Beschreibung der Studie

Patientenschulungen in der medizinischen Rehabilitation werden häufig nicht auf Basis von geprüften Schulungsprogrammen durchgeführt. Deren Umsetzung ist eine Herausforderung für das Klinikteam und gelingt häufig nicht vollständig. Programme werden nur zum Teil eingeführt und verändert, was deren Wirksamkeit in der Routineanwendung in Frage stellt. Ziel der Studie ist daher (Studienteil A) die Prüfung der Wirksamkeit und Kosten von zwei Strategien zur Einführung eines bereits geprüften, wirksamen Schulungsprogramms sowie (Studienteil B) die Prüfung der Schulungswirksamkeit in der Routineanwendung in Bezug auf eine patientenorientierte Vermittlung der Schulungsinhalte, die Patientenergebnisse sowie die Behandlungskosten. Fragestellungen der Studienteile sind: (Studienteil A) Mit welcher Strategie der Programmeinführung – Seminar für die durchführenden Therapeuten oder schriftlicher Leitfaden – kann eine bessere Umsetzung der Schulungsinhalte und patientenorientierte Schulungsgestaltung sowie eine höhere Zufriedenheit der Patienten mit der Schulung erzielt werden? (Studienteil B) Können nach der Einführung der geprüften, patientenfreundlichen Schulung in die Routineanwendung bessere Schulungseffekte für die Patienten zu Rehabilitationsende sowie 6 und 12 Monate nach der Rehabilitation erzielt werden als mit zuvor durchgeführten Schulung der Klinik. An Studienteil A sind 10 Rehabilitationskliniken beteiligt. Diese werden per Zufall entweder dem Seminar für die durchführenden Therapeuten oder dem schriftlichen Leitfaden zugewiesen. Befragt werden die Therapeuten während und nach der Einführung eines neuen Rückenschulungsprogramms zu den Einführungsabläufen und der Umsetzung des neuen Rückenschulungsprogramms. Des Weiteren werden Patienten zur Zufriedenheit mit der neu eingeführen Rückenschulung mit kurzen schriftlichen Fragebögen befragt. An Studienteil B sind 4 der 10 Rehabilitationskliniken beteiligt. Studienteilnehmer sind 540 Rehabilitanden mit chronischen Rückenschmerzen, die eine Rückenschulung in den Kliniken erhalten. Zuerst werden 270 Patienten befragt, die die in der Klinik bestehende Rückenschulung erhalten. Nach Einführung der neuen Rückenschulung werden weitere 270 Patienten befragt, die das neu eingeführte Rückenschulungsprogramm in der Routineanwendung erhalten. Die Patientendaten werden zu Rehabilitationsbeginn und -ende sowie 6 und 12 Monate nach der Rehabilitation mit schriftlichen Fragebögen erfasst.

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Studiendetails

Studienziel 1) Krankheits- und Behandlungswissen zum Rückenschmerz (kurzfristig zu Reha-Ende); Instrument: Fragebogen Krankheits- und Behandlungswissen (Meng et al., 2009; 2011); Erhebung: Reha-Beginn, Reha-Ende, nach 6 und 12 Monaten 2) Durchführung von Rückenübungen (langfristig nach 12 Monaten); Instrument: Fragebogen Rückenübungen (mod. nach Göhner, 2003); Erhebung: Reha-Beginn, nach 6 und 12 Monaten
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 540
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle BMBF - Projektträger im DLR
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Chronische Rückenschmerzen (Hauptdiagnose: ICD-10: M51 Sonstige Bandscheibenschäden, M53 Sonstige Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens, M54 Rückenschmerzen) in der stationären medizinischen Rehabilitation (Heilverfahren).

Ausschlusskriterien

  • a) Lebensalter unter 18 bzw. über 65 Jahre, (b) mangelnde Deutschkenntnisse und (c) schwerwiegende Beeinträchtigung des Seh- bzw. Hörvermögens (nicht korrigiert)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund Ein Ansatz zur Förderung einer patientenorientierten Schulungspraxis in der medizinischen Rehabilitation stellt die Dissemination evaluierter Schulungen dar. Studien zeigen, dass deren Implementierung eine Herausforderung für die Klinikroutine darstellt und häufig auch nicht vollständig gelingt. Programme werden nur zum Teil implementiert bzw. modifiziert, was deren Effektivität in der Routine in Frage stellt. Studien zum Vergleich von Implementierungsstrategien und zum Nachweis der Wirksamkeit in der Routineanwendung stehen für Schulungsprogramme in der medizinischen Rehabilitation weitgehend aus. Mit dem Curriculum Rückenschule liegt ein patientenorientiertes standardisiertes Schulungsprogramm vor, das sich in einer randomisierten Kontrollgruppenstudie als wirksam erwiesen hat (http://www.psychotherapie.uni-wuerzburg.de/forschung/projekte-koop_12.html). Eine Dissemination in orthopädische Rehabilitationskliniken kann empfohlen werden Ziele und Fragestellungen Ziel des Projektes ist (A) die Prüfung der Wirksamkeit und Kosten von Implementierungsstrategien zur Dissemination eines Schulungsprogramms „Curriculum Rückenschule“ (implementation effectiveness) sowie (B) die Evaluation der Schulungswirksamkeit in der Routineanwendung (effectiveness) in Bezug auf eine patientenorientierte Schulungspraxis, den Patientenoutcome sowie die Kosteneffektivität (efficiency). Hauptfragestellungen: (A) Mit welcher Implementierungsstrategie – Train-the-Trainer-Seminar oder Implementierungsleitfaden zum Manual – kann eine bessere Umsetzung der Schulung in Bezug auf Inhalte und patientenorientierte Didaktik sowie eine höhere Patientenzufriedenheit erzielt werden? (B) Können nach Dissemination einer standardisierten Schulung in die Routineanwendung bessere Schulungseffekte kurz-, mittel- und langfristig nach der Rehabilitation erzielt werden? Studiendesign/Methoden Effectiveness-Studie (B) mit integrierter Disseminationsstudie (A) (A) Disseminationsstudie in 10 Rehabilitationskliniken (ca. 130 Trainer, 300 Patienten, 30 Schulungen) mit quantitativer und qualitativer Struktur- und Bedarfsanalyse, Prozess- und Ergebnisforschung. (B) Multizentrische, quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit 4 Messzeitpunkten (Reha-Beginn, Reha-Ende, 6- und 12-Monats-Katamnese) und 540 Rückenschmerzpatienten (Heilverfahren; ICD-10: M51, M53, M54) aus 4 der 10 Kliniken.

Quelle

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