Beschreibung der Studie

In den westlichen Industrienationen stellt der Schlaganfall die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen im Erwachsenenalter dar. Die Erforschung neuer Therapiekonzepte muss vorangetrieben werden, um Schlaganfallpatienten einen Wiedereinstieg in ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang kommt besonders der Rehabilitation von Arm-und Handfunktionen hohe Bedeutung zu, da die Hände die wichtigsten Werkzeuge zur Interaktion mit der Umwelt sind. Unsere Studie verfolgt zwei Ziele. Zum einen soll ein neues, elektrisches Stimulationsprogramm zur Handrehabilitation auf seine Wirksamkeit überprüft werden. Zum anderen wird eine genetische Untersuchung vorgenommen, durch die herausgefunden werden soll, warum die gleichen Rehabilitationsprogramme oftmals ganz unterschiedliche Erfolge bei den Patienten erzielen. Unsere Hypothese besagt, dass ein bestimmtes genetisches Merkmal die Erklärung für die unterschiedlichen Therapieerfolge der Patienten sein könnte. An unserer Studie werden zwei Gruppen von Schlaganfallpatienten teilnehmen,die allesamt eine einseitige Beeinträchtigung der Arm-Handfunktionen erlitten haben. Alle Versuchsteilnehmer werden auf das genannte genetische Merkmal untersucht, was lediglich die Abnahme einer geringen Menge Blut voraussetzt. In der ersten Gruppe wird dann der Erfolg eines Standard-Rehabilitationsprogramms überprüft, indem die Arm-Handleistungen der Patienten zu Beginn und am Ende der Maßnahme gemessen werden. In der zweiten Gruppe erhalten alle Patienten zusätzlich zum Standard-Rehabilitationsprogramm eine tägliche Elektrostimulation der betroffenen Hand. Durch den Vergleich der Ergebnisse soll herausgefunden werden, ob das untersuchte genetische Merkmal einen Einfluss auf die Rehabilitationsfähigkeit des Menschen hat und ob eine gezielte Elektrostimulation der Hand die Therapieerfolge einer Standardmaßnahme verbessern kann. Die Ergebnisse dieser Studie können helfen, zukünftig den notwendigen Therapiebedarf individuell an die Bedürfnisse eines Schlaganfallpatienten anzupassen und die Wirksamkeit der Therapie durch neuartige Stimulationsverfahren zu verbessern.

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Studiendetails

Studienziel Sensomotorisches Assessment vor und nach 10 Tagen mit Standardrehabilitationsmaßnahmen (Kontrollgruppe) bzw. vor und nach 10 Tagen mit Standardrehabilitationsmaßnehmen und peripherer Elektrostimulation (Zielgruppe)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Neurologischen Klinik und Poliklinik BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil Ruhr-Universität Bochum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter zwischen 40 und 70 Jahren;
  • Rechtshändigkeit vor dem Infarkt gemäß Einburgh Inventory of Handedness;
  • Ischämischer Infarkt (kortikal/subkortikal) im Versorgungsgebiet der A. cerebri media gemäß kranialem CT- oder MRT;
  • Einseitige Beeinträchtigung der sensomotorischen Leistungen der oberen Extremitäten, i.S. einer leicht- bis mittelgradigen Hemiparese: Grad 3-5 gemäß MRC;
  • Fähigkeit zur Durchführung von Subtest 1 und 2 des Jebsen-Taylor Handfunction-Tests

Ausschlusskriterien

  • Mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache (Subjektive Einschätzung des Versuchsleiters);
  • Kognitive Beeinträchtigungen gemäß DemTect (Score<10; ohne die handschriftliche Aufgabe 2 „Zahlen umwandeln“);
  • Einnahme von ZNS-aktiven Pharmaka jeglicher Art;
  • Residualsymptome einer vorangegangenen neurologischen Erkrankung (insbesondere Schlaganfall, plastizitätsinduzierende Läsionen, Polyneuropathien);
  • Therapierelevante psychiatrische Erkrankungen;
  • Herzschrittmacher (Sicherheitsmaßnahme für die durchzuführende Elektrostimulation);
  • Erhöhter Muskeltonus in der proximalen oder distalen Armmuskulatur (>1+ gemäß MAS);
  • bermäßiger Tremor der Hände (≤1 in Subitem 20;21 der UPDRS);
  • Absoluter sensomotorischer Leistungsverlust der oberen Extremitäten (Hemi- oder Paraplegie) und hochgradige Paresen (Grad 0-2 gemäß MRC; Unfähigkeit zur Durchführung von Subtest 1 und 2 des Jebsen-Taylor Handfunction-Test);
  • Aphasien, die eine informierte Einwilligung vereiteln;
  • Neglect;
  • Apraxie;
  • Wahrnehmungsschwelle der elektrischen Stimulation über 20 mA/Kanal

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Schlaganfall-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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In den westlichen Industrienationen stellt der Schlaganfall die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderungen im Erwachsenenalter dar. Es herrscht Übereinstimmung darüber, dass die Wiederherstellung sensomotorischer Leistungen auf weitreichenden neuroplastischen Reorganisationsvorgängen beruht. Obwohl plastische Prozesse im Gehirn in begrenztem Umfang spontan auftreten, werden spezifische therapeutische Interventionen genutzt, um Reorganisation und damit assoziierte Verhaltensverbesserungen gezielt hervorzurufen. Die geplante Studie hat zum Ziel, an Patienten nach ischämischem Schlaganfall potentielle Einflüsse der individuellen genetischen Determinierung des BDNF Val66Met-Polymorphismus aufzudecken. Der Wachstumsfaktor BDNF ist relevant für grundlegende Hirnfunktionen wie Plastizität und Reparatur. Im Einzelnen wird die Auswirkung eines kontrollierten, um periphere Elektrostimulation erweiterten Standardrehabilitationsprogramms auf die Wiederherstellung sensomotorischer und neurophysiologischer Leistungen untersucht. Wir gehen dabei davon aus, dass es einen Einfluss des BDNF Val66Met-Polymorphismus auf das Ausmaß neuroplastischer Reorganisation und damit auf den Therapieerfolge gibt. Langfristig können die Erkenntnisse des nachfolgend beschriebenen Projektes genutzt werden, um Therapieprogramme individuell an das Rehabilitationspotential von Schlaganfallpatienten anzupassen und so zu einem effektiven Einsatz therapeutischer Ressourcen beizutragen.

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