Beschreibung der Studie

Viele Menschen mit Suchterkrankungen leiden unter den Folgen traumatischer Erfahrungen, wie sexueller oder körperlicher Gewalt in verschiedenen Lebensphasen. Entsprechend internationaler Richtlinien erfordert die Behandlung dieser Patienten eine integrative Therapie, die auf deren komplexe Bedürfnislage zugeschnitten ist. Derartige spezifische Angebote, die eine integrative Therapie von Sucht und Traumafolgen anstreben, haben sich im amerikanischen Raum bereits bewährt. Allerdings sind entsprechende Ansätze in Deutschland bislang kaum verfügbar. Insbesondere liegen keine überprüften Verfahren vor, die an die Erfordernisse der ambulanten Suchtbehandlung angepasst sind. Ziel dieser Studie ist daher die Überprüfung der Wirksamkeit des Therapieprogramms „Sicherheit Finden“ (Najavits 2002, 2008), ein spezifisches Behandlungsangebot für Suchtkranke mit posttraumatischen Störungen (PTBS). In die Studie werden ausschließlich weibliche Patienten mit PTBS und Substanzabhängigkeit einbezogen. Im Zentrum steht die Frage, ob diese spezifische Behandlung im Sinne ihrer Zielsetzung zu einer Verbesserung posttraumatischer Belastungssymptome sowie geringerem Substanzkonsum führt und wie ihre Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Interventionen einzuschätzen ist.

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Studiendetails

Studienziel PTBS Symptomatik: Instrument: Interview: SKID-I, PSS-I, Selbstbeschreibungsfragebogen: PDS; Messzeitpunkt: T0: Beginn Therapie, T1: Ende Therapie nach 16 Wochen, T2: 3 Monate nach Therapieende, T3: 6 Monate nach Therapieende
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 342
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • aktuelle substanzbezogene Störung (nach DSM-IV),
  • mindestens subsyndromale PTBS (nach DSM-IV),
  • genügende Kenntnisse der deutschen Sprache

Ausschlusskriterien

  • akueller intravenöser Drogenkonsum,
  • akute psychotische Erkrankungen,
  • organisch bedingte psychische Störung,
  • schwere kognitive Einschränkungen,
  • akute Suizidalität,
  • Merkmale, die mit der Durchführung der Therapie interferieren ,
  • z.B. bevorstehende Inhaftierung, lebensbedrohliche körperliche Erkrankungen)

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Anpassungsstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Bei Menschen, die Missbrauch im Kindesalter erlebt haben und eine Substanzabhängigkeit aufweisen, tritt PTBS als häufige komorbide Störung auf. In deutschen Stichproben von Patienten mit Substanzabhängigkeit liegt die Prävalenz einer aktuellen PTBS, die in den meisten Fällen auf Kindesmisshandlung bezogen ist, bei 15-30% (Schäfer et al. 2007, Driessen et al. 2008). Entsprechend internationaler Richtlinien erfordert die Behandlung dieser Patienten eine integrative Therapie, die auf deren komplexe Bedürfnislage ausgerichtet ist. Bislang sind in Europa jedoch keine evaluierten Therapien für Menschen mit PTBS und Substanzabhängigkeit verfügbar. Es besteht daher eine substanzielle Lücke in der Versorgung von Opfern von Kindesmissbrauch und -vernachlässigung. „Sicherheit finden“ (Najavits 2002) ist eine manualisierte kognitiv-behaviorale Behandlung, deren Wirksamkeit in verschiedenen Studien in den USA nachgewiesen werden konnte. Das Manual wurde bereits in deutscher Sprache veröffentlicht (www.trauma-und-sucht.de). In eine Pilotstudie konnte die gute Durchführbarkeit sowie Akzeptanz und eine hohe Haltequote (85%) bei N=38 weiblichen Opfern von Kindesmissbrauch mit PTSD und Substanzabhängigkeit gezeigt werden. (Schäfer et al. 2010b). Für die Verbreitung des Programms, ist es jedoch notwendig, dass dessen Wirksamkeit unter den Bedingungen des deutschen Gesundheitssystems repliziert wird. Ziel dieser Studie ist daher die randomisiert-kontrollierte Überprüfung der Wirksamkeit einer standardisierten kognitiven-behavioralen Gruppentherapie („Sicherheit finden“) bei weiblichen Erwachsenen mit einer Substanzabhängigkeit und PTBS. In internationalen Studien konnte die überlegene Wirksamkeit des Programms im Vergleich zur Standardbehandlung sowie die Nicht-Unterlegenheit im Vergleich zu anderen Standard-KVT-Interventionen nachgewiesen werden. Standardisierte KVT-Behandlungen werden für gewöhnlich nicht in ambulanten Suchteinrichtungen angeboten. Dennoch soll das Programm mit einem standardisierten Training zur Rückfallprävention (S.T.A.R., Körkel & Schindler 2003) verglichen werden.

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