Beschreibung der Studie

Die Studie möchte nachweisen, dass für Patienten mit einer Niedrig-Risiko Staphylococcus aureus Blutstrominfektion (SAB) ein Wechsel von intravenöser auf orale antimikrobielle Therapie genau so sicher und effektiv wie der das reguläre Therapieschema mit durchgehend intravenöser Therapie ist. Zusätzlich wird geprüft, ob durch die orale Behandlung eine frühere Krankenhaus-Entlassung möglich ist und weniger Komplikationen auftreten. Patienten mit Niedrig-Risiko SAB können eingeschlossen werden, sofern sie 5-7 Tage adäquate antimikrobielle Therapie erhalten haben. Sie erhalten dann entweder orale oder intravenöse Therapie für 7-9 Tage.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel • Komplikationen der SAB (rezidivierende SAB, tiefsitzende Infektion mit S. aureus, oder attribuierbare Sterblichkeit) innerhalb von 90 Tagen
Status Teilnahme möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 430
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle DFG; Deutsche Forschungsgemeinschaft

Ihr ganz persönlicher Sepsis-Studienberater

Über 25.000 Patienten und Angehörige erhalten über den Studienberater aktuelle und passende Studien per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

  • Neue Behandlungen entdecken
  • Keine Chance verpassen
  • Wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Keine Einschränkung des Urteilsvermögens
  • Vorliegen einer schriftlichen Einwilligungserklärung des Probanden
  • Eine auf S. aureus positiv getestete Blutkultur, die nicht als Kontamination angesehen wird
  • Mindestens eine negative Folgeblutkultur innerhalb von 24 bis 96 Stunden nach Start einer adäquaten antimikrobiellen Therapie, um eine persistierende Bakteriämie auszuschließen, sowie die Abwesenheit einer mit S. aureus positiven Blutkultur zum Zeitpunkt der negativen Folgeblutkultur oder danach.
  • In der Patientenakte dokumentierte adäquate intravenöse antimikrobielle Therapie für fünf bis sieben Tage vor Randomisierung. Eine adäquate Therapie weist folgende Charakteristika auf:
  • oTherapie wurde innerhalb von 72 Stunden nach erster positiver Blutkultur initiiert.
  • oBei in-vitro Empfindlichkeit und adäquater Dosierung (beurteilt durch den Principle Investigator) sollten vorzugsweise folgende Wirkstoffe vor der Randomisierung eingesetzt worden sein: Flucloxacillin, Cloxacillin, Vancomycin und Daptomycin. Jedoch können auch die folgenden antimikrobiellen Wirkstoffe eingesetzt werden:
  • oMSSA: Penicillinase-resistente Penicilline (z.B. Flucloxacillin, Cloxacillin), β-Lactam plus β-Lactamaseinhibitoren (z.B. Ampicillin + Sulbactam), Cephalosporine (außer Ceftazidime), Carbapeneme, Clindamycin, Fluoroquinolone, Trimethoprimsulfamethoxazol, Doxycyclin, Tigecyclin, Vancomycin, Teicoplanin, Telavancin, Linezolid, Daptomycin, Ceftaroline, Ceftobiprole und Macrolide
  • oMRSA: Vancomycin, Teicoplanin, Telavancin, Floroquinolone, Clindamyvin, Trimethoprimsulfamethoxazole, Doxocyclin, Tigecyclin, Linezolid, Daptomycin, Macrolide, Caftarolin und Ceftobiprol.

Ausschlusskriterien

  • Polymikrobielle Blutstrominfektion, definiert als die Isolation von Pathogenen zusätzlich zu S. aureus aus einer Blutkultur, die im zeitraum von zwei Tagen vor der ersten mit S. aureus positiven Blutkultur bis zur Randomisierung entnommen wurde. Der Nachweis typischer Erreger der Hautflora (Koagulase-negative Staphylokokken, Korynebakterien, Bacillus spp., sowie Propionibacterium spp.) in einer von mehreren Blutkulturen stellen keine polymikrobielle Infektion dar.
  • Kürzlich (innerhalb von 3 Monaten) aufgetretene vorherige S. aureus Blutstrominfektion
  • In vitro Resistenz von S. aureus gegenüber allen oral oder i. v. verabreichten Studienmedikamenten
  • Dokumentierte Kontraindikationen in Bezug auf alle oral oder i. v. verabreichten Studienmedikamente
  • Geplante Behandlung mit einer gegen S. aureus wirksamen Substanz während der Intervention (z.B. Cotrimoxazol-Prohylaxe)
  • Anzeichen und Symptome einer komplizierten SAB beurteilt durch einen Infektionsmediziner. Komplizierte Infektionen sind definiert durch mindestens eines der folgenden Charakteristika:
  • oTief sitzender Herd, z.B. Endokarditis, Pneumonie, nicht-drainierter Abszess, Empyem oder Osteomyelitis
  • oSeptischer Schock, definiert durch die AACP Kriterien, innerhalb von 4 Tagen vor der Randomisierung
  • oAnhaltende Bakteriämie: positive Folgeblutkultur mehr als 72 Stunden vor dem Start der antimikrobiellen Therapie
  • oKörpertemperatur > 38 °C an zwei Tagen innerhalb von 48 Stunden vor Randomisierung
  • Vorliegen der folgenden, nicht entfernbaren Fremdkörper (falls dieser nicht zwei oder mehr Tage vor der Randomisierung entfernt wurden)
  • oHerzklappenersatz
  • oTief sitzender Gefäßersatz mit Fremdmaterialien (z. B. PTFE oder Dacrontransplantat). Hämodialyse-Shunts werden nicht als tief sitzender Gefäßersatz betrachtet
  • oVentriculo-atrialer Shunt
  • oVorliegen einer Gelenkprothese (falls diese nicht zwei oder mehr Tage vor der Randomisierung entfernt wurde). Dies ist kein Ausschlusskriterium, falls alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
  • oDie Gelenkprothese wurde mindestens 6 Monate zuvor implantiert, und
  • oes liegt eine Katheter-assoziierte Infektion, eine Haut- und Weichgewebsinfektion oder eine chirurgische Wundinfektion vor, und
  • oeine Protheseninfektion ist unwahrscheinlich (keine klinischen oder bildgebenden Anzeichen)
  • Vorliegen eines Schrittmachers oder eines automatischen implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (AICD) (falls dieser nicht zwei oder mehr Tage vor der Randomisierung entfernt wurde). Dies ist kein Ausschlusskriterium, falls alle der folgenden Bedingungen zutreffen:
  • oSchrittmacher oder AICD wurde mindestens 6 Monaten zuvor implantiert, und
  • oes gibt keine klinischen Anzeichen einer Endokarditis, und
  • odas Vorliegen einer Endokarditis wird durch Echokardiographie (vorzugsweise TEE) als unwahrscheinlich eingeschätzt, und
  • oeine Infektion der Implantationsstelle ist unwahrscheinlich
  • Belassen eines intravaskulären Katheters für mehr als vier Tage,, der bei Entnahme der ersten positiven Blutkultur vorhanden war.
  • Schwerwiegende Lebererkrankung. Dies ist kein Ausschlusskriterium falls die folgende Bedingung erfüllt ist:
  • oVorliegen einer Katheter-assoziierten Infektion, einer Haut- und Weichgewebsinfektion oder einer chirurgische Wundinfektion
  • Nierenversagen im Endstadium. Dies ist kein Ausschlusskriterium falls alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
  • oVorliegen einer Katheter-assoziierten Infektion, einer Haut- und Weichgewebsinfektion oder einer chirurgische Wundinfektion, und
  • oKeine klinischen Anzeichen für eine Endokarditis, und
  • odas Vorliegen einer Endokarditis wird durch eine Echokardiographie (vorzugsweise TEE) als unwahrscheinlich eingeschätzt, und
  • okeine Anzeichen einer Shuntinfektion bei Patienten mit Hämodialyse-Shunt mit nicht-entfernbarem Fremdkörper (z.B. synthetischer PTFE Schleife)
  • Schwerwiegende Immundefizienz:
  • oPrimäre Immundefizienz
  • oNeutropenie (< 500 Neutrophile / µL) bei der Randomisierung oder erwarteter Neutropenie während der Intervention durch immunsuppressive Behandlung
  • oUnkontrollierte Infektion bei HIV-positiven Patienten
  • oHochdosierte Steroidtherapie (> 1 mg / kg Prednison oder vergleichbare Dosis verabreicht für > 4 Wochen oder während Intervention geplant)
  • oImmunsuppressive Kombinationstherapie mit zwei oder mehr Medikamenten mit unterschiedlichem Wirkprinzip
  • oHämatopoetische Stammzelltransplantation während der letzten 6 Monate oder während der Behandlungsphase geplant
  • oOrgantransplantation
  • oBehandlung mit Biologicals während des vergangenen Jahres
  • Lebenserwartung < 3 Monate
  • Unfähigkeit Medikamente oral einzunehmen
  • I.v. Drogenkonsum
  • Geringe Compliance
  • Laufende Teilnahme an anderen interventionellen Studien oder Teilnahme während der vorhergegangenen 3 Monate
  • Schwangere oder stillende Frauen
  • Für prämenopausale Frauen: Nichtbenutzung von hoch-effektiven Kontrazeptiva für mindestens einen Monat nach Erhalt der Studienmedikation. Die folgenden Kontrazeptiva mit einem Pearl-Index von unter 1 % werden als hoch-effektiv angesehen:
  • oOrale hormonelle Kontrazeption („Pille“)
  • oDermale hormonelle Kontrazeption
  • oVaginale hormonelle Kontrazeption (NuvaRing®)
  • oKontrazeptive Pflaster
  • oInjizierte Langzeitkkontrazeptiva
  • oProgesteron-freisetzende Implantate (Implanon®)
  • oLigatur der Eileiter (weibliche Sterilisation)
  • oIntrauterinsysteme, welche Hormone freisetzen (Hormonspirale)
  • oDoppelbarrieremethoden
  • Das heißt, dass die folgenden Methoden nicht als sicher angesehen werden: Kondom plus Spermizid, einfache Barrieremethoden (Scheidentablette, Kondom, Frauenkondom), Kupferspirale, Rhythmusmethode, Basaltemperaturmethode, Coitus Interruptus. Aufgrund von möglichen Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen der Studienmedikation (zutreffend für Cotrimoxazol, Clindamycin und Flucloxacillin) könnte eine hormonelle Kontrazeption nicht ausreichend sein und eine andere hoch-effektive Methode zur Kontrazeption sollte angewendet werden.
  • Personen, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Prüfer stehen oder Angestellte des Sponsors oder Prüfers sind
  • Personen, die auf gerichtliche oder behördliche Anordnung in einer Einrichtung untergebracht sind

Adressen und Kontakt

Berlin, Berlin

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Uniklinik Köln, Cologne

Ansprechpartner: Bernasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Düsseldorf, Düsseldorf

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Frankfurt, Frankfurt/Main

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Freiburg, Freiburg

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Hannover, Hannover

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Jena, Jena

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Krefeld, Krefeld

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Leverkusen, Leverkusen

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Lübeck, Lübeck

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Achim Kaasch

Ihre Nachricht wurde erfolgreich übermittelt!

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Häufig gestellte Fragen

Die ansteigende Antibiotika-Resistenz backterieller Erreger ist ein zunehmendes Problem weltweit, das sich zusätzlich durch den Mangel an neuen antibiotischen Wirkstoffen noch verschärfen wird. Diese Bedrohung unterstreicht die Notwendigkeit, den klinischen Nutzen von Antibiotika durch rationalere Verordnungen wie z.B. der Optimierung der Behandlungszeit zu maximieren. Die Staphylococcus aureus Blutstrom Infektion (SAB) ist eine häufig auftretende Krankheit mit jährlich ungefähr 200.000 Fällen in Europa. Eine intravenöse Behandlung mit Antibiotika von mindestens 14 Tagen gilt als Standardtherapie für „Niedrig-Risiko"-Patienten. Diese relative lange Behandlung soll Komplikationen (wie z.B. die Endokarditis und die vertebrale Osteomyelitis), verhindern, die das Resultat hämatogener Streuung sind. Es ist unklar, ob eine langdauernde intravenöse Behandlung zur Verhinderung von Komplikationen bei Niedrigrisikopatienten grundsätzlich erforderlich ist. In einer multizentrischen, randomisierten, kotrollierten Prüfung soll gezeigt werden, dass ein frühzeitiger Wechsel von intravenöser zu oraler Therapie genauso sicher und effizient wie die konventionelle 14 tägige intravenösen Behandlung ist. Ein früher Wechsel auf eine orale Therapie bringt mehrere Vorteile, wie z.B. kürzere Liegezeit, weniger Komplikationen intravenöser Therapie, eine erhöhte Lebensqualität und geringere Kosten. Im Zuge eines Protokollamendments (Amendment 1, Ethikkommission der Universität zu Köln, pos. Votum 29.12.2014) wurden die Ein- und Ausschlusskriterien angepasst, ein weiterer Follow-up Kontakt, ein neues Fenster für die Kontrollblutkultur und die Möglichkeit eines Baselinevisits am Tag vor der Therapieumstellung eingeführt.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Phase-3-Studien werden durchgeführt, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer neuen Behandlungsmethode nachzuweisen. Zu diesem Zweck wird in vielen Fällen nur ein Teil der Studienteilnehmer mit der neuen Methode behandelt. Die übrigen Teilnehmer erhalten, falls vorhanden, die bisher eingesetzte Methode. So ist ein direkter Vergleich zwischen neuer und alter Behandlungsmethode möglich. Diese Studien bilden den letzten Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung der Behandlungsmethode durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). An Studien dieser Phase nehmen in der Regel mehrere hundert bis tausend Betroffenen teil. Sie dauern oft mehrere Monate oder Jahre. Vor der Phase-3-Studie wurden Studien der Phase 1 und Phase 2 durchgeführt. Dabei haben in der Regel bereits über hundert Menschen die Behandlung erhalten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien