Beschreibung der Studie

Abhängigkeitserkrankungen scheinen durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren beeinflusst zu werden, die bislang nicht in ein einheitliches Modell integriert werden konnten. Neben Umweltfaktoren spielen genetische Einflüsse eine wichtige Rolle. Empirische Befunde aus der Suchtforschung konnten Einflussfaktoren identifizieren, die für alle Arten von Suchterkrankungen bedeutsam sind. Dennoch stellt sich die Frage, warum jemand alkohol- und nicht cannabis- oder heroinabhängig wird. Es wird vermutet, dass einer bestimmten Suchterkrankung auch Faktoren zu Grunde liegen, die spezifisch für die jeweilige Sucht sind. Auf der Suche nach solchen Einflussfaktoren geht man meist von den klinisch beobachteten Symptomen (z.B. Impulskontrollstörung, mangelnder Belohnungsaufschub, die Unterbewertung negativer Verhaltenskonsequenzen) oder den pharmakologischen Wirkungen der jeweiligen Droge (z.B. Stimulation oder Blockade bestimmter Rezeptoren im Gehirn) aus. Um dieses Spektrum potentieller suchtbegünstigender Faktoren möglichst gut charakterisieren zu können, werden in der vorliegenden Studie Probanden mittels Fragebogenmaßen, experimenteller Tests und genetischer Analysen untersucht. Der Schwerpunkt des Forschungsprojekts liegt auf der Identifikation solcher Faktoren, die Cannabis- und Alkoholabhängigkeit unterscheiden bzw. ihnen gemeinsam sind.

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Studiendetails

Studienziel Das Ziel der Studie ist die Identifikation von genetischen (Polymorphismen suchtrelevanter Kandidatengene), neuropsychologischen (Trail-Making-Test, IOWA-Gambling-Aufgabe, Go-Nogo-Aufgabe, STROOP-Test) und affektiv-motivationalen Prädiktoren (Fragebogendaten, z.B. TCI), die Cannabisabhängige, Alkoholabhängige (Teilnehmer beider Gruppen sind mind. 10 Tage abstinent) und Kontrollen diskriminieren bzw. diejenigen Prädiktoren zu ermitteln, die beiden Substanzabhängigkeiten gemeinsam sind und generell die Vulnerabilität für Suchterkrankungen erhöhen.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Uni Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Experimentalgruppe: Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms (F10.2 oder F12.2),
  • freiwillige schriftliche Einverständniserklärung
  • Kontrollgruppe: Feststellung dass kein Abhängigkeitssyndrom (Substanzabhängigkeit) besteht bzw. jemals bestanden hat, freiwillige schriftliche Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • Akute Intoxikation psychotroper Substanzen, Alkohol- oder Cannabiskonsum innerhalb der letzten 10 Tage (vor der neuropsychologischen und/oder Persönlichkeitsdiagnostik), sedierende Medikation, unzureichende Kenntnis der deutschen Sprache

Adressen und Kontakt

LVR, Bonn

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Häufig gestellte Fragen

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Sowohl die Ätiologie der Alkohol- als auch der Cannabisabhängigkeit ist multifaktoriell bedingt, wobei genetischen Faktoren ein gewichtiger Einfluss zukommt. In Anbetracht des hohen Konsums dieser Substanzen und der im Hinblick auf eine Abhängigkeit z.T. eng vernetzten Einflussfaktoren, wird in der Studie das zentrale Ziel verfolgt, Prädiktoren für die jeweilige Substanzabhängigkeit im Sinne der diskriminanten und konvergenten Validität zu ermitteln. Eventuelle Prädiktoren werden aus den drei Bereichen (1) kognitive Funktionen, (2) dispositionelle affektiv-motivationale Variablen (Persönlichkeit) und (3) genetische Marker rekrutiert. Die Operationalisierung kognitiver Funktionsbereiche erfolgt über ein Go/Nogo-Paradigma, den Trail-Making Tests, ein Stroop-Paradigma und eine Gewinn-/Verlust-Spielsituation (IOWA-Gambling-TASK). Affektiv-motivationale Aspekte werden anhand ein- und mehrdimensionaler Selbsteinschätzungsinstrumente erfasst. Die Überprüfung genetischer Marker erfolgt mittels Genotypisierung suchtrelevanter Kandidatengene.

Quelle

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