Beschreibung der Studie

Die "verhaltensmedizinisch-orthopädische" Rehabilitation (VMO) ist ein Programm, welches Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen und gegebenenfalls vorliegender psychischer Beeinträchtigung wie Depression und/oder Angststörungen während ihrer drei bis vierwöchigen Behandlung in einer Rehabilitationsklinik erhalten. In der VMO werden Patientinnen und Patienten von mehreren Berufsgruppen die eng zusammenarbeiten betreut (u.a. Ärzte, Bewegungstherapeuten, Psychologen). Die Wirkung der VMO bei chronischen Rückenschmerzen ist für einen kurzen Zeitraum wissenschaftlich belegt. Bewegungstherapeutische Behandlungen zur Verbesserung der körperlichen Fitness sind in der VMO von zentraler Bedeutung. Entwicklungspotenzial besteht in der Bewegungstherapie hinsichtlich der Integration von Aspekten wie der "Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit Schmerz" und von Strategien, die es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern langfristig erleichtern einen körperlich aktiven Lebensstil zu führen. Es ist außerdem noch nicht geklärt, wie Bewegungstherapie als eine von vielen Maßnahmen die Wirksamkeit der VMO beeinflusst. Kernstück dieser Untersuchung ist eine standardisierte, "verhaltensbezogene" Bewegungstherapie (VBT). Die VBT heißt "verhaltensbezogen", weil sie Elemente enthält, die sich sowohl auf das Verhalten im Umgang mit Schmerz, als auch auf das Verhalten "körperliche Aktivität" richten. Ziel der Untersuchung ist es, diese VBT als Teil einer bestehenden VMO in zwei Rehabilitationskliniken einzuführen. Es wird überprüft, wie wirksam die VBT ist, indem teilnahmebereite Studienteilnehmer und -innen mit chronischen Rückenschmerzen zufällig zu einer VMO mit "normaler" Bewegungstherapie oder einer VMO mit VBT zugeteilt werden. Um die Wirksamkeit zu testen, werden ca. 214 Patientinnen und Patienten an vier Messzeitpunkten befragt. Dabei werden Aspekte erhoben wie die Beeinträchtigung durch Rückenschmerzen, Intensität der Schmerzen, wie körperlich aktiv die Teilnehmer sind, usw. Die Hypothese lautet: Das verhaltensbezogene bewegungstherapeutische Konzept führt im Vergleich zum üblichen Vorgehen in der VMO zu einer nachhaltigen Verbesserung des Rehabilitationsergebnisses bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Rückenschmerzen hinsichtlich rückenschmerzbedingter körperlicher Funktionseinschränkungen (Die Reduktion der Einschränkungen ist signifikant geringer in der "normalen" VMO).

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Studiendetails

Studienziel Funktionsbeeinträchtigung durch Rückenschmerzen, operationalisiert durch den Funktionsfragebogen Hannover Rücken (Kohlmann, Raspe, 1996), Verglichen werden Interventions- und Kontrollgruppe, M1 vs. M4 (Zeitspanne 1 Jahr); M1 = Zeitpunkt unmittelbar vor dem treatment (vor dem Rehabilitationsaufenthalt); M4 = Zeitpunkt 1 Jahr danach; dazwischen liegen M2 (unmittelbar nach Abschluss des drei- bis vierwöchigen treatments) und M3 (6 Monate nach M2)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 214
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Bund in der zweiten Förderphase des Förderschwerpunktes "Chronische Krankheiten und Patientenorientierung"
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Beschriebene ICD-10 Diagnosen (siehe oben) als Hauptdiagnosen

Ausschlusskriterien

  • Eindeutige zugrunde liegende spezifische Ursache für den Rückenschmerz (z. B. radikuläre Symptomatik, Myelopathie, etc.), deutlich eingeschränkter Gesundheitszustand (Begleiterkrankungen), schwerwiegende Beeinträchtigung des Seh- bzw. Hörvermögens (nicht korrigiert), schwerwiegende psychiatrische Zusatzdiagnosen, mangelnde Deutschkenntnisse, Rentenantrag gemäß §51 SGB V

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Multidisziplinäre verhaltensmedizinisch-orthopädische Rehabilitation ist in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen kurzfristig wirksam. Ein zentraler Behandlungsbaustein sind bewegungstherapeutische Interventionen zur Verbesserung der körperlichen Fitness. Entwicklungspotential besteht bei bewegungstherapeutischen Interventionen in einer zielgerichteten Integration von verhaltensbezogenen Aspekten wie der Vermittlung von Selbstmanagementkompetenzen im Umgang mit Rückenschmerz und von Strategien zum Aufbau einer langfristigen Bindung an körperliche Aktivität. Eine differenzierte Aufarbeitung der Wirkmechanismen steht im Hinblick auf eine erfolgreiche und nachhaltige Rehabilitation noch aus. Ziel des Projekts ist die Implementierung einer standardisierten verhaltensbezogenen Bewegungstherapie in eine bestehende verhaltensmedizinisch-orthopädische Rehabilitation bei chronischen Rückenschmerzen. In einer multizentrischen, prospektiven, randomisierten und kontrollierten Studie werden spezifische Effekte der optimierten Bewegungstherapie in einer verhaltensmedizinisch- orthopädischen Rehabilitation im Vergleich zum üblichen Vorgehen evaluiert. Zur Überprüfung der nachhaltigen Wirksamkeit werden relevante Variablen bei 214 Personen zu vier Messzeitpunkten erfasst (Outcome-Variablen: u.a. rückenschmerzbedingte Beeinträchtigung, Schmerzintensität, körperliche Aktivität)

Quelle

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