Beschreibung der Studie

Die Vereinbarung von „Reha-Zielen“ zwischen Rehabilitanden und Behandlern zu Beginn der Rehabilitation gilt als Kern-Prozess der Rehabilitation. Eine konsequente Zielorientierung und Ausrichtung dieser an den vereinbarten Reha-Zielen wird im deutschen Reha-System immer wieder von verschiedener Seite gefordert. Neuesten (auch eigenen) Studien zufolge gibt es aber nach wie vor erhebliche Probleme in der Praxis der Zielvereinbarungen, so z.B. wenn es darum geht, Patienten aktiv in die für Zielvereinbarungen relevanten Prozesse einzubinden. Im Rahmen des Projekts „Arbeitsbuch Reha-Zielvereinbarung in der medizinischen Rehabilitation“ soll deshalb in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung Bund und einem Beirat, dem neben Vertretern aus der Verwaltung und der Forschung insbesondere Experten aus der Praxis sowie Betroffene (z.B. Patientenvertreter) angehören, ein praxisnahes Arbeitsbuch entwickelt werden, das Rehabilitationskliniken in der konkreten Umsetzung von Zielvereinbarungen unterstützt. Zu diesem Zweck werden a) neben einer umfassenden Literaturrecherche und b) einer schriftlichen Befragung der Beiratsmitglieder zu relevanten Themenbereichen c) eine bundesweite Bestandsaufnahme (1502 ambulante und stationäre Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation) zur derzeitigen Anwendungspraxis von Reha-Zielvereinbarungen sowie von Konzepten und Materialien, die in den Einrichtungen bereits zur Anwendung kommen, durchgeführt. Die Bestandserhebung ist dabei auf die Indikationsgebiete "Kardiologie", "Orthopädie", "Psychosomatik", "Neurologie", "Onkologie", "Stoffwechselerkrankungen", "Pneumologie" und "Dermatologie" beschränkt. Die Konzepte werden anhand definierter und mit dem Beirat abgestimmter Kriterien bewertet und bei positiver Bewertung in das zu entwickelnde Arbeitsbuch integriert. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Praktikabilität des Arbeitsbuches gelegt werden. Dies wird dadurch gewährleistet, dass das Arbeitsbuch von den Beirats-Mitgliedern nicht nur im Hinblick auf dessen Struktur und Inhalt, sondern in mehreren „Schleifen“ explizit im Hinblick auf seine Umsetzbarkeit und Anwendernähe bewertet wird. Abschließend wird das Arbeitsbuch in drei Rehabilitationskliniken getestet. Die danach ggf. erneut überarbeiteten Inhalte des Arbeitsbuches werden internetgerecht aufbereitet.

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Studiendetails

Studienziel Entwicklung und Manualisierung eines praxisnahen Arbeitsbuches zu "Reha-Zielvereinbarungen für chronische Erkrankungen in der medizinischen Rehabilitation.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1520
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Bund, Fachbereich Reha-Wissenschaften, Ref. 0421
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Stationäre oder ambulante Einrichtungen, die a) von der Deutschen Rentenversicherung Bund federführend belegt werden und b) die entsprechenden Indikationsgebiete behandeln.

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Im Gegensatz zu dem hohen Stellenwert, der dem Thema „Zielvereinbarungen in der medizinischen Rehabilitation“ als Bestandteil der Rehabilitationspraxis, als Gegenstand von Rehabilitationsforschung und Qualitätssicherung seit langem zukommt, existieren bisher relativ wenige empirische Studien und wenig Evidenz bezüglich der Wirksamkeit von Zielvereinbarungen im Kontext der medizinischen Rehabilitation. Insgesamt findet sich relativ wenig Literatur über die tatsächliche Ausgestaltung von Zielvereinbarungen in der Praxis. Die geschilderten Vorgehensweisen und Methoden beziehen sich häufig auf Forschungsprojekte und sind internationalen Arbeiten zufolge recht heterogen ausgestaltet. Zudem scheint wenig Konsens darüber zu bestehen, welche Ansätze, Methoden und Elemente zur Zielfestlegung am besten geeignet sind. In Bezug auf die Situation im deutschen Reha-System konstatiert Schliehe (2009) einen weitgehenden Konsens in Fachkreisen hinsichtlich der Notwendigkeit von Zielvereinbarungen bei gleichzeitig unterschiedlichen Ansichten über die Rolle und Bedeutung des Patienten dabei und über Strategien auf dem Weg zu effektiven Zielvereinbarungen. Im Hinblick auf die Patientenbeteiligung, als ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Zielvereinbarungen, finden Holliday et al. (2005) in Großbritannien in einem Behandler-Survey (größtenteils Ärzte aus Einrichtungen der Neurorehabilitation), dass Rehabilitationsteams in der klinischen Praxis eher selten partizipative Ansätze zur Zielfestlegung nutzen. Im Projekt PARZIVAR konnte dokumentiert werden, dass über 90% der befragten Rehabilitanden (N=210) eine Beteiligung an Reha-Zielvereinbarungen für wichtig halten. Demgegenüber bejahten nur 57% der Befragten, dass der Arzt zu Beginn der Rehabilitation gemeinsam mit ihnen Reha-Ziele vereinbart habe. Neben der unzureichenden Beteiligung von Rehabilitanden bei der Zielfestlegung hat z.B. die Arbeitsgruppe um Meyer (u.a. 2009) eine Reihe weiterer Probleme in der Praxis von Reha-Zielvereinbarungen identifiziert, die in der IST-Befragung des PARZIVAR-Projekts in großen Teilen bestätigt werden konnten. Neben rehabilitandenseitigen Schwierigkeiten, bei Reha-Beginn über eigene Ziele und Erwartungen zu sprechen und einer Überforderung der Rehabilitanden, im Erstgespräch sämtliche reharelevanten Informationen inklusive der Zielthematik aufzunehmen, verweisen die Autoren z.B. auf eine Verdichtung der Rehabilitation mit hoher Arbeitsbelastung der Behandler, auf einen Mangel an einheitlichen Konzepten und Vorgehensweisen, auf eine z.T. noch unzureichende Einbindung des Reha-Teams, auf uneinheitliche Vorstellungen unter Behandlern bezüglich der Notwendigkeit einer expliziten und gemeinsamen Zielfestlegung sowie auf ärzteseitigen Fortbildungsbedarf hinsichtlich Techniken der Gesprächsführung und Zielvereinbarung. Mit dem vorliegenden Projekt wird mit Hilfe eines praxisnahen Arbeitsbuches die Dissemination und Implementierung von Reha-Zielvereinbarungen in die Praxis unterstützt.

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