests aus der CANTAB®-Testbatterie (Cambridge Neuropsychological Test Automated Battery) gemessen. Die morphologischen Auswirkungen auf den Hippocampus und andere Hirnregionen werden mittels VGM (Voxel Guided Morphometry) von nativen MRI-Aufnahmen untersucht. Die Jugendlichen trainieren an 3-5 Tagen pro Woche. Die Beobachtung endet 8 Wochen nach Absetzen der 6 Wochen dauernden Trainingseinheiten, der Beobachtungszeitraum umfasst somit 14 Wochen. Als zusätzliche Parameter werden untersucht: Motivatoren und Hemmnisse in Bezug auf Sport, Zusammenhänge körperliche Fitness und Ausprägungsgrad der Depression, sportmedizinischer Vergleich Ergometer-Training versus Vibrationsplattentraining.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: