Beschreibung der Studie

Zahlreiche aktuelle Befunde weisen einheitlich darauf hin, dass die Eltern Adoleszenter und junger Erwachsener (adolescents and young adults, AYA) mit malignen Erkrankungen durch die Krebsdiagnose ihres Kindes krankheitswertig psychisch belastet sind und an somatopsychischen Beschwerden leiden. Während für die AYA Patienten erste psychoonkologische Behandlungskonzepte entwickelt und wissenschaftlich evaluiert werden, ist die dringend erforderliche psychoonkologische Versorgung der Eltern, gemäß der Anzahl der entsprechenden wissenschaftlichen Studien und klinischen Therapieprogramme in der Literatur, insgesamt als unzureichend einzustufen. Dabei übernehmen gerade die Eltern eine Schlüsselposition für junge Patienten, da diese aufgrund der krebsbedingten Wirklichkeitsänderung in ihrer Entwicklung gestoppt werden während einer sehr veränderlichen Lebensphase. Vormals selbständige und erwachsene Kinder können auf frühere Entwicklungsstufen regredieren und bedürfen plötzlich wieder elterlicher Obhut und Verantwortung. Darüber hinaus sollen Eltern jedoch auch ihre Kinder zuverlässig durch das medizinische System navigieren und als Ansprechpartner für die behandelnden Ärzte zur Verfügung stehen. Aus diesen Gründen haben wir eine aus fünf Behandlungsstunden bestehende psychoonkologische Kurzintervention (KI) für nächste Angehörige von AYA Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen entwickelt, welche auf den therapeutischen Konzepten der Psychoedukation und der psychoonkologisch-supportiven Psychotherapie auf psychodynamischer Grundlage basiert. In einem randomisierten, kontrollierten Studiendesign soll die Wirksamkeit dieser bereits klinisch erprobten psychoonkologischen KI hinsichtlich der Verstärkung adaptiver Strategien der Krankheitsbewältigung überprüft werden. Die primäre Zielstellung der psychoonkologischen KI stützt sich auf erprobte Methoden der Arbeitsgruppe zur Modifikation subjektiver Krankheitstheorien, um tragfähige und problemorientierte Bewältigungsstrategien auszubilden und eine Besserung der emotionalen Regulation negativer Affekte bei den KI-Teilnehmern zu erreichen. Die Evaluation erfolgt mittels mobiler Tablet-PCs mit Hilfe von Selbstbeurteilungsfragebögen und zwei Fremdbeurteilungsverfahren zu vier Messzeitpunkten: t0 (Baseline), t1 (pre-treatment), t2 (post-treatment), t3 (follow-up, onkologischer Behandlungsabschluss). Die Kontrollgruppe erhält eine dokumentierte Standardbehandlung, bleibt sonst aber unbehandelt.

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Studiendetails

Studienziel Ausmaß adaptiver Strategien der Krankheitsbewältigung gemessen mittels Brief COPE-Skalen zum adaptiven Coping Messzeitpunkte: t0 (Baseline-Erhebung), t1 (pre-treatment), t2 (post-treatment), t3 (follow-up, onkologischer Behandlungsabschluss, max. 3 Monate nach t0).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 160
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Krebshilfe e.V.

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Akute / chronische hämatologisch maligne Erkrankungssituation (ICD-10-C-Diagnosen)
  • UND / ODER
  • ambulante / stationäre Behandlungssituation
  • ECOG Performance Status ≤ 2
  • Patienten 18. – 40. Lebensjahr
  • ausreichendes Beherrschen der deutschen Sprache
  • ausreichend kognitive Fähigkeiten zum Verständnis von Diagnose und Behandlung
  • schriftliche und mündliche Informationen zur Interventionsstudie
  • schriftliche Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • Behandlungsmortalität
  • Einnahme von stark sedierenden oder stark psychotrop wirkenden Medikamenten
  • hirnorganisches Psychosyndrom

Adressen und Kontakt

Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie, Magdeburg

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Zahlreiche aktuelle Befunde weisen einheitlich darauf hin, dass die Eltern Adoleszenter und junger Erwachsener (adolescents and young adults, AYA) mit malignen Erkrankungen durch die Krebsdiagnose ihres Kindes krankheitswertig psychisch belastet sind und an somatopsychischen Beschwerden leiden. Während für die AYA Patienten psychoonkologische Behandlungskonzepte entwickelt und wissenschaftlich evaluiert sind, ist die dringend erforderliche psychoonkologische Versorgung der Eltern, gemäß der Anzahl der entsprechenden wissenschaftlichen Studien und klinischen Therapieprogramme in der Literatur, insgesamt als unzureichend einzustufen. Dabei übernehmen gerade die Eltern eine Schlüsselposition für junge Patienten, da diese aufgrund der krebsbedingten Wirklichkeitsänderung in ihrer Entwicklung gestoppt werden während einer sehr veränderlichen Lebensphase. Vormals selbständige und erwachsene Kinder können auf frühere Entwicklungsstufen regredieren und bedürfen plötzlich wieder elterlicher Obhut und Verantwortung. Darüber hinaus sollen Eltern jedoch auch ihre Kinder zuverlässig durch das medizinische System navigieren und als Ansprechpartner für die behandelnden Ärzte zur Verfügung stehen. Aus diesen Gründen haben wir eine aus fünf Behandlungsstunden bestehende psychoonkologische Kurzintervention (KI) für nächste Angehörige von AYA Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen entwickelt, welche auf den therapeutischen Konzepten der Psychoedukation und der psychoonkologisch-supportiven Psychotherapie auf psychodynamischer Grundlage basiert. In einem randomisierten, kontrollierten Studiendesign soll die Wirksamkeit dieser bereits klinisch erprobten psychoonkologischen KI hinsichtlich der Verstärkung adaptiver Strategien der Krankheitsbewältigung überprüft werden. Die Evaluation der psychoonkologischen Kurzintervention erfolgt mit Hilfe von Selbstbeurteilungsfragebögen und zwei Fremdbeurteilungsverfahren zu vier Messzeitpunkten: t0 (Baseline-Erhebung, z.B. wg. Daten für Randomisierung), t1 (pre-treatment), t2 (post-treatment), t3 (follow-up, onkologischer Behandlungsabschluss, max. 3 Monate nach t0). Dabei werden zu t0 (Baseline) nur Items zur primären Fragestellung abgefragt, wegen des zu erwartenden geringen zeitlichen Abstandes zu t1 (< eine Woche) und um Interferenzen bei der Item-Beantwortung zu vermeiden. Nach Prüfung der Einschluss- und Ausschlusskriterien werden die AYA-Patienten und der emotional nächste Elternteil nach vorhandener Teilnahmebereitschaft zur Studie aufgeklärt und nach gegebenem informed consent zum Zeitpunkt t0 (Baseline) gebeten, eine Selbstbeurteilung zu den aktuellen Strategien der Krankheitsbewältigung abzugeben (PO-Bado in Fremdbeurteilung). Auf der Basis der familienanamnestischen Daten und der Baseline-Untersuchung erfolgt die Randomisierung. Die Patienten werden im Verhältnis 1:1 den beiden Therapiearmen zugeordnet. Dabei kommt die Minimierungsmethode von Pocock und Simon zur Anwendung mit einer Stratifizierung nach der familiären Krankheitsbewältigung der Angehörigen (2 Stufen), nach Erstdiagnose vs. Folgediagnose und der Frage, ob ein alleinerziehender Elternteil vorliegt oder eine Zweieltern-Familie (Randomisierung mittels Software RITA der Fa. StatSol, Lübeck). Die weiteren Befragungen mittels Selbstbeurteilungen werden direkt vor Beginn der Intervention (t1, pre-treatment), nach Beendigung (t2, post-treatment) sowie zum Abschluss der onkologischen Behandlung des AYA-Patienten, jedoch spätestens 3 Monate nach Studienbeginn (t3) durchgeführt. Die Kontrollgruppe erhält eine dokumentierte Standardbehandlung, bleibt sonst aber unbehandelt. Standardbehandlung bedeutet, dass der Psychologische Dienst der behandelnden Klinik entsprechend dem subjektiven Leidensdruck einzelner Angehöriger hinzugezogen wird. Die primäre Zielstellung der psychoonkologischen KI stützt sich auf erprobte Methoden der Arbeitsgruppe zur Modifikation subjektiver Krankheitstheorien, um tragfähige und problemorientierte Bewältigungsstrategien auszubilden und eine Besserung der emotionalen Regulation negativer Affekte bei den KI-Teilnehmern zu erreichen. Die Evaluation erfolgt mittels mobiler Tablet-PCs mit Hilfe von Selbstbeurteilungsfragebögen und zwei Fremdbeurteilungsverfahren zu vier Messzeitpunkten: t0 (Baseline), t1 (pre-treatment), t2 (post-treatment), t3 (follow-up, onkologischer Behandlungsabschluss). Die Kontrollgruppe erhält eine dokumentierte Standardbehandlung, bleibt sonst aber unbehandelt.

Quelle

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