Beschreibung der Studie

Die aktuellsten Daten aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar Kreis zeigen, dass mehr als 20% aller Jugendlichen in ihrem Leben bisher nichtsuizidale Selbstverletzung (NSSV) gezeigt haben. 4% zeigen dies sogar wiederholt (Brunner et al., 2007). Häufig führt dies zu einer Chronifizierung und stellt für die Jugendlichen dadurch eine ernsthafte Entwicklungsgefährdung dar. Doch nur ca. 10% der Jugendlichen, die sich häufig selbst verletzten, werden in professionellen Einrichtungen vorgestellt. Zusätzlich fehlen derzeit spezifische und effiziente Behandlungsverfahren für diese Zielgruppe. In dieser Studie soll ein neues therapeutisches Behandlungsverfahren mit anderen im öffentlichen Helfersystem bestehenden Behandlungen verglichen werden. Bei dem neuen Behandlungskonzept handelt es sich um eine manualisierte Kurzzeittherapie, die vor allem Elemente der kognitiv-behavioralen Therapie aber auch der dialektisch-behavioralen Therapie beinhaltet und speziell für Jugendliche entwicklet wurde. Es sollen 70 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis, die sich in den vergangenen sechs Monaten regelmäßiges selbstverletzt haben, einem der beiden Behandlungskonzepte zugelost werden. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der Therapie sollen die Jugendlichen zu vier Messzeitpunkten (vor Behandlung, direkt nach Behandlung, 6 Monate nach Behandlung, sowie 24-48 Monate nach der Eingangserhebung) eine umfassende Diagnostik erhalten. Der 4. Messzeitpunkt wurde im Rahmen eines Ethik-Amendments hinzugefügt (S-363/2011, positives Votum vom 16.06.2016), um Langzeiteffekte der Therapie untersuchen zu können. Im Rahmen des 4. Messzeitpunktes (Follow-Up 2) sollen zudem Proben für eine genetische Analyse genommen werden. Hierzu wird ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen, um Polymorphismen, die mit selbstverltezendem assoziiert sind, zu identifizieren. Untersucht werden sollen speziell Polymorphismen drei prominenter Rezeptoren: Dopamin, Serotonin und Oxytocin. Hauptziel der Studie ist es zu überprüfen, ob durch die Therapie eine signifikante Verringerung in der Häufigkeit von NSSV in der Therapiegruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe, also der Behandlung im bestehenden Helfersystem, bewirkt werden kann.

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Studiendetails

Studienziel Hauptzielkriterium soll die signifikante Verringerung der Häufigkeit der nichtsuizidalen Selbstverletzung in der Gruppe der Probanden, die dieses Behandlungsprogramm erhalten, im Vergleich zu der Gruppe, die TAU erhalten, sein. Diese soll mit dem Self-Injurous Thoughts and Behaviors Interview- German (SITBI-G) in der Baseline (vor der Therapie), der Postline (direkt nach Therapieende), dem Follow-Up (6 Monate nach Therapieende) sowie dem Follow-Up 2 (24-48 Monate nach Baseline) gemessen werden.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 70
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Kinder- und Jugendpsychiatrie am Psychosozialen Zentrum der Universität Heidelberg
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In die Studie sollen Probanden im Alter von 12 bis 17 Jahren, welche anhand eines standardisierten klinischen Interviews nichtsuizidale Selbstverletzungen im Sinne von Schnitt- und Brandverletzungen bzw. ähnliche Verletzungen in mindestens fünf Fällen im letzten halben Jahr angeben, rekrutiert werden. Die letzten nichtsuizidalen Selbstverletzungen sollen nicht mehr als einen Monat zurückliegen.

Ausschlusskriterien

  • Nicht an der Studie teilnehmen können Jugendliche, bei denen eine akut psychotische Symptomatik sowie akute Suizidalität, die eine sofortige stationäre Behandlung benötigt, oder andere schwere Eigengefährdung, die eine sofortige intensive oder gar stationäre Intervention erfordert, vorliegt. Auch das Vorliegen einer IQ-Minderung (IQ < 80) ist ein Ausschlusskriterium. Ebenfalls werden Jugendliche von der Behandlung ausgeschlossen, die sich zu Beginn der Studie bereits in einer laufenden Therapie befinden oder eine Behandlung abgeschlossen haben.

Adressen und Kontakt

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Aktuelle Daten aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar Kreis zeigen, dass mehr als 20% aller Jugendlichen bereits nichtsuizidale Selbstverletzung (NSSV) gezeigt haben. 4% zeigen dies sogar wiederholt (Brunner et al., 2007), was nicht selten zu einer Chronifizierung führt und für die Jugendlichen somit eine ernsthafte Entwicklungsgefährdung darstellt. Selbst repetitive Formen von NSSV führen nur selten (ca. 10%) zu einer Vorstellung der Jugendlichen durch ihre Eltern bei professionellen Einrichtungen. Zusätzlich fehlen bisher evindenz-basierte, spezifische und effiziente, manualisierte Therapieformen für diese Zielgrupe. Das vorliegende neue Behandlungsmanual - das "The Cutting Down"-Program von Taylor et al. (2011) - welches auf der Basis des MACT (Evans et al. ,1999) entwickelt und speziell für Jugendliche adaptiert wurde, soll nun erstmals in Deutschland angewendet und erstmals überhaupt auf seine Wirksamkeit hin überprüft werden. Hierfür sollen 70 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis, die in den vergangenen sechs Monaten regelmäßiges NSSV zeigten, in eine randomisiert kontrollierte Therapiestudie eingeschlossen werden. Die Jugendlichen sollen zu vier Messzeitpunkten (vor Behandlung, direkt nach Behandlung, 6 Monate nach Behandlung sowie 24-48 Monate nach Eingangserhebung) eine umfassende Diagnostik mit Hilfe von strukturierten Interviews und Fragebögen erhalten. Der 4. Messzeitpunkt wurde im Rahmen eines Ethik-Amendments hinzugefügt (S-363/2011, positives Votum vom 16.06.2016), um Langzeiteffekte der Therapie untersuchen zu können. Im Rahmen des 4. Messzeitpunktes (Follow-Up 2) sollen zudem Proben für eine genetische Analyse genommen werden. Hierzu wird ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen, um Polymorphismen, die mit selbstverltezendem assoziiert sind, zu identifizieren. Untersucht werden sollen speziell Polymorphismen drei prominenter Rezeptoren: Dopamin, Serotonin und Oxytocin. Erklärtes Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob durch die Therapie eine signifikante Verringerung (bzw. Vollremission) in der Häufigkeit von NSSV in der Therapiegruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die „Treatment As Usual“ (TAU) erhält, bewirkt werden kann. Auch sollen sekundär eine Verbesserung des Wohlbefindens und des Selbstwertes sowie die Verringerung der Depressivität Ziele der vorliegenden Studie sein. Um die Ursachen und Mitbedingungen dieses noch nicht allzu weit erforschten Störungsbildes zu untersuchen, soll überprüft werden, ob das Vorliegen komorbider Störungen oder belastender Kindheitserfahrungen als prognostische Faktoren für den Verlauf und die Therapieresponse zu gelten haben.

Quelle

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