Beschreibung der Studie

Diese an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien durchgeführte Studie widmet sich den Betroffenen von Gewalt und sexuellem Missbrauch niederösterreichischer Landesjugendheime, die sich an die niederösterreichische Opferschutzkommission gewandt haben. Gegenstand des Forschungsprojektes sind die psychotraumatologischen Konsequenzen, unter denen die Opfer von Gewalt und Missbrauch leiden. Dabei gilt die forschungsleitende Frage dem Zusammenhang zwischen der erlittenen Traumatisierung und der in den Dokumenten der Opfer bzw. im Rahmen der Untersuchung festgestellten psychischen Folgen. Hintergrund: Im Jahr 2010 hat die Aufdeckungswelle von Gewalt- und Missbrauchshandlungen in der katholischen Kirche auch Österreich erreicht. Dafür wurde die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft (UOA) mit der Unabhängigen Opferschutzkommission (UOK) etabliert, die sich einer gründlichen und sensiblen Aufarbeitung der Fälle von Gewalt und Missbrauch in der katholischen Kirche widmen soll. Mitbedingt durch die mediale Präsenz der UOK meldeten sich zunehmend mehr Opfer auch aus anderen gesellschaftlichen Bereichen. So wurde im Mai 2011 in Niederösterreich eine Kommission gegründet, die sich an den Prinzipien der UOK orientiert. Sie bietet den Betroffenen von Missbrauch und Gewalt der Landesjugendheime eine zentrale Anlaufstelle. Die Tätigkeit der niederösterreichischen Kommission zielt auf eine gründliche Schadensaufarbeitung und Opferanerkennung ab. Das Forschungsteam beschäftigt sich seit August 2011 mit der Erforschung des Zusammenhangs zwischen erlittenen Traumata und den psychischen Folgen für die Opfer kirchlicher Gewalt. Die vorliegende Studie der Betroffenen niederösterreichischer Landesjugendheime wird parallel und in analoger Weise durchgeführt. Methode: Auf Basis des psychotraumatologischen Modells (Maercker, 2009) werden die der niederösterreichischen Opferschutzkommission vorliegenden Daten der Opfer (Gutachten, Dokumentation der Traumatisierung, Forderungen der Opfer) analysiert. Die Betroffenen von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die von der Kommission begutachtet wurden und der Teilnahme an der Untersuchung zugestimmt haben, werden mithilfe von psychodiagnostischen Tests/Fragebögen in Bezug auf gesundheitsfördernde Faktoren und Ressourcen im Sinne des psychotraumatologischen Rahmenmodells befragt. Außerdem wird ein strukturiertes klinisches Interview zu psychischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen durchgeführt. Mit darüber hinaus interessierten Studienteilnehmern werden qualitative Interviews zu vertiefenden Themen durchgeführt. Die Vergleichbarkeit zur bereits laufenden Studie über Betroffene kirchlicher Gewalt liefert eine völlig neue Perspektive auf die bereits thematisierten Zusammenhänge. Dadurch sind für Forschung und Praxis innovative Erkenntnisse und Entwicklungen zu erwarten.

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Studiendetails

Studienziel Der "Zusammenhang zwischen erlittener Traumatisierung und den festgestellten psychischen Folgen", soll durch die Vorgabe von standardisierten Fragebögen, eines strukturierten Klinischen Interviews und die Durchführung qualitativer Tiefeninterviews, sowie den bereits vorliegenden psychologischen Begutachtungen geklärt werden. (Die psychologischen Gutachten wurden von Psychologinnen der Opferschutzkommission erstellt). Fragebögen: 1. SKID I +II – Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV (Psychische Störungen, Persönlichkeitsstörungen) 2. Eigens entwickelter Fragebogen zu Disclosure und soziale Reaktion 3. Eigens entwickelter Fragebogen zu sozialer Unterstützung 4. PCL-C - Posttraumatic Stress Disorder Checklist-Civilian Version: Checkliste zu posttraumatischer Symptomatik 5. DTQ - Disclosure of Trauma Questionnaire: Wirkung des Offenlegens traumatischer Erlebnisse 6. CD-Risc - Connor Davidson Resilience Scale: Widerstandsfähigkeit/Resilienz 7. BSI - Brief Symptom Inventory: psychische Beschwerden 8. CISS - Coping Inventory for Stressful Situations: Aufgabenorientiertes, Emotionsorientiertes und Vermeidungsorientiertes Coping 9. LOT-R – Life Orientation Test: Optimismus und Pessimismus.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Amt der Niederösterrreichischen Landesregierung Gruppe Gesundheit und Soziales Abteilung Landeskrankenanstalten und Landesheime
Weitere Informationen Studienwebseite

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch niederösterreichischer Landesjugendheime, die von Opferschutzkommission begutachtet wurden und der Verwendung ihrer Daten für wissenschaftl. Zwecke zugestimmt haben. (Alter: 18+)

Ausschlusskriterien

  • Alter: unter 18

Adressen und Kontakt

Fakultät für Psychologie. Institut für Angewandte Psychologie: Gesundheit, Entwicklung und Förderung., Wien

Ansprechpartner: Mag. Viktoria Kantor

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Häufig gestellte Fragen

Im Zentrum des Forschungsvorhabens stehen die Betroffenen von Gewalt und sexuellem Missbrauch niederösterreichischer Landesjugendheime, die sich an die Opferschutzkommission des Landes gewandt haben. Die forschungsleitende Frage gilt dem Zusammenhang zwischen der erlittenen Tat (Traumatisierung) und den in den Dokumenten der Opfer sowie den im Rahmen der Studie festgestellten psychischen Folgen. Die Studie zielt darauf ab, ein Gesamtbild der Vorkommnisse und der daraus entstandenen Folgen für die Opfer zu erarbeiten. Das Forschungsvorhaben wird parallel und in analoger Weise zu der seit August 2011 laufenden Studie der Opfer katholischer Institutionen geführt. Dadurch entsteht eine Vergleichbarkeit der Betroffenen von Gewalt und Missbrauch in weltlichen und klerikalen Einrichtungen bezüglich der Erlebnisse und der individuellen Verarbeitungsmechanismen. Methode: Das Studiendesign beinhaltet drei Ebenen der Datenerhebung: 1.) Auf Basis des psychotraumatologischen Modells (Maercker, 2009) werden die Daten der Betroffenen (Gutachten, Dokumentation der Traumatisierung, Forderungen der Opfer) analysiert. 2.) Betroffene von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die der Teilnahme an der Untersuchung zugestimmt haben, werden mithilfe von international anerkannten und standardisierten psychodiagnostischen Fragebögen/Tests in Bezug auf gesundheitsfördernde Faktoren und Ressourcen im Sinne des psychotraumatologischen Rahmenmodells befragt. Außerdem wird ein SKID I+II Interview durchgeführt (SKID = Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV). 3.) Vertiefende Interviews mit darüber hinaus interessierten Betroffenen. Für Österreich ist eine derartige Opferanerkennung neu. Die Effekte durch soziale Anerkennung sowie durch Disclosure können erstmalig für Österreich an einer Opfergruppe untersucht werden. Genderspezifische Modellüberprüfungen durch einen hohen Anteil an Männern in der Betroffenengruppe ermöglichen neue Erkenntnisse zum psychischen Prozess nach sexueller Traumatisierung bei Männern und Frauen.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien