Beschreibung der Studie

Eine alleinige stationäre Raucherentwöhnung ist nicht möglich, da eine qualifizierte Tabakentzugsbehandlung nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Deshalb kommen nikotinabhängige Patienten wegen anderen Abhängigkeiten stationär, so dass die Patienten erst auf Station zu einer zusätzlichen Raucherentwöhnung motiviert werden können. In dieser Studie soll unser gegenwärtiges stationäres Raucherentwöhnungprogramm überprüft werden, wobei alle tabakabhängigen Patienten in die Studie eingeschlossen werden sollen, unabhängig davon, ob sie an der Raucherentwöhnung teilnehmen wollen. Das Programm besteht aus motivationalen ärztlichen und psychologischen Einzelgesprächen, die den Abhängigen zur Raucherentwöhnung motivieren sollen, einer ärztlichen Raucherinformationsveranstaltung und einer wöchentlichen verhaltenstherapeutischen Raucherentwöhnungsgruppentherapie, die auch für nachstationäre Patienten offen ist. Zusätzlich bieten wir eine gleichzeitige medikamentöse Nikotinersatztherapie, Vareniclin oder Bupropion zur medikamentösen Unterstützung an. Diese Medikamente sind für die Raucherentwöhnung zugelassen und stellen die Standardtherapie dar.Durch therapeutische Einzelgespräche wird versucht, eine Abstinenzmotivation für die Tabakabhängigkeit zu erzielen. Nach der ärztlichen Raucherinformationsgruppenveranstaltung entscheidet sich der Patient, ob er an der Raucherentwöhnung teilnehmen möchte oder keine Behandlung wünscht. Zu diesem Zeitpunkt werden beide Gruppen ("Raucherentwöhnung" und "Keine spezifische Therapie") zur Teilnahme an der Studie aufgefordert und bei Einverständnis zum Ausfüllen der Fragebögen zum Aufnahmezeitpunkt, an Tag 7 und Tag der Entlassung aufgefordert. Zudem erklären sie sich bereit, 3 Monate nach Entlassung ein kurzes Telefoninterview mit einem Studienarzt zu führen. Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob Patienten mit einer zusätzlichen anderen Substanzabhängigkeit zu einer 3-wöchigen stationären Raucherentwöhnung motivieren sind und wie viele Patienten eine Rauchreduktion bzw. eine Abstinenz zum Zeitpunkt der Entlassung und zum 3-Monatszeitpunkt erreicht haben.

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Studiendetails

Studienziel Nikotinabstinenz nach 3 Monaten poststationär
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Universität Heidelberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Nikotinabhängigkeit,
  • Andere Substanzabhängigkeit

Ausschlusskriterien

  • ausgeprägte kognitive Defizite

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Psychische Störung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Eine große Zahl der Patienten mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen sind auch tabakabhängig. Bei alkoholabhängigen Patienten liegt die gleichzeitige Abhängigkeit für Tabak bei 80%. 30% dieser Patienten versterben vor Erreichen des 60. Lebensjahres, wobei primär die Tabakabhängigkeit für Organschädigung und Tod verantwortlich ist. Besonders Patienten mit Alkoholabhängigkeit wurde lange unterstellt, dass diese keine ausreichende Motivation zur Tabakabstinenz mitbringen würden und eine gleichzeitige Beendigung von beiden Abhängigkeiten kaum möglich sei und die Rückfallquoten erhöhen würde. Auch aufgrund dieser Annahmen wurde die stationäre Raucherentwöhnung von Patienten, die zur qualifizierten Entzugsbehandlung der Alkoholabhängigkeit oder anderer stoffgebundener Abhängigkeiten aufgenommen werden, lange Zeit nicht nachdrücklich verfolgt. Die Raucherentwöhnung wird zudem dadurch erschwert, dass die Patienten nicht aufgrund ihrer Tabakabhängigkeit stationär aufgenommen werden (eine qualifizierte Tabakentzugsbehandlung wird von den Krankenkassen nicht übernommen), sondern aufgrund ihrer komorbiden Substanzabhängigkeit. Hieraus resultiert, dass die Patienten erst auf Station zu einer zusätzlichen Raucherentwöhnung motiviert werden können. In dieser Studie soll unser gegenwärtiges stationäres Raucherentwöhnungprogramm überprüft werden, wobei alle tabakabhängigen Patienten in die Studie eingeschlossen werden sollen, unabhängig davon, ob sie an der Raucherentwöhnung teilnehmen wollen. Das Programm besteht aus motivationalen ärztlichen und psychologischen Einzelgesprächen, die den Abhängigen zur Raucherentwöhnung motivieren sollen, einer ärztlichen Raucherinformationsveranstaltung und einer wöchentlichen verhaltenstherapeutischen Raucherentwöhnungsgruppentherapie, die auch für nachstationäre Patienten offen ist. Zusätzlich bieten wir eine gleichzeitige medikamentöse Nikotinersatztherapie, Vareniclin oder Bupropion zur medikamentösen Unterstützung an. Diese Medikamente sind für die Raucherentwöhnung zugelassen und stellen die Standardtherapie dar. Es soll anhand von Fragebögen (FÄR, QSU, BSI,OCDS, SOKRATES-N,WHO-QOL-BREF, ADS, AASE, SCQ-A, FTND, SER-G, ISMI-R, STAI G Form X2, BDI, BIS-11, TCI, PSS) und Interviews überprüft werden, ob es Subgruppen von Patienten gibt, die besonders gut zur Raucherentwöhnung motiviert werden können, welche Abstinenzrate unser Programm am Ende des stationären Aufenthaltes und bei einem Katamnesezeitpunkt nach drei Monaten hat und ob es Subgruppen von Patienten gibt, die wiederum besonders von dem Programm durch Abstinenz profitieren. Ziel dieser Studie ist es, zu evaluieren, ob der zeitliche und finanzielle Aufwand der Raucherentwöhnung bei diesem stationären Patientenklientel mit mehreren Abhängigkeiten gerechtfertigt ist und ob es Subgruppen von Patienten gibt, bei denen die Motivationsarbeit und anschließende Raucherentwöhnung besonders erfolgreich bzw. aussichtslos ist, um ggf. Veränderungen an dem Programm selbst oder am Patienteneinschluß in das Programm vorzunehmen.

Quelle

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