Beschreibung der Studie

Opfer von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexueller Misshandlung haben ein erhöhtes Risiko psychische Störungen zu entwickeln. Bisher werden viele überlebende Misshandlungsopfer nicht angemessen behandelt, obwohl es gute Therapiemöglichkeiten gibt. Unter der Leitung von Prof. Lutz Goldbeck wurde nun das Projekt CANMANAGE ins Leben gerufen. Das Projekt hat zum Ziel den Zeitraum unbehandelter psychischer Probleme nach Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung zu verkürzen und die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung der minderjährigen Misshandlungsopfer zu verbessern. Hierzu wird an vier Standorten ein hilfesystemübergreifendes Interventionsmodell implementiert und im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie evaluiert. Kern der Intervention ist die strukturierte Hilfeprozesskoordination durch hierfür geschulte Fachkräfte (sog. „Case-Manager“), die mit den von Misshandlung betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie ihren nicht misshandelnden Bezugspersonen aktiv Kontakt aufnehmen, um ihren psychiatrisch-psychotherapeutischen Hilfebedarf zu klären, bei Bedarf die Einleitung wissenschaftlich belegter Therapien erleichtern und beschleunigen sowie den Therapieprozess begleiten. Ein Vergleich mit den Kindern, die keinen Case-Manager bekommen, wird zeigen ob die Intervention wirksam ist. An der Studie teilnehmen sollen 152 Kinder nach Kindesmisshandlung und Vernachlässigung im Alter zwischen 4 bis 14 (Erhöung auf 17 Jahre, Genehmigung der Ethikkommission am 19.11.2014) Jahren sowie jeweils eine nicht-misshandelnde Bezugsperson (Eltern, Verwandte, Betreuer, etc.). Alle Teilnehmer werden detailliert zu ihrer Misshandlungserfahrung und ihrer aktuellen psychischen Gesundheit befragt.

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Studiendetails

Studienziel Anzahl der Probanden, die innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der Intervention bzw. nach einer 6-monatigen Beobachtungszeit mit usual care eine evidenzbasierte Behandlung erhalten.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 152
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Anamnestische Erfahrung von Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung oder beobachten von häuslicher Gewalt
  • Ausreichender Schutz vor Reviktimisierung
  • Informed Consent durch Sorgeberechtigte und durch das Kind (sofern dieses schreiben kann) bzw. den Jugendlichen
  • psychische Störung nach ICD-10 F

Ausschlusskriterien

  • Teilnahme an evidenzbasierter Therapie zu Studienbeginn
  • Ein anderes Familienmitglied nimmt bereits an der Studie teil

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Opfer von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexueller Misshandlung haben ein erhöhtes Risiko psychische Störungen zu entwickeln. Bisher werden viele überlebende Misshandlungsopfer nicht angemessen behandelt, obwohl evidenzbasierte Therapiemöglichkeiten vorliegen. Bei der Case-Management Interventionsstudie handelt es sich um eine prospektive, mulizentrische, randomisierte kontrollierte Interventionsstudie, welche die Wirksamkeit einer Case-Management Intervention auf die Vermittlung von Kindern mit Misshandlungs-, Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrung in evidenzbasierte Therapieangebote untersucht. Ziel ist es, den Zeitraum unbehandelter Traumafolgestörungen zu verkürzen. Eingeschlossen werden 152 Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren, die in der Vergangenheit Opfer von Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung geworden sind oder häusliche Gewalt durch einen Elternteil oder eine andere nahe Bezugsperson miterlebt haben und eine psychische Störung nach ICD-10 haben. Den minderjährigen Misshandlungsopfern wird in 50 Prozent der Fälle per Zufall ein Case-Manager zugeteilt. Der Case-Manager verfügt über ein Netzwerk mit Anlaufstellen und weiß um die Verfügbarkeit evidenzbasierter Interventionen, unterstützt die Teilnehmer darin angemessene psychiatrisch/psychologische Unterstützung aufzusuchen und begleitet den Behandlungsprozess. Teilnehmer der Kontrollgruppe erhalten die übliche Versorgung (Usual Care). Alle Teilnehmer werden zu Beginn der Studie, nach 6, 12 und 24 Monaten detailliert zu ihrer Misshandlungserfahrung und ihrer aktuellen psychischen Gesundheit befragt. Die primäre Zielgröße ist die Anzahl der Kinder, die in evidenzbasiertes Therapieangebot vermittelt wurden (National Institute for Health and Clinical Excellence Guidelines oder American Academy of Child & Adolescent Psychiatry Guidelines). Weitere Zielvariablen sind der Zeitraum unbehandelter Traumafolgestörung, die Therapieabbruchrate sowie die klinische Symptomatik.

Quelle

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