Beschreibung der Studie

Mütter mit schwerwiegenden belastenden Lebensereignissen in ihrer eigenen Vergangenheit weisen in der Interaktion mit ihren Kindern häufig dysfunktionale Beziehungsmuster auf als Mütter ohne solche Belastungen. Die Übertragung dieser schwer belastenden Lebenserfahrungen in die nächste Generation wurde vielfach von Klinikern und verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen beobachtet. Man geht davon aus, dass in vielen Fällen die elterlichen Fürsorgefähigkeiten der betroffenen Mütter grundlegend gestört werden, wenn sie selbst von physischer Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung, hauptsächlich durch Bezugspersonen, betroffen waren. Im Rahmen eines Verbundforschungsprojektes wird nun versucht, die Ursachen dieses Kreislaufs von Misshandlung und Traumatisierung besser zu verstehen und darüber hinaus die Wirksamkeit von therapeutischen Interventionen zu untersuchen, welche darauf abzielen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. In diesem multizentrischen Projekt nehmen Mütter zusammen mit ihren Kindern im Grundschulalter (5-12 Jahre) teil. Es werden Mütter eingeschlossen, die in der Kindheit Opfer von sexueller oder körperlicher Misshandlung oder Missbrauch wurden. Neben den Müttern werden auch deren Kinder sowie die Interaktion zwischen Mutter und Kind untersucht. Hierfür beobachten wir Verhalten, benutzen Fragebögen und führen psychologische Tests durch. Darüber hinaus werden Hormone (z.B. das Stresshormon Cortisol) bestimmt, werden zudem genetische und epigenetische Untersuchungen durchführt und das Gehirn der Mütter mit bildgebenden Verfahren (Kernspintomographie) untersucht. Zudem wird überprüft, welche Therapieprogramme sich am besten dazu eignen, das Verhältnis zwischen traumatisierten Müttern und ihren Kindern zu verbessern. Zunächst nehmen jeweils 120 Mutter-Kind Dyaden mit und ohne schwerwiegenden belastenden Lebenserfahrungen an einer Basisdiagnostik teil. Im Anschluss werden die 120 Mütter mit schwerwiegenden belastenden Lebenserfahrungen (60 aus dem Heidelberger Teilprojekt und 60 aus dem Berliner Teilprojekt) zufällig auf eine von zwei Interventionen zugeteilt. Die erste Intervention (Parent-Child-Interaction-Therapy) richtet sich direkt auf die Mutter-Kind-Interaktion, während die zweite Intervention, ein Stressbewältigungstraining, der Mutter dabei helfen soll, stressreiche Situationen besser zu bewältigen. Im Anschluss an diese Interventionen sowie sechs Monate später werden die beiden Gruppen bezüglich mütterlicher Feinfühligkeit, mütterlichem Misshandlungspotential, kindlicher Psychopathologie und der allgemeinen Lebensqualität verglichen.

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Studiendetails

Studienziel Mutter: Veränderung der mütterlichen Sensitivität von Baseline zu Follow-up I (direkt nach Beendigung der Intervention) im EA-Score. Kind: Veränderung im kindlichen Wohlbefinden von Baseline zu Follow-up I (direkt nach Beendigung der Intervention) im KIDS-SCREEN-Score.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 240
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Mütter mit 5-12-jährigen Kindern, die belastende Erfahrungen in der eigenen Kindheit erlebten sowie Mütter mit 5-12-jährigen Kindern ohne belatende Erlebnisse.

Ausschlusskriterien

  • Teilnehmerinnen werden von der Studie ausgeschlossen, wenn Kontraindikationen gegen MRT-Untersuchungen (wie z.B. Tätowierungen (Abklärung), metallische Implantate, eine Schwangerschaft, permanent Make-Up, frühere Schädelhirntraumata) vorliegen, die Teilnehmer klaustrophobisch sind, eine akute Suizidalität oder Drogenabhängigkeit vorliegt.
  • Bei den Kontroll-Dyaden darf keine Misshandlungserfahrung in der Kindheit vorliegen.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Angesichts der hohen Prävalenz von Müttern mit belastenden Lebensereignissen, die in der Beziehung zu ihren eigenen Kindern dysfunktionale Verhaltensweisen zeigen, ist ein besseres Verständnis dieses Kreislaufes unabdingbar. Ziel der Studie ist die Untersuchung dysfunktionaler Interaktionen bei traumatisierten Mutter-Kind-Dyaden. Dabei wird neurobiologische Grundlagenforschung mit randomisierten kontrollierten Interventionsstudien kombiniert. Des Weiteren werden die mütterlichen Erziehungsfähigkeiten, das kindliche Wohlbefinden einschließlich der kognitiven und emotionalen Entwicklung des Kindes und die Interaktion zwischen Mutter und Kind erfasst. Das Projekt stellt „Mutter und Kind“ als Interaktionsdyade in den Mittelpunkt und untersucht folgende Aspekte: (1) Verhaltens- und (neuro-) biologische Korrelate der mütterlichen Sensitivität, der mütterlichen Affektregulation und des mütterlichen Misshandlungspotentials, d.h. neuronale Mechanismen, Hormone und (epi-) Genetik, und (2) die Auswirkungen mütterlichen Verhaltens und Eigenschaften auf das kindliche Wohlbefinden, d.h. die emotionale und kognitive Entwicklung. An der multizentrischen Studie nehmen Mütter mit und ohne Misshandlungserfahrung in der eigenen Kindheit mit Kindern im Alter zwischen 5 und 12 Jahren teil. 120 Mutter-Kind-Dyaden mit Misshandlungserfahrungen der Mutter in der eigenen Kindheit und nicht optimaler mütterlicher Sensitivität im Umgang mit dem eigenen Kind werden in eine randomisierte Therapiestudie eingeschlossen (N=60 Dyaden am Standort Heidelberg und N=60 Dyaden am Standort Berlin). Ziel dieser randomisiert kontrollierten Studie ist der Vergleich der Wirksamkeit eines auf die dyadische Interaktion ausgerichteten Interventionsprogramms (Parent-Child-Interaction-Therapy, PCIT) mit einer nicht dyadischen Intervention (mütterliches Stressmanagement Training). Im Anschluss an die Interventionen sowie sechs Monate später werden die beiden Gruppen bezüglich mütterlicher Sensitivität, mütterlichem Misshandlungspotentials, kindlicher psychischer Gesundheit und Lebensqualität verglichen.

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