Beschreibung der Studie

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Depressive Erkrankungen kommen in leichten, mittelgradigen und schweren Verlaufsformen vor und können einmalig, aber auch wiederkehrend (rezidivierend) auftreten. Bei der Behandlung von Patienten mit depressiven Erkrankungen spielt die hausärztliche Versorgung eine zentrale Rolle. Viele Untersuchungen konnten zeigen, dass der Hausarzt bei Depressionen in der Allgemeinbevölkerung als erster Ansprechpartner gilt. So konsultieren etwa zwei Drittel der Patienten mit depressiven Erkrankungen aufgrund ihrer psychischen Belastungen ihren Hausarzt. In diesem Projekt soll die Wirksamkeit eines internetbasierten verhaltenstherapeutisch orientierten Selbsthilfeprogramms (MoodGym) für Hausarztpatienten mit leichter bis hin zu mittelschwerer depressiver Symptomatik untersucht werden. Es wird geprüft, ob das Selbsthilfeprogramm zur Verminderung depressiver Symptome beiträgt, ob ein solches Programm von den Patienten gut angenommen wird und ob sich seine Nutzung als kosteneffketiv erweist. Das internetbasierte Selbsthilfeprogramm MoodGYM wurde von Wissenschaftlern des Centre for Mental Health Research der Australian National University in Zusammenarbeit mit Gesundheitsexperten, Web- und Grafik-Designern und Softwareingenieuren entwickelt. Das englischsprachige Programm ist bereits seit 2004 kostenfrei zugänglich und zählt bereits über 600.000 registrierte Nutzer weltweit. Das englischsprachige Programm, dessen Wirksamkeit, Nutzerakzeptanz und Kosteneffektivität im australischen Sprachraum bereits wissenschaftlich belegt ist, wurde für die vorliegende Studie in die deutsche Sprache übersetzt. In der vorliegenden Studie sollen Patienten mit leichter bis mittelgradiger depressiver Symptomatik in Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen in Sachsen und Thüringen rekrutiert werde. Die teilnehmenden Hausarztpraxen werden dabei mittels Zufallsauswahl einer Interventionsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Die Patienten in der Kontrollgruppe erhalten weiterhin die hausärztliche Standardbehandlung und werden zu drei Messzeitpunkten (in der Hausarztpraxis, nach 6 Wochen und nach 6 Monaten) mittels Fragebogenerhebung zum Verlauf ihrer depressiven Symptomatik, zur Lebensqualität und zum Aktivitätenaufbau befragt. Auch die Patienten der Interventionsgruppe nehmen an derselben Fragebogenerhebung (in der Hausarztpraxis, nach 6 Wochen und nach 6 Monaten) teil, erhalten jedoch neben der hausärztlichen Standardbehandlung zusätzlich Zugang zum deutschsprachigen internetbasierten verhaltenstherapeutisch orientierten Selbsthilfeprogramm MoodGYM. Zur Überprüfung der Kosteneffektivität des Programms werden Abrechnungsdaten der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) nach entsprechender Einwilligung der Versicherten genutzt.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung der depressiven Symptomatik: schriftliche Fragebogenerhebung mittels BDI-II und PHQ-9 zu drei Messzeitpunkten (in der Hausarztpraxis, nach 6 Wochen, nach 6 Monaten)
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 632
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle AOK Bundesverband

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • AOKPlus versichert seit mindestens einem Jahr; Internetzugang und -nutzung; Deutsch als Muttersprache, Diagnosen: "neu aufgetretene Erst- oder Folgeepisode" einer leichten oder mittelgradigen Depression nach ICD-10: F32.0, F32.1 oder unter F33.0, F33.1; PHQ-9-Summenwerte zwischen 5 und 14 Punkten

Ausschlusskriterien

  • Schwere depressive Verstimmung ICD-10: F32.2, F32.3, F33.2, F33.3, anhaltende affektive Störung F34 (inbes. dauerhafte chronische depressive Verstimmung), bipolare affektive Störung F31, Schizophrenie und schizoaffektive Störungen F20-F29, Substanzabhängigkeit (außer Nikotin) F10 bis F16, F18, F19, Demenz und organische psychische Störungen F00-F09, aktuell in psychotherapeutischer Behandlung, vorliegende Suizidalität, Trauerreaktion, schwerwiegende somatische Erkrankung (z.B. finales Stadium einer Krebserkrankung)

Adressen und Kontakt

Praxis, Sachsen und Thüringen

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Das Ziel der vorliegende Studie ist die Implementierung und Evaluierung des internetbasierten verhaltenstherapeutisch orientierten Selbsthilfeprogramms MoodGYM für Menschen mit leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen im primärärztlichen Versorgungssetting. MoodGYM wurde von den Wissenschaftlern des Centre for Mental Health Research der Australian National University in Zusammenarbeit mit Gesundheitsexperten, Web- und Grafik-Designern und Softwareingenieuren entwickelt. MoodGYM ist ein computergestützes, interaktives und leicht verständliches Trainingsprogramm zur Vorbeugung und Verringerung von depressiven Symptomen. Es basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie, einer anerkannten und bewährten Behandlungsmethode für Depressionen. Das Programm behandelt Themen wie den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen, Beziehungsprobleme und Stressbewältigung und vermittelt Entspannungstechniken. Obwohl MoodGym verhaltenstherapeutische Elemente nutzt, ist diese Intervention keine Therapie, sondern als Selbstmanagementprogramm der Selbsthilfe zuzuordnen. Das englischsprachige Programm ist im australischen Sprachraum bereits hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Nutzerakzeptanz gut evaluiert. Nach einer Übersetzung des internetbasierten verhaltenstherapeutisch orientierten Selbsthilfeprogramms MoodGYM in die deutsche Sprache soll das Programm in der vorliegenden Studie hinsichtlich seiner Akzeptanz und Wirksamkeit für Menschen mit leichten und mittelschweren depressiven Störungen aber auch hinsichtlich seiner Kosteneffektivität aus der Perspektive der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland untersucht werden. Mittels clusterrandomisierten Studiendesign werden ca. 100 für die Studie rekrutierte Hausärzte in Sachsen und Thüringen zufällig einer Interventionsgruppe (IG) und einer Kontrollgruppe (KG) zugeteilt. Insgesamt sollen über die teilnehmenden Hausarztpraxen 632 Studienteilnehmer rekrutiert werden. Die Patienten, deren Hausarztpraxis der Kontrollgruppe angehört, erhalten die hausärztliche Standardbehandlung (TAU). Die Patienten, deren Hausarztpraxis der Interventionsgruppe angehört, erhalten neben der hausärztlichen Standardbehandlung (TAU) auch Zugang zum internetbasierten verhaltenstherapeutisch orientierten Selbsthilfeprogramm MoodGYM. Mittels schriftlicher Fragebogenerhebung wird die depressive Symptomatik (Beck’s Depressionsinventar BDI-II, PHQ-9), die psychische Komorbidität (PHQ-Modul Angst) sowie Lebensqualität (EQ-5D) als auch Aktivitätenaufbau zu 3 Messzeitpunkten erfasst (in der Hausarztpraxis, nach 6 Wochen, nach 6 Monaten). Zur gesundheitsökonomischen Evaluation werden Abrechnungsdaten (Routinedaten) genutzt, die durch die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) nach entsprechender Einwilligung der Versicherten kostensektorspezifisch für die einzelnen Patienten über das Wissenschaftlichen Institut der Allgemeinen Ortskrankenkasse (WIdO) zur Verfügung gestellt werden. Hier wird ein Langzeit-Follow-up mit 36 Monaten durchgeführt. Die im Zeitverlauf beobachteten Veränderungen der Ergebnisparameter und die Versorgungskosten zwischen IG und KG werden verglichen (Intention-to-treat-Ansatz und Per-Protokoll-Analyse). Primäre Zielgröße ist die Veränderung der depressiven Symptomatik (Summenwert des BDI-II und PHQ-9). Sekundäre Zielgrößen sind die Programmakzeptanz, Lebensqualität (EQ5-D), Aktivitätenaufbau sowie die direkten Krankheitskosten aus einer GKV-Perspektive sowie die inkrementelle Kosten-Nutzwert-Relation (Effektmaß: qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALYs) basierend auf EQ-5D Index).

Quelle

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