Beschreibung der Studie

B Zellen sind Zellen des Immunsystems, die sogenannte Antikörper herstellen. Bei Erkrankungen , bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift, so genannten Autoimmunerkrankungen, kommt es zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Diese kann sich in der Art, Funktion und Zahl der verschiedenen Immunzellen im Blut ausdrücken. Bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen haben wir eine ungewöhnliche Vermehrung von seltenen Immunzellen gesehen, die wir in dieser Studie näher untersuchen wollen. Dabei soll sowohl ihre Herkunft, Art, Funktion als auch die Rolle bei der Krankheitsentstehung untersucht werden.

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Studiendetails

Studienziel Identifizierung der Herkunft von CD21low B Zellen des Menschen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Arm 1: Patienten mit gesicherter Diagnose einer ANCA assoziierten Vaskulitis und nachweisbaren B Zellen
  • Arm 2: Patienten mit Kollagenose und nachweisbaren B Zellen
  • Arm 3: gesunde Probanden
  • alle:
  • Unterschriebene Einwilligungserklärung

Ausschlusskriterien

  • Aktuelle Steroiddosis über 15mg/Tag Prednisonäquivalent
  • Fehlende Einwilligungserklärung
  • Schwangere Probandinnen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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"CD21low" B Zellen sind aktivierte, jedoch in ihrer Funktion eingeschränkte Zellen des Immunsystems, die v.a. an Orten der Entzündung bei Patienten mit Immundefekt (Rakhmanov et al., 2009), Autoimmunerkrankungen (Wehr et al., 2004) oder chronisch viraler Infektion (Moir et al., 2001) vorkommen. Nach Aktivierung im Labor sind Calcium Fluss und Wachstum eingeschränkt und der Zelltod erhöht (Charles et al., 2011; Foerster et al., 2010; Isnardi et al., 2010; Moir et al., 2008a; Rakhmanov et al., 2009). Sie tragen auf ihrer Oberfläche vermehrt gegen "Selbst gerichtete" B Zellrezeptoren (BCR) und aktivierende Moleküle. Da sie noch in der Lage sind, Antikörper zu produzieren (Isnardi et al., 2010; Rakhmanov et al., 2009), sind sie aktiv an der Autoimmunreaktion der Patienten beteiligt. Ihre Herkunft, ihre Funktion und Kontrolle sind ungeklärt. Die Analyse der genetischen Information von CD21low B Zellen bei CVID zeigte über 300 fehlgesteuerte Gene (Rakhmanov et al., 2009). CD21low B Zellen kommen auch in Mandeln von gesunden Personen als sogenannte FCRL4+ tissue-memory like B Zellen vor (Ehrhardt et al., 2005). Bei Patienten mit chronischer Virusinfektion ist die Vermehrung dieser Zellen mit dem Auftreten der Viren im Blut verbunden (Moir et al., 2000; Visentini et al., 2012; Moir et al., 2008b). Die Regulation dieser oft autoreaktiven Zellen ist möglicherweise mit der Existenz zusätzlicher "bremsender" (inhibitorischer) Rezeptoren auf der Zelloberfläche verbunden (Moir et al., 2008a), die auch wieder aufgehoben werden kann (Kardava et al., 2011). Die Untersuchung der Signale nach Anregung des B Zellrezeptors zeigt eine Voraktivierung von Signalen in der Zelle, die aber nicht in eine vollständige Aktivierung durch erneute Anregung überführt werden kann (Foerster et al., 2010; Rakhmanov et al., 2010; Rakhmanov et al., 2009; Warnatz et al., 2002; Wehr et al., 2008). Zusammenfassend kann man sagen, dass CD21low B Zellen auch bei gesunden Personen entstehen, aber wahrscheinlich durch verschiedenen inhibitorische Signalwege kontrolliert werden. Die Vermehrung dieser Zellen bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen weist auf eine mögliche krankheitsverursachende Bedeutung dieser Zellen hin. Ein besseres Verständnis dieser Funktion und Regulation der Aktivität von CD21low B Zellen kann deshalb eine große Bedeutung für die Verbesserung der Diagnostik und Behandlung von Autoimmun- und Immundefekterkrankungen haben.

Quelle

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