Beschreibung der Studie

Die Nierentransplantation hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre von einer experimentellen Behandlung zur Therapie der Wahl bei Patienten mit langfristiger Abhängigkeit von der Dialyse aufgrund einer schweren Nierenerkrankung entwickelt. Im Vergleich zur Dialyse bietet die Nierentransplantation eine verbesserte Lebensqualität für die Patienten. Gleichzeitig ist die Nierentransplantation für den betroffenen Patienten in der Regel auch mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Neben Fortschritten in der Operationstechnik waren die letzten Jahrzehnte vor allem durch die Entwicklung neuer Medikamente gekennzeichnet. Die dadurch mögliche Vermeidung bzw. Abschwächung einer Abstoßungsreaktion des körpereigenen Immunsystems gegen die fremde Niere ist enorm wichtig, damit das transplantierte Organ auch langfristig seine Funktion behält. Trotz aller Verbesserungen kommt es aber auch heute noch bei einigen Patienten zu einem Funktionsverlust der transplantierten Niere, was im schlimmsten Fall den Wiederbeginn der Dialysetherapie bedeutet. Als Ursachen hierfür können Infektionen durch verschiedene Krankheitserreger (z.B. Viren), Probleme bei der Operation (z.B. schwierige Gefäßanschlüsse mit nachfolgenden Durchblutungsstörungen der Niere) oder aber auch eine eingeschränkte Qualität der gespendeten Niere genannt werden. Darüber hinaus treten trotz der modernen Medikamente immer wieder Abstoßungsreaktionen unterschiedlicher Schweregrade auf. Um diese Probleme zu erkennen, muss die Funktion der gespendeten Niere engmaschig überwacht werden. Dies stellt den Arzt allerdings immer wieder vor relevante Probleme und setzt den Patienten einem nicht unerheblichen Risiko aus, da zur letztendlichen Diagnosesicherung häufig Probenentnahmen aus der transplantierten Niere erfolgen müssen. Trotz dieser Maßnahmen ist die Abschätzung der Prognose für das Überleben der transplantierten Niere heute nur sehr eingeschränkt möglich. Die hier vorliegende Studie soll nun bei Patienten die sich einer Nierentransplantation nach Lebendspende oder Kadaverspende unterziehen, neu entwickelte Zelltodmarker im Blut sowie Urin der Patienten untersuchen. Es soll die Frage geklärt werden, inwiefern sich diese Zelltodmarker für die frühzeitige Erkennung einer Funktionsstörung der transplantierten Niere eignen. Dies wäre enorm wichtig, da das frühzeitige Erkennen derartiger Störungen eine zielgerichtete Diagnostik sowie die Einleitung einer spezifischen Therapie ermöglichen würde. Erste Voruntersuchungen ergaben jedenfalls sehr vielversprechende Ergebnisse, da ein Anstieg der Zelltodmarker bei Patienten nach Nierentransplantation mit einer verzögerten Funktionsaufnahme der transplantierten Niere einherging.

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Studiendetails

Studienziel Unterschiede der Plasma- bzw. Urinkonzentrationen der einzelnen Biomarker bei Patienten nach Nierenlebendspende und Nierenkadaverspende unmittelbar vor der Transplantation (Prä), unmittelbar nach Beendigung des operativen Procederes (T0), sowie 1 Tag (T1), 3 Tage (T3), 5 Tage (T5), 7 Tage (T7) und 10 Tage (T10) später.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Klinik für Anaesthesiologie Uniklinkum Heidelberg

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Nierentransplantation nach Lebend- oder Kadaverspende

Ausschlusskriterien

  • Nichterfüllung der Einschlusskriterien, Verweigerung der Studienteilnahme, ABO-Inkompatibilität zwischen Donor & Empfänger, hoch-immunisierte Empfänger (PRA >85), vorbestehende Lebererkrankung oder Leberinsuffizienz, Z.n. bereits stattgehabter Transplantation (NTPL, LTPL, HTPL), Einnahme von Immunsuppressiva vor Studieneinschluss (z.B. CED), allgemeine Ausschlusskriterien

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Nierentransplantation hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre von einer experimentellen Behandlung zur Therapie der Wahl bei der dialysepflichtigen Niereninsuffizienz entwickelt. Im Vergleich zur Hämo- oder Peritonealdialyse bietet die Nierentransplantation eine verbesserte Lebensqualität für die Patienten. Gleichzeitig ist die Nierentransplantation für den betroffenen Patienten in der Regel auch mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Neben Fortschritten in der Operationstechnik sind die letzten Jahrzehnte vor allem durch die Einführung neuer immunsuppressiver Medikamente gekennzeichnet. Die dadurch mögliche Vermeidung einer akuten Abstoßung in der Frühphase nach Nierentransplantation stellt die Basis der heutigen Möglichkeiten dar. In einigen Fällen kommt es jedoch nach wie vor zu einem primären oder sekundären Transplantatversagen mit weitreichenden Folgen für den Patienten wie der Notwendigkeit einer Re-Operation, Re-Transplantation oder eines Wiederbeginns der Dialysetherapie. Ursächlich hierfür sind Abstoßungsreaktionen, virale Infektionen, operative Probleme wie beispielsweise Gefäßverschlüsse oder Perfusionsprobleme, darüber hinaus eine eingeschränkte Qualität des Spenderorgans. Um diese Probleme zu erkennen, ist ein ausgedehntes klinisches, virologisches und pathologisches Monitoring nötig, welches häufig auch invasive Diagnostik wie perkutane oder Keilbiopsien mit nicht unerheblichen Risiken für den Patienten bedeutet. Trotz dieser Maßnahmen ist die Abschätzung der Prognose für das Transplantat-Überleben heute nur sehr eingeschränkt möglich. Es gilt, hier eventuelle Störungen möglichst frühzeitig zu erkennen, um intervenieren zu können. Die hier vorliegende Studie hat zum Ziel, bei Patienten, die sich einer Nierentransplantation unterziehen, prospektive Prognoseparameter zu definieren, die eine Abschätzung des Transplantatüberlebens in den ersten Tagen nach Nierentransplantation ermöglichen. Dabei sollen klinisch-chemische Parameter, wie die Kinetik des Serum-Kreatinins, des Serum-Harnstoffs, die Entwicklung der glomerulären Filtrationsrate sowie die Urinausscheidung und Urinmarker untersucht werden. Insbesondere sollen Marker der Caspase-Aktivierung in Form der Konzentrationsverläufe von Totalem Keratin (K) 18 sowie der K18 Fragmente im Plasma sowie Urin der Patienten als prognostischer Faktor untersucht werden. Bei Patienten nach Nierentransplantation konnte bereits gezeigt werden, dass sowohl eine vermehrte Nekrose, als auch eine gesteigerte Apoptoserate mit einer verzögerten Funktionsaufnahme des Transplantates einherging. Das frühzeitige nicht-invasive Erkennen von Transplantat-Dysfunktionen würde eine zielgerichtete Diagnostik und die Einleitung einer kausalen Therapie bei Patienten mit Transplantatversagen ermöglichen. In die hier vorliegende prospektive, nicht-randomisierte klinische Beobachtungsstudie sollen 75 Nierentransplantationspatienten nach Kadaverspende (NDD1-75) sowie 75 Nierentransplantationspatienten nach Lebendspende (NLD1-75) eingeschlossen werden. Relevante demographische Daten, klinische Daten sowie Routinelaborwerte werden dokumentiert. Hauptzielkriterien: Im Vordergrund steht allerdings die vergleichende Bestimmung der Konzentrationsverläufe von totalem Keratin (K) 18 sowie der K18 Fragmente im Plasma sowie Urin der Patienten nach Lebend- vs. Kadaverspende. Darüber hinaus soll in den beiden Studiengruppen untersucht werden, inwiefern die Bestimmung der Konzentrationen von totalem Keratin (K) 18 sowie der K18 Fragmente im Plasma sowie Urin der Patienten als prognostischer Parameter für eine Funktionsstörung des transplantierten Organs dienen kann. Hierfür werden die Studienpatienten in Bezug auf das Auftreten von Funktionsstörungen binnen 10 Tagen nach stattgehabter Transplantation untersucht. Eine Funktionsstörung ist hierbei definiert als die Notwendigkeit zu einer therapeutischen Intervention wie z.B. erneute Dialysepflichtigkeit, operative Revision, Eskalation/Deeskalation der Immunsuppression, antibiotische, antimykotische oder antivirale Eskalation. Patienten die innerhalb des 10-Tages Untersuchungszeitraumes keine Komplikation entwickeln, werden als Kontrollgruppe zusammengefasst. Ferner wird ein Langzeit-Follow-Up 365 Tage nach NTPL durchgeführt. Nebenzielkriterien: Weiterhin sollen die Konzentrationen des Kidney-Injury-Molecule-1 (KIM-1), des Neutrophil gelatinase-associated Lipocalin (NGAL), der N-Acetyl-β-D-Glucosaminidase (β-NAG), des Cystatin C sowie von verschiedenen inflammatorischen Markern (IL-6, IL-8, Methylglyoxal, ADMA, L-Arginin, Advanced Oxidation Protein Products) im Plasma sowie Urin von Patienten untersucht werden, welche entweder eine Lebendspende oder eine Kadaverspende erhalten. Ferner sollen die Konzentrationsverläufe dieser Marker im Hinblick auf ihre prognostische Aussagekraft für einen komplikativen Verlauf (Funktionsstörung des transplantierten Organs) untersucht werden. Material & Methoden Die Erhebung der Studien-relevanten Daten sowie die Entnahme der zugehörigen Plasma- & Urinproben erfolgt unmittelbar vor der Transplantation (Prä), unmittelbar nach Beendigung des operativen Procederes (T0), sowie 1 Tag (T1), 3 Tage (T3), 5 Tage (T5), 7 Tage (T7) und 10 Tage (T10) später. Die quantitative Bestimmung des totalen K18 in den humanen Plasma- sowie Urinproben erfolgt mittels des M65 Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) Kit (Peviva AB, Bromma, Sweden) gemäß den Vorgaben des Herstellers. Die quantitative Bestimmung der K18 Fragmente in den humanen Plasma- sowie Urinproben erfolgt mittels des M30-Apoptosense Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) Kit (Peviva AB, Bromma, Sweden) gemäß den Vorgaben des Herstellers. Darüber hinaus werden die Konzentrationen weiterer Biomarker im Plasma sowie Urin der Patienten mittels ELISA-Technik nach den Vorgaben des Herstellers bestimmt: KIM-1 (R&D Systems, Minneapolis, USA), NGAL (Hycult Biotech, Uden, Niederlande), β-NAG (Hölzel Diagnostika GmbH, Köln, Deutschland), Cystatin C (R&D Systems, Minneapolis, USA), IL-6 (R&D Systems, Minneapolis, USA), IL-8 (R&D Systems, Minneapolis, USA), ADMA (Immundiagnostik AG, Bensheim, Deutschland), L-Arginin (Immundiagnostik AG, Bensheim, Deutschland), Advanced Oxidation Protein Products (AOPP) (Cell Biolabs, Inc., San Diego, USA) Die quantitative Bestimmung der Plasmakonzentrationen von Methylglyoxal wird mittels eines HPLC-basierten Verfahrens erfolgen. Das initiale MicroRNA-Screening erfolgt mittels Mikrofluidtechnik (Agilent 2100 Bioanalyzer). Die weiterführende MicroRNA-Diagnostik erfolgt dann mittels der RTq-PCR. Alle Konzentrationsmessungen werden als Doppelbestimmungen durchgeführt.

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