Beschreibung der Studie

Die Prognose des fortgeschrittenen Magenkarzinoms und Adenokarzinom des Gastro-Ösophagealen Übergangs (GE) ist schlecht. Auch mit moderner Chemotherapie beträgt das mediane Überleben um die 8-10 Monate. Die Hemmung der Neoangiogenese scheint ein sehr vielversprechender Ansatz in der Behandlung des Magenkarzinoms zu sein. Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) ist einer der wirksamsten Stimulatoren der Angiogenese und verschiedene Ansätze, die auf den VEGF Signalweg abzielen wurden entwickelt, inklusive anti-VEGF-Antikörper, lösliche Rezeptoren, die direkt an den VEGF Liganden binden, anti-VEGF-Rezeptor-Antikörper (VEGFR) und VEGFR Tyrosinkinase-Inhibitoren. Der Durchbruch der klinischen Entwicklung der Anti-Angiogenen Therapie gegen das kolorektale-Karzinom geschah 2003 mit einer großen, prospektiven, randomisierten klinischen Studie über Bevacizumab, einem gegen VEGF gerichteten monoklonalen Antikörper. Die Anti-Angiogene Therapie leitete eine hochwirksame, komplett neue Art der Vorgehensweise auf diesem Feld ein und ist der neue Standard of Care beim fortgeschrittenen koloraktalen-Karzinom. Das Konzept der VEGF-Inhibition ist auch sehr vielversprechend in der Behandlung des Magenkarzinoms. Bevacizumab wurde in Kombination mit Irinotecan und Cisplatin in einer Phase II Studie mit 47 Patienten mit Magenkarzinom und GE-Übergangskarzinom untersucht. Bevacizumab war sicher in der Anwendung und konnte die Zeit bis zur Tumorprogression im Vergleich zu historischen Kontrollen um 75% verlängern. Etliche Phase-II Studien bestätigen die Verträglichkeit und vielversprechende Wirksamkeit von Bevacizumab bei Magenkarzinom (Bevacizumab + Docetaxel/Oxaliplatin; FOLFOX + Bevacizumab; Docetaxel/Cisplatin/Irinotecan +Bevacizumab). Diese Ergebnisse waren so vielversprechend, dass randomisierte Phase-III Studien zur Erstlinientherapie und im peri-operativen Bereich begonnen wurden (AVAGAST-Studie: Cisplatin /Capecitabin +/-Bevacizumab Erstlinie; MAGIC-B-Studie : ECX +/- Bevacizumab Perioperativ). Tyrosinkinase-Inhibitoren, die VEGF- und EGF-Rezeptoren inhibieren werden auch mit vielversprechender Wirksamkeit in der Behandlung des Magenkarzinoms untersucht. Pazopanib, ein oral-verfügbarer Tyrosinkinase-Inhibitor, inhibiert selektiv vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor-Rezeptoren (VEGFR)-1, -2 und -3, c-kit und von Thrombozyten freigesetzter Wachstumsfaktor-Rezeptor (PDGF-R), wodurch die Angiogenese, in Tumoren mit Hochregulation dieser Rezeptoren, gehemmt wird. Pazopanib bietet den Vorteil der oralen-Verfügbarkeit des Anti-Angiogenen Bestandteils. Pazopanib zeigt in Phase-II Studien zu Nierenzellkarzinom, Mammakarzinom, Weichteilsarkom, und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vielversprechende Wirksamkeit. Eine Phase-III Studie zu Pazopanib bei Nierenzellkarzinom (NCT00334282) wurde beendet und führte zu der Zulassung von Pazopanib für diese Erkrankung. Eine Phase-III Studie zu Weichteilsarkomen (NCT00753688) wird derzeit durchgeführt. In Phase-I Studien wurde Pazopanib in Kombination mit FOLFOX und Capecitabin/Oxaliplatin untersucht. FOLFOX könnte in Verbindung mit 800mg Pazopanib in der vollen Dosis gegeben werden. Bei Cape/Ox, musste Capecitabine auf 850 mg/m² zweimal täglich reduziert werden. 5-FU und Oxaliplatin basierte Regimen sind für metastasiertes Magenkarzinom als Erstlinientherapie einer der etablierten Behandlungsstandards. Die Wirksamkeit von 5-FU, Leukovorin und Oxaliplatin (FLO) im Vergleich zu 5-FU, Cisplatin könnte in einer randomisierten Phase III Studie der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) bestätigt werden. FLO besitzt ein zu bevorzugendes Toxizitätsprofil. In Deutschland ist FLO eine gebräuchliche Kombination in der Behandlung des fortgeschrittenen Magenkarzinoms und ist ein empfohlenes Regimen der neuen Deutschen S3 Richtlinie 2011. Deshalb wollen die Prüfärzte FLO+Pazopanib untersuchen.

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Studiendetails

Studienziel - Progressionsfreie Überlebensrate zu Monat 6; Zeitrahmen: 6 Monate nach Einschluss in die Studie
Status Teilnahme möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 75
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Bitte wenden Sie sich an den Sponsor / Please refer to primary sponsor

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Probanden müssen vor allen Studienspezifischen Aktivitäten oder Untersuchungen eine schriftliche Einverständniserklärung vorgelegt haben, und müssen gewillt sein den Vorgaben in Bezug auf Behandlung und Follow-up folge zu leisten.
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • Histologisch bestätigtes Adenokarzinom des Magens oder des Gastroösophagealen Übergangs, lokal fortgeschritten oder mit Metastasierung, nicht operabel.
  • ECOG-Index < oder = 2
  • Mindestens ein unidimensional messbarer Tumorparameter (laut RECIST 1.1)
  • Keine vorangegangene cytotoxische Chemotherapie (neoadjuvante oder adjuvante Behandlung ist erlaubt, wenn sie mehr als 6 Monate vor Einschluss beendet wurde)
  • Adäquate Organfunktion
  • Männer und Frauen müssen eine adäquate Verhütung praktizieren.
  • Stillende Probandinnen sollten vor Gabe der ersten Dosis der Studienmedikation aufhören zu stillen und während des gesamten Behandlungszeitraums und bis 14 Tage nach der letzten Gabe des Studienarzneimittels nicht stillen.

Ausschlusskriterien

  • Vorangegangene maligne Erkrankung, außer kurativ behandeltem Basaliom der Haut und in-situ Karzinom der Cervix.
  • berexpression von HER-2, definiert als IHC3+ oder IHC2+ oder FISH positiv.
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber 5-FU, Leukovorin, Oxaliplatin oder anderen Platinverbindungen oder Pazopanib.
  • Anamnese von oder klinische Hinweise auf ZNS-Metastasen oder Leptomeningealen Carcinomatosen.
  • Klinisch signifikante Veränderungen des Gastrointestinaltrakts, die das Risiko für eine gastrointestinale Blutung erhöhen oder die Absorption des Prüfpräparats einschränken könnten.
  • Vorhandensein einer nicht-kontrollierten Infektion.
  • korrigiertes QT-Intervall (QTc) > 480 ms laut Bazett-Formel
  • Vorliegen einer oder mehrerer der folgenden Kardiovaskulären Erkrankungen innerhalb der letzten 6 Monate; Angioplastie oder Stenting der Herzens, Myokardinfarkt, instabile Angina, Koronararterien-Bypass-Operation, symptomatische periphere vaskuläre Erkrankung, NYHA III oder IV Herzinsuffizienz
  • Schlecht eingestellter Hypertonus.
  • Zerebrovaskuläre Vorfälle inklusive transitorische ischämischer Attacke (TIA), Lungenembolie, oder unbehandelte tiefe Venenthrombose (DVT) in der Anamnese der letzten 6 Monate
  • Vorangegangene größere Operation oder Trauma innerhalb von 28 Tagen vor Gabe der ersten Dosis der Studienmedikation und/oder Vorhandensein einer nicht-heilenden Wunde, Fraktur, oder Ulzer.
  • Hinweis auf eine aktive Blutung oder Blutungsneigung.
  • Bekannte endobronchiale Läsionen und/oder Läsionen die größere pulmonale Gefäße infiltrieren.
  • Hämoptyse von mehr als 2,5ml innerhalb von 8 Wochen vor Gabe der ersten Dosis der Studienmedikation.
  • Jede schwerwiegende und/oder instabile medizinische oder psychiatrische Erkrankung, oder anderer Umstand, der die Sicherheit des Patienten, die Einverständniserklärung, oder die Compliance mit den Studienregulationen beinträchtigen könnten.
  • Nicht in der Lage oder nicht gewillt, die Einnahme verbotener Medikation für mindestens 14 Tage oder 5 Halbwertszeiten des Arzneimittels (jeweils der längere Zeitraum) vor Gabe der ersten Dosis des Prüfpräparats und für die Dauer der Studie zu unterbrechen.
  • Behandlung mit einer der folgenden Krebstherapien: Bestrahlungstherapie, Operation, oder Tumorembolisation innerhalb von 14 Tagen vor der ersten Gabe von Pazopanib ODER Chemotherapie, Immuntherapie, Therapie mit Biologicals, Therapie mit einem anderen Prüfpräparat oder hormonelle Therapie innerhalb von 14 Tagen oder 5 Halbwertszeiten des Medikaments (jeweils der längere Zeitraum) vor der Gabe der ersten Pazopanib-Dosis. Eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie muss mindestens 6 Monate vor Einschluss in die Studie beendet worden sein.
  • Jede bestehende Toxizität >Grade 1 von einer vorangegangene Krebstherapie und/oder Progression des Schweregrads, außer Alopezie.
  • Diarrhö Grad 3 oder 4
  • Periphere Polyneuropathie > NCI Grad.
  • Schwangere oder stillende Frauen
  • Männer oder Frauen, die eine Schwangerschaft innerhalb der nächsten 6 Monate planen.
  • Teilnahme an einer anderen klinischen Studie mit Prüfpräparaten innerhalb der letzten 30 Tage vor Beginn der Studie
  • Patient ist ein Kollege, oder Angestellter des Prüfarztes oder einer beteiligten Institution inklusive des Sponsors der Studie.
  • Patient ist in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen oder in Haft.

Adressen und Kontakt

Charite University medicine, Berlin

Ansprechpartner: Mario Lorenz

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Häufig gestellte Fragen

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Im Normalfall bekommen in Phase-2-Studien Betroffene zum ersten Mal die Möglichkeit, eine neue Behandlungsmethode zu erhalten. Vor der Phase-2-Studie wurde die neue Methode bereits in einer Studie der Phase 1 bei gesunden Menschen angewendet und auf ihre Sicherheit überprüft. Nur in Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel keine wirksame Therapie vorhanden ist, haben bereits in der Phase-1-Studie Betroffene teilgenommen. Phase-2-Studien haben das Ziel, eine angemessene Dosierung für das Medikament zu finden und es auf Wirksamkeit und Sicherheit zu untersuchen. Die Studien laufen meist über Wochen bis Monate und umfassen zwischen 100 und 800 Patienten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien