Beschreibung der Studie

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein mittlerweile weit verbreitetes Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen wie M. Parkinson und Essentiellem Tremor oder Dystonie. Neben der drastischen Verbesserung der Motorik und der Lebensqualität dieses Verfahrens bei Patienten mit M. Parkinson ist bekannt, dass psychiatrische Nebenwirkungen wie Depression, Apathie und Manie aber auch Störungen der frontalen Exekutiven auftreten können. Untersuchungen konnten in der Vergangenheit zeigen, dass die nach der Operation auftretende Apathie mit einem verminderten Stoffwechsel in Teilen des Stirnhirns korrelieren (Le Jeune F et al., Neurology 2009). Weiterhin zeigte sich eine Assoziation der kognitiven Beeinträchtigungen nach THS mit vorwiegend dem dorso-lateralen präfrontalen Cortex (Kalbe E et al., Neurology 2009). Jahanshahi und Kollegen zeigten sogar eine Verbesserung der frontalen Hirnleistungen (Brain 2000). In der geplanten Studie sollen Parkinson-Patienten mit bereits implantiertem THS-System mittels Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) untersucht werden. Eine Interaktion des NIRS mit dem THS-System ist keineswegs zu erwarten, zumal bereits Untersuchungen dieser Art an Patienten mit THS durchgeführt worden sind (Sakatani K et al., JNNP 1999; Murata Y et al., Keio J Med 2000). Die Untersuchung soll unter zwei Bedingungen erfolgen, mit ein- bzw. ausgeschaltetem Stimulator. Zum einen kann hier durch Vergleich mit einem Kontrollkollektiv der Parkinson-typische Zustand der intrinsischen frontalen Organisation gezeigt werden. Zum anderen kann der Einfluss der THS auf die frontalen Netzwerke ermittelt werden. An weiteren Untersuchungen sollen eine neuropsychologische Diagnostik und der klinisch-neurologische Status (Bewertung mittels UPDRS motor score) vor und nach der NIRS-Messung erfolgen.

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Studiendetails

Studienziel Vergleich der frontalen Organisation bei Patienten mit M. Parkinson gegenüber einem Kontrollkollektiv mittels fNIRS (Nahinfrarot-Spektroskopie).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 48
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Neurologische Universitätsklinik Freiburg

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  • gesunde Probanden bzw. Patienten mit M. Parkinson und tiefer Hirnstimulation

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  • Bekanntes Hirntrauma mit Hirnschädigung (Kontusion)

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Die Nebenwirkungen der tiefen Hirnstimulation im Ncl. subthalamicus (STN) stellen ein immer noch häufiges Problem dar. Psychiatrische Nebenwirkungen wie Depression und Hypomanie bzw. Manie kommen durch Beeinflussung des assoziativ-limbischen Anteils des STN zustande, während Hemidystonie, Dysarthrie, Parästhesien durch Beeinträchtigung der am STN vorbeiziehenden Capsula interna entstehen. Beim M. Parkinson ist ferner das frontale Netzwerk in das Krankheitsgeschehen einbezogen. Es kommt im Verlauf der Erkrankung zu einer Störung der Exekutivfunktionen, die dem Frontallappen zugeschrieben werden. Auch existieren Daten, dass die Funktion des Frontallappens durch die tiefe Hirnstimulation moduliert wird (Jahanshahi M et al, Brain 2000). Zwar ließen sich durch die tiefe Hirnstimulation eine schnellere und verbesserte Antwortrate in verschiedenen neuropsychologischen Tests erzielen (‚releasing the break’), andererseits zeigte sich eine Zunahme der Störung im assoziativen Lernen und Änderung des Lösungsverhaltens (Jahanshahi M et al, Brain 2000). Neben konventionellen Studien zum PFC (Kaller CP et al., Cereb Cortex 2011; Kaller CP et al., Human Brain Mapping in press) wurden auch Vorstudien zum Nachweis rostro-kaudaler Gradienten im PFC mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) durchgeführt. Ziel der geplanten Studie ist es, (1) die Veränderungen im frontalen Netzwerk bei Patienten mit M. Parkinson mittels fNIRS zu erfassen und (2) den Einfluss der THS auf die intrinsische Organisation des Frontallappens zu untersuchen. Zwar lässt die klinische Symptomkonstellation Veränderungen der Organisation vermuten, letztlich ist aber nicht klar, ob die Hierarchie aufgehoben ist oder das Zusammenspiel der Hirnregionen nicht mehr adäquat funktioniert. Dies soll mit dieser Studie überprüft werden. Vermutlich wird die Organisation präfrontaler Regionen durch die THS wieder hergestellt, was zu einer Verbesserungen der frontalen Hirnleistungen führen würde.

Quelle

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