Beschreibung der Studie

Das sensible Gleichgewicht der Blutgerinnung intensivpflichtiger Patientinnen und Patienten unterliegt multiplen Einflussfaktoren; es treten sowohl Blutungen als auch thrombotische Ereignisse auf. Die Problematik nimmt bei Vorliegen eines akuten Nierenversagens und Intervention mittels Citratdialyse noch weiter zu. Die handelsüblichen Gerinnungstests sind für die Einschätzung des Thromboserisikos und das Monitoring von Antikoagulantien nur bedingt geeignet. Eine erweiterte Diagnostik mittels Rotationsthrombelastometrie (ROTEM®) ,Thrombingeneration (TG) und Multiplate (MEA) könnte von erheblicher klinischer Relevanz sein. Derzeit liegen keinerlei Daten bezüglich ROTEM®, TG und Multiplate während Citratdialyse vor. Die Ergebnisse des gegenständlichen Projekts sollen Aufschluss über Verlaufskurven von ROTEM®, TG und Multiplate bei Intensivpatientinnen und –patienten sowie den Zusammenhang mit klinisch relevanten Endpunkten (venöse Thromboembolie, Mortalität) darstellen. Es werden insgesamt ca 40 Intensivpatienten mit akutem Nierenversagen unter Citratdialyse in die Studie eingeschlossen. Über einen Zeitraum von 3 Tagen werden wiederholt Blutabnahmen durchgeführt um die oben genannten Untersuchungen (ROTEM,TG,Multiplate,antiXa) zu machen. Um das Auftreten einer Thrombose nachzuweisen, wird eine Ultraschalluntersuchung der Beine durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Korrelation zwischen ROTEM / TG / Multiplate und definierten klinischen Endpunkten (Thromboembolie, Mortalität) Blutabnahmen über einen Zeitraum von 3 Tagen 2mal tgl. TG und ROTEM
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle AKH Wien

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Therapie eines akuten Nierenversagens mittels Citratedialyse unter Standarddosierung (40mg/d) von Enoxaparin zur Thromboseprophylaxe

Ausschlusskriterien

  • Alter < 18 Jahre
  • vorliegende Kontraindikation bzgl Heparin zur Thromboseprophylaxe

Adressen und Kontakt

Abteilung für Anästhesie,Intensivmedizin und Schmerztherapie; Intensivmedizinsche Station 13C1, Wien

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Im Rahmen des Intensivaufenthalts tritt bei PatientInnen zuweilen ein Zustand der Hypo- oder Hyperkoagulabilität auf, welcher jeweils mit einem erhöhten Risiko für Blutung oder Thrombose einhergeht. Ein akutes Nierenversagen kann einerseits durch die gestörte Thrombozytenfunktion zu Blutungen führen, andererseits - im Rahmen der gesteigerten Fibrinolyse - eine Thrombose verursachen. Für PatientInnen mit erhöhtem Thromboserisiko wird die prophylaktische Gabe niedermolekularer Heparine empfohlen. Um der – bei niereninsuffizienten PatientInnen - durch eventuelle Akkumulation von Enoxaparin erhöhten Blutungsgefahr vorzubeugen, empfiehlt die Literatur die engmaschige Kontrolle des antiXa Spiegels. Der statistische Zusammenhang zwischen antiXa Spiegel und klinischem Outcome ist jedoch schwach, sodass andere Möglichkeiten des Monitorings wünschenswert wären. Die Ergebnisse aktueller in-vitro Studien belegen eine signifikante Korrelation zwischen Enoxaparinspiegeln und modifizierten ROTEM® Tests. Die Rotationsthrombelastometrie (ROTEM®) erlaubt als viskoelastische Point-of-care Methode eine globale Beurteilung der Hämostase indem Informationen über Gerinnungszeit, Gerinnselbildung und –stabilität sowie Lyse erhoben werden. Studien, ob ROTEM® in der Diagnose von Hyperkoagulabilität hilfreich sein könnte, liefern bisher unterschiedliche Ergebnisse. Die Bestimmung der Thrombingeneration(TG) hingegen erwies sich - zumindest im Laborsetting – als guter Parameter zur Beurteilung der Hyperkoagulabilität. Sie erlaubt Aussagen über die individuelle Fähigkeit, Thrombin zu bilden. Erhöhte Thrombinwerte werden mit dem Auftreten thromboembolischer Komplikationen bei TumorpatientInnen oder PatientInnen mit stattgehabten Thromboembolien in Verbindung gebracht. Zusätzlich erfolgt im Rahmen der Studie eine Aufzeichnung möglicher Veränderungen der Thrombozytenfunktion mittels Multiplate. Im Rahmen der Therapie des dialysepflichtigen Nierenversagens erfreut sich die Citratdialyse aufgrund der Möglichkeit der lokalen Antikoagulation ohne systemische Nebenwirkungen zunehmender Beliebtheit. Die medikamentöse Thromboseprophylaxe erfolgt auch bei dieser Patientengruppe laut Standard mittels Enoxaparin. Es existieren bereits Daten darüber, dass bereits ein einzelner Zyklus einer Hämodialyse eine vermehrte Thrombozyten-, Endothel- und Gerinnungsaktivierung nach sich zieht. Bisher liegen keinerlei Daten über antiXa Spiegel, ROTEM® Tests, Thrombingeneration und Multiplate während Therapie mit Citratdialyse vor. Ziel dieser Studie ist es daher, Verlaufskurven von antiXa, ROTEM®- ,TG-und Multiplate-Ergebnissen niereninsuffizienter Patienten unter Citratdialyse prospektiv zu erheben und einen möglichen Zusammenhang mit klinischen Outcomeparametern (Auftreten von Thromboembolie und Mortalität) zu untersuchen.

Quelle

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