Beschreibung der Studie

Als Pusher-Symptomatik bezeichnet man eine Raumorientierungsstörung bei Halbseitenlähmung nach Schlaganfall, bei der sich die Patienten aktiv zur gelähmten Seite drücken. Die Patienten zeigen zudem aktiven Widerstand bei passiver Korrektur der verkippten Körperposition. Dieser Widerstand wird verstärkt durch Abspreizen und Strecken der nicht-paretischen Extremitäten. Die Pusher-Symptomatik kann zu schweren Stürzen führen und erschwert wesentlich den Rehabiliationsprozess. Trotz der Dringlichkeit für effektive therapeutische Verfahren bei Patienten mit Pusher Symptomatik gibt es noch kaum Untersuchungen zu spezifischen Interventionen. In einer vorhergehenden Pilot-Studie haben wir herausgefunden, dass Gangtraining auf dem Lokomat einen unmittelbaren positiven Effekt auf die Pusher-Symptomatik hat im Vergleich mit konventioneller Physiotherapie. Im Rahmen dieser Studie möchten wir untersuchen, ob eine intensive zweiwöchige Therapie auf dem Lokomat auch langfristig zu einer Verbesserung der Pusher-Symptomatik führt und diese mit konventioneller Physiotherapie vergleichen. Der Lokomat ist ein Gangroboter, der durch ein Gurtsystem einen Sturz während der Therapie verhindert und durch Gewichtsentlastung eine länger dauernde Gangtherapie in aufrechter Körperposition auch bei schwerbetroffenen Patienten möglich macht. 30 Patienten mit Pusher-Symptomatik werden zufällig einem der 2 Behandlungsarme zugeordnet. Die eine Gruppe erhält Lokomat Therapie, die andere Gruppe standard Physiotherapie. Die Behandlung dauert 2 Wochen und umfasst insgesamt 8 bis 10 60 Minuten-Therapieeinheiten. Eine frühe Nachuntersuchung nach weiteren 2 Wochen (= 4 Wochen nach Studienbeginn), sowie eine spätere Nachuntersuchung bei Entlassung dienen zur Absicherung möglicher dauerhafter Therapieeffekte.

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Studiendetails

Studienziel Unmittelbar vor und nach der Interventionsphase, 2 Wochen nach Interventionsende und bei Entlassung des Patieten aus der Klinik werden 2 klinische Skalen zur Erfassung der Pusher Symptomatik von einem verblindeten Untersucher erhoben: - Skala für contraversive Pusher-Symptomatik (SCP) - Burke Lateropulsionsskala
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten nach unilateralem ischämischem oder hämorrhagischen Hirninfarkt
  • Alter 18-90 Jahre
  • Der Patient hat eine Hemiparese
  • Der Patient ist nach der SCP als Pusher klassifiziert (cut-off > 0 Punkte pro Komponente)
  • 30 min vertikalisierbar (Standing)

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien für die Lokomat-Therapie:
  • Orthostatische Kreislaufprobleme
  • instabile bzw. nicht belastungsstabile Frakturen
  • starke Osteoporose
  • Hautprobleme im Bereich der Sicherungsmanschetten
  • bekannte vorbestehende Gelenkprobleme (z.B. Arthrose)
  • erhebliche Asymmetrien (z.B. Beinlängendifferenz)
  • Körpergröße unter 160 cm und über 190 cm oder einem Körpergewicht >150 kg.
  • Ausschlusskriterien für das Spacecurl:
  • Schwere Herz-Kreislaufstörungen
  • Bekannte Thrombose
  • Bekannte Aneurysmen
  • Instabile Wirbelsäule
  • Neurosen/Psychosen
  • Fortgeschrittene Schwangerschaft
  • Körpergröße unter 145 cm und über 195 cm oder ein Körpergewicht >130 kg

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Patienten mit Pusher-Symptomatik haben eine veränderte Wahrnehmung der Körperorientierung im Raum. Sie richten ihren Körper nach einer verkippten posturalen Vertikale aus (Pérennou et al., 2008). Patienten mit Pusher Symptomatik drücken sich aktiv zur Seite der Parese und zeigen Widerstand bei passiver Korrektur. Das posturale Gleichgewicht ist so stark beeinträchtigt, das sie ohne Hilfe häufig weder sitzen noch stehen können und der Therapie- und Rehabilitationsprozess wesentlich erschwert ist (Karnath and Broetz, 2003) In einer vorhergehenden Pilotstudie fanden wir einen positiven Kurzzeiteffekt einer einzelnen Therapieeinheit Lokomat auf die Pusher Symptomatik im Vergleich zu konventioneller Physiotherapie. Im Rahmen dieser randomisierten, kontrollierten Therapiestudie soll der Effekt von Lokomat Therapie auf die Pusher Symptomatik bei längerer Interventionszeit überprüft und mögliche Langzeiteffekte untersucht weren. Dabei wird Lokomat-Therapie mit konventioneller Physiotherapie verglichen. 30 Patienten mit Pusher-Symptomatik nach Schlaganfall werden randomisiert einem der 2 Behandlungsarme zugeordnet. Die eine Gruppe erhält Lokomat Therapie, die andere Gruppe Standard Physiotherapie. Die Intervention dauert 2 Wochen (8 Therapieeinheiten). Das frühe Follow-up nach weiteren 2 Wochen (= 4 Wochen nach Studienbeginn), sowie der späte Follow-up bei Entlassung dienen zur Absicherung möglicher dauerhafter Therapieeffekte.

Quelle

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