Beschreibung der Studie

Viele Alkoholabhängige verspüren bei Konfrontation mit bestimmten Reizen, beispielsweise Bildern oder dem Geruch von Alkohol, körperliche Reaktionen und das Verlangen zu trinken. Diese gesteigerte Reiz-Reaktivität gilt als ein wichtiger Entstehungsmechanismus des Alkoholismus. Wir konnten zeigen, dass mit Hilfe eines Löschungstraining die gesteigerte Reiz-Reaktivität von Alkohol-Patienten reduziert werden kann. Bei dem Löschungstraining wird der Patient mit dem von ihm bevorzugten Getränk konfrontiert, dass hierbei auftretende Alkoholverlangen wird im Laufe von mehreren Sitzungen gelöscht oder zumindest reduziert. In diesem Projekt soll mit Hilfe der Hirnbildgebung untersucht werden, inwieweit die Aktivierung und Verbindung bestimmter Hirnregionen diese Löschung beeinflussen. Wir erwarten, dass diese Methoden uns erlauben, Subgruppen von Patienten zu definieren, die unterschiedlich stark von einem Löschungstraining profitieren. Dies kann zur Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung beitragen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Erfassung des Ausmaßes der Veränderung funktionellen und strukturellen Konnektivität von präfrontaler und striatraler Hirnregionen durch das Extinktionstraining bzw. Neurofeedback, gemessen mittels Magnetresonanztomographie. Messzeitpunkte: zu Beginn (5-21 Tage nach Entgiftung) und nach Abschluss der Therapie drei Wochen später.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle:
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahre
  • Visus > 0.8 (Landoltringe)
  • Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache
  • Einwilligung nach Aufklärung muss schriftlich vorliegen („written informed consent“)
  • Für die Patienten:
  • Diagnose einer Alkoholabhängigkeit nach ICD-10- und DSM-IV-Kriterien
  • kontrollierte Abstinenz von 5-21 Tage nach der Entgiftung

Ausschlusskriterien

  • Aktuell oder während der letzten 12 Monaten bestehende psychiatrische Achse 1 Störung (DSM-IV / ICD-10 mittels SKID I) (außer Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol (bei Patienten) und Nikotin,
  • neurologische Erkrankungen,
  • Ausschlusskriterien für die MRT Untersuchung (Herzschrittmacher, implantiertes Metall, Schwangerschaft)
  • positives Drogenscreening,
  • mindestens drei Tage keine Behandlung mit psychotropen oder antikonvulsiven Medikamenten vor Aufnahme in die Studie,
  • Epilepsie,
  • Suizidalität.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Erforschung der Mechanismen, die bei einer Reduktion der bei Alkoholpatienten oft erhöhten sog. „cue reactivity“ bedeutsam sind. Unter „cue reactivity“ versteht man in diesem Zusammenhang die Reaktion auf mit der Sucht assoziierten konditionierten Stimuli. Neurobiologisch zeigt sich diese durch verstärkte Aktivierung striataler Hirnregionen auf solche „cues“. Eine verstärkte cue reactivity gilt als Risikofaktor für das Auftreten von Suchterkrankungen. Es hat sich in verschiedenen Studien zeigen lassen, dass ein Extinktionstraining, d.h. die Konfrontation der Patienten mit suchtauslösenden Reizen ohne die Ausführung konsumatorischen Verhaltens, für viele Betroffene eine effektive Behandlung darstellt. In diesem Projekt soll untersucht werden, inwieweit neurobiologische Merkmale der Patienten einen Einfluss auf die Effektivität des Extinktionstrainings haben. Da die Theorie des Extinktionslernens davon ausgeht, dass dieses durch eine Inhibition der striatalen Regionen durch präfrontale Projektionen erfolgt, soll hier untersucht werden, ob sich mittels der Erfassung des Ausmaßes der funktionellen und strukturellen Kopplung präfrontaler und striatraler Hirnregionen der Behandlungserfolg des Extinktionstrainings vorhersagen lässt. Darüber hinaus soll überprüft werden, ob die Reaktivität der striatralen Regionen auf nicht-alkohol bezogene Verstärker ebenfalls Vorhersagekraft für den Effekt der Behandlung hat. Schlussendlich soll an einer Subgruppe der Patienten überprüft werden, ob durch ein sog. „Neurofeedback“- Training der Effekt des Extinktionstrainings weiter verstärken kann und inwieweit dieser Effekt ebenfalls von der fronto-striatalen Konnektivität der Patienten moduliert wird.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.