Beschreibung der Studie

Wenn sich die Brustschlagader (thorakale Aorta) erweitert oder wenn es zu einem Aortenaneurysma, einer sackartigen Ausstülpung der Aorta, kommt, kann dies zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen: einem teilweisen Einriss (Dissektion) oder einem Zerreißen (Ruptur) der Aorta. Umso dringlicher sind in der Herzmedizin innovative Diagnoseverfahren, ein solches Risiko des Einrisses thorakaler Aortenaneurysmen frühzeitig abzuschätzen, auch um besser entscheiden zu können, ob und wann ein operativer Eingriff notwendig wird. Eine Art körpereigenes „Warnsystem“ zur Erkennung und zuverlässigen Einschätzung dieses Komplikationsrisikos bei thorakalen Aortenaneurysmen ist das Ziel des Forschungsprojekts. Im Fokus stehen vier Protein-Gruppen, die für Auf- und Abbauprozesse im Gewebe und in Gefäßwandschichten oder bei der Gerinnungsaktivierung und im Endothel der Brustschlagader eine wichtige Rolle spielen. Zur Bestimmung der Proteine wird das Serum von 40 Patienten mit unterschiedlicher Ausprägung eines thorakalen Aortenaneurysmas (z. B. alle Arten des Marfan- oder Loeys-Dietz-Syndroms) untersucht und mit den Befunden einer fluss-sensitiven MRT-Untersuchung verglichen.

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Studiendetails

Studienziel Scherstress und Wandspannung innerhalb des Aortenaneurysma mittels fluss-sensitiver Magnetresonanztomographie im Verlauf vor der operativen Therapie
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Herzstiftung e.V.

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter 15-75 Jahre,
  • bikuspide oder trikuspide Aortenklappe,
  • nicht-syndromische Patienten,
  • alle Arten des Marfan-Syndrom oder des Loeys Dietz-Syndrom,
  • alle Stanford-Fazel Cluster der Aortopathie bei bikuspiden Aortenklappen,
  • alle Sievers Konfigurations-Typen der bikuspiden Aortenklappe,
  • Aneurysma der Aortenwurzel (nach Z-Score), der Aorta ascendens oder des Aortenbogens (4.5 cm),
  • Aneurysma-Ätiologien: degenerativ kalzifizierend, Syndrom-assoziiert

Ausschlusskriterien

  • Kind mit kongenitalem Klappen-Vitium oder Aneurysma unter 15 Jahre,
  • Alter über 75 Jahre,
  • andere Bindegewebserkrankungen ausser Marfan- oder Loeys-Dietz-Syndrom,
  • Typ A oder B Dissektion, akut oder chronisch,
  • Aneurysma der Aorta descendens,
  • aktives Malignom,
  • angeborene plasmatische Gerinnungs-Störungen,
  • angeborene oder erworbene Thrombozytenfunktionsstörung,
  • Zustand nach Aortenklappenersatz,
  • Zustand nach prothetischem thorakalem Aortenersatz,
  • Zustand nach thorakaler aortaler Stent-Einlage,
  • Aneurysma-Ätiologien: chronisch dissezierend, infektiös, luetisch, Aneurysma spurium,
  • Isoliertes Einzel-Sinus-Aneurysma

Adressen und Kontakt

Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Die Indikation zur chirurgischen Behandlung eines thorakalen Aortenaneurysmas wird heute weitgehend anhand morphometrischer Kriterien gestellt. Hierzu gehören unter anderem absoluter Durchmesser, indizierter angulierter Durchmesser, Z-Score und Grössenprogredienz. Neben Durchmessern und Wachstumsraten ist die mechanische Belastung der Aortenwand in Form von Wandspannung und Scherstress mit erhöhter Rupturgefahr verbunden. Diese mechanischen Parameter können mittels fluss-sensitiver MRT verlässlich global und lokal bestimmt werden. Gerade Patienten mit grenzwertiger Aneurysma-Morphologie würden von einem verlässlichen biologischen Indikator für eine erhöhte Komplikationsgefahr profitieren. Eine chirurgische Patientenselektion anhand verlässlicher biochemischer Parameter für die Virulenz und Gefährlichkeit eines thorakalen Aortenaneurysmas ist derzeit nicht möglich. Ein Serum-Marker, der mit der Rupturgefahr eines Aortenaneurysmas verknüpft ist, würde jedoch eine flächendeckende Risikoabschätzung vieler Patienten und eine bessere Risiko-orientierte Patientenselektion für den Aortenersatz ermöglichen. In der beantragten Studie wollen wir die Frage klären, ob eine Reihe beschriebener Aortenwand-assoziierter Proteine als mögliche Biomarker für eine hohe mechanische Wandbelastung in Aortenaneurysmen in Frage kommen. Es soll zunächst mit Hilfe von fluss-sensitivem MRT globale und lokale OSI (oszillatorischer Scherstress-Index), sowie aortale lokale Wandspannung bei Patienten mit thorakalen Aortenaneurysmen bestimmt werden. Im Anschluss soll eine Reihe von Aortenwand-assoziierten Proteinen im Serum dieser Patienten bestimmt und statistisch quantitativ mit den Befunden der MRT-Untersuchungen korreliert werden.

Quelle

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