Beschreibung der Studie

In Deutschland leiden aktuell über acht Mio. Menschen an Depressionen. Untersuchungen ergaben, dass die Wartezeit von der Diagnosestellung bis zum Beginn einer Psychotherapie im Durchschnitt etwa fünf Monate beträgt. Während dieser Wartezeit erfolgt in der Regel keine über die hausärztliche Regelversorgung hinausgehende Behandlung und die depressive Erkrankung manifestiert sich zunehmend. Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind eine wesentliche Ursache für Arbeitsunfähigkeit. So wird der dritthöchste Anteil aller Arbeitsunfähigkeitstage und der höchste Anteil aller Krankengeldtage durch psychische Erkrankungen verursacht. Psychologische Dienstleistungen über das Internet haben vor diesem Hintergrund ein großes Potential bestehende Versorgungslücken zu schließen. Durch den einfachen Zugang und die Möglichkeit der anonymen Nutzung werden durch Onlineangebote auch Menschen erreicht, die keine konventionellen Hilfsangebote in Anspruch nehmen. Für Betroffene in unterversorgten Regionen ermöglichen sie eine Überbrückung bis zum Therapiebeginn. Internetbasierte psychotherapeutische Behandlungen werden seit ungefähr 20 Jahren entwickelt und sind vor allem in Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden, Australien und den USA verbreitet. Ziel dieser Studie ist es, ein innovatives auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers abgestimmtes Unterstützungsprogramm für Menschen mit Depressionen oder Anpassungsstörungen in einer randomisierten und kontrollierten Studie auf seine Wirksamkeit zu überprüfen. Über einen Erhebungszeitraum von 12 Monaten werden zu fünf Messzeitpunkten Online-Befragungen zum Gesundheitszustand der Studienteilnehmer durchgeführt. Der Online-Fragebogen wurde auf Grundlage standardisierter diagnostischer Instrumente erstellt. Hauptzielkriterien sind die Verbesserung der depressiven Symptomatik oder der Symptome einer Anpassungsstörung und die Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitstage der Betroffenen. Die Auswertungen erfolgen unter Einbezug der anonymisierten Sekundär-/Routinedaten der kooperierenden Krankenkasse KKH. Das Forschungsprojekt soll zu einem Erkenntnisgewinn über Effektivität und Effizienz internetbasierter Unterstützungsangebote für Menschen mit depressiven Erkrankungen beitragen. Erstmals wird anhand einer repräsentativen Stichprobe überprüft, ob Onlineangebote zur Depressionshilfe dazu beitragen können, die Arbeitsunfähigkeitszeiten von Betroffenen in Deutschland zu reduzieren. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund steigender Ausgaben des Gesundheitssystems für durch psychische Störungen verursachte Krankheitskosten von großer Bedeutung.

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Studiendetails

Studienziel Reduzierung der depressiven Symptomatik oder der Symptome einer Anpassungsstörung (wöchentliches Screening mit dem PHQ-9; Prä-Post-Katamnese-Messung mit dem BDI-II)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 608
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle NBank Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung Land Niedersachsen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • 0; F32.1; F33.0; F33.1; F34.1; F43.2
  • Aktuelle Arbeitsunfähigkeit
  • Deutschkenntnisse/deutsches Sprachverständnis
  • Internetzugang/E-Mail-Adresse

Ausschlusskriterien

  • Vorliegen einer schweren Depression
  • Suizidgefährdung (dezidierte Erhebung von aktiver und passiver Suizidgefährdung)
  • Schriftliche Studieneinwilligung - „informed consent“ - liegt nicht vor

Adressen und Kontakt

Leuphana Universität Lüneburg, 21335 Lüneburg

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit eines auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers abgestimmten Online-Unterstützungsprogramms als ein Zusatzangebot zur Primärversorgung bei leichter bis mittelschwerer Depression und Anpassungsstörungen zu evaluieren. Internet-gestützte Interventionen gewinnen als alternative Versorgungsansätze vor dem Hintergrund der Zunahme depressiver Erkrankungen und gleichzeitiger psychotherapeutischer wie psychiatrischer Unterversorgung in vielen Regionen Deutschlands zunehmend an Bedeutung. Das Online-Unterstützungsprogramm wird im Rahmen einer prospektiven, randomisierten kontrollierten Längsschnittstudie mit einem online zur Verfügung gestellten Informationsangebot zum Thema Depression und Gesundheit verglichen. Zielgruppe sind aktuell arbeitsunfähige Versicherte der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) mit einer Hauptdiagnose aus dem Bereich der affektiven Störungen (F32.0; F32.1; F33.0; F33.1; F34.1) oder einer Anpassungsstörung (F43.2) im Altersrange von 18 bis 65 Jahren. Die Studienteilnehmer werden über einen Code pseudonymisiert und mittels computergestützter Randomisierung einem der beiden Onlineangebote zugewiesen. Es wird angenommen, dass sich ein auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers abgestimmtes Unterstützungsprogramm im Vergleich zu einem unspezifischen Online-Informationsangebot als effektiver in Bezug auf den Krankheitsverlauf erweist. Primäres Zielkriterium ist die Verbesserung der depressiven Symptomatik. Sekundäre Zielkriterien sind eine Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitstage, eine Verbesserung der Patient Reported Outcomes (PROs; u.a. Lebensqualität, Selbstwirksamkeitserwartung, körperliche und psychische Symptombelastung), sowie eine Abnahme der Inanspruchnahme von den gesetzlichen Leistungen (z.B. Krankenhausaufenthalte, Arzneimittelverordnungen, Arztkonsultationen). Primäre und sekundäre Outcomeparameter werden im Rahmen eines Prä-Post-Katamnese-Designs über einen Zeitraum von 12 Monaten zu fünf Messzeitpunkten anhand von Online-Befragungen erhoben. Der Online-Fragebogen wurde auf Grundlage standardisierter diagnostischer Instrumente erstellt. Die Auswertungen erfolgen unter Einbezug der Sekundär-/Routinedaten der KKH. Das Forschungsprojekt soll zu einem Erkenntnisgewinn über Effektivität und Effizienz internetbasierter Unterstützungsangebote für Menschen mit depressiven Erkrankungen beitragen. Erstmals wird anhand einer repräsentativen Stichprobe überprüft, ob Onlineangebote zur Depressionshilfe dazu beitragen können, die Arbeitsunfähigkeitszeiten von Betroffenen in Deutschland zu reduzieren. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund steigender Ausgaben des Gesundheitssystems für durch psychische Störungen verursachte Krankheitskosten von großer Bedeutung.

Quelle

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