Beschreibung der Studie

Lignane sind Polyphenole, die in erheblichen Konzentrationen in unserer Ernährung auftreten. Die höchste Konzentration von Lignanen wird in Leinsamen gefunden. Es gibt gute Belege dafür, dass Ernährungsintervention mit Lignanen (bzw. Leinsamen) die Entwicklung von Brust-und Prostatakrebs, sowie Arteriosklerose verhindern kann. Allerdings müssen die durch die Nahrung aufgenommenen Lignane erst von der Darmmikrobiota (die Gesamtheit der Mikroorganismen, die den Darm des Menschen besiedeln) aktiviert werden. Das heißt, sie müssen von einem Konsortium von bakteriellen Spezies zu den sogenannten Enterolignanen Enterodiol und Enterolakton umgewandelt werden, bevor es zu einer biologischen Aktivität kommen kann. Dies zeigt, dass Bakterien der Darmmikrobiota eine wichtige Rolle spielen, um die gesundheitsförderliche Wirkung der Lignane zu bewerkstelligen. Obwohl schon viele Studien die Auswirkungen von Leinsamen in Interventionsstudien untersucht haben, mangelt es noch immer an Daten, in wie weit Zusammensetzung und Aktivitäten der Darmmikrobiota von einer Leinsamenhaltigen Ernährung beeinflusst werden. Das Hauptziel dieser Studie ist es, die Diversität der mikrobiellen Darmmikrobiota im Zusammenhang mit lignanhaltiger Nahrung in 10 gesunden männlichen Probanden (20 bis 40 Jahre-alt) festzustellen. Die Teilnehmer werden handelsübliche Leinsamen für eine Interventionsperiode von 7 Tage zu sich nehmen, ohne sonstige Beeinträchtigung der Essgewohnheiten. Blut-, Urin- und Fäzesproben werden auf Bakterienstämme und Lignan-Metaboliten untersucht, um die Hypothese testen zu können, ob eine bestimmte Zusammensetzung der Darmmikrobiota mit erhöht Enterolignan-Produktion assoziiert ist.

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Studiendetails

Studienziel 1) Analyse der Diversität und Zusammensetzung von Fäkalbakterien (Pyrosequenzierung und in situ Hybridisierung); 2) Lignan-Konzentrationen in Stuhl-, Blut- und Urinproben (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie - HPLC). Messezeitpunkte: Tag 0, 1, 7 (vor Intervention), 14 (nach Intervention), 21
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 10
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Technische Universität München Zentral Institut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung Abteilung Biofunktionalität Nachwuchsgruppe Intestinales Mikrobiom

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erwachsene gesunde Männer zwischen 20 und 40 Jahren

Ausschlusskriterien

  • Bekannte Allergie gegenüber Leinsamen;
  • Unter- und Übergewicht (BMI < 19 oder > 27);
  • Chronische Krankheiten (z.B. chronische entzündliche Darmerkrankungen, Dermatitis, Diabetes mellitus I, II, Lebensmittelallergien);
  • Medikation in den letzten 2 Monaten vor Beginn der Studie (z.B. Antibiotika oder Entzündungshemmer);
  • Prä- oder Probiotika Behandlung in den letzten 2 Monaten vor Beginn der Studie;
  • Teilnahm in einer anderen klinischen Studie in den letzten 2 Monaten vor Beginn der Studie

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Mit Leinsamen angereicherte Nahrung erhöht nachweislich die Konzentration von Enterolignanen in verschiedenen Körperflüssigkeiten (Urin, Blut, Fäzes). Allerdings wurden große interindividuelle Unterschiede festgestellt, die sich teilweise auf eine unterschiedlich zusammengesetzte Darmmikrobiota zurückführen lassen. Frühere Studien in unserem Labor konnten zeigen, dass eines der Haupt-lignane der Nahrung, Secoisolariciresinol-Diglucoside (SDG), in vitro zu dem Enterlolignan Enterodiol (ED) und Enterolakton (EL) katalysiert wird. Dies geschieht durch eine Vielzahl an verschiedenen Darmbakterien in vier Hauptreaktionen (Deglykosylierung, Demethylierung, Dehydroxylierung und Dehydrierung). Wir fanden auch, dass ein Konsortium von vier Lignan-aktivierenden Bakterien in der Lage ist, Entrolignane in vivo zu produzieren, welche die Entwicklung von Brusttumoren in gnotobiotischen Mausmodellen verhindern. Bisher wurde noch keine Humanstudie durchgeführt, die zur Beurteilung dynamischer Veränderungen der Darmmikrobiota, Enterolignan-Produktion und Host-Metabolit Parameter beigetragen hätte. Ziele der vorliegenden Studie sind: (i) die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen mikrobiellen Enterotypen und Ernährungsgewohnheiten, (ii) die Charakterisierung des Effekts einer Ernährungsintervention mit Leinsamen (0,3 g/Tag/kg) auf Vielfalt und Metaboliten der Darmbakterien, (iii) die Identifizierung von bakteriellen Markern für hohe Enterolignan-Produktion, (iv) die Analyse des Wirt-Profiles von Blut Metaboliten im Zusammenhang mit Leinsamenaufnahme, und (v) die Beurteilung der Widerstandsfähigkeit des mikrobiellen Ökosystems des Darmes nach der Intervention.

Quelle

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