Beschreibung der Studie

Diese Studie untersucht, ob intensive Sprachtherapie bei anhaltender Aphasie nach Schlaganfall zu einer dauerhaften sprachlichen und kommunikativen Verbesserung in alltäglichen Kommunikationssituationen führt. Dazu werden bei Teilnehmern mit einer Aphasie, deren letzter Schlaganfall mehr als 6 Monate zurückliegt, vor und nach einer Intensiv-Sprachtherapie verschiedene Sprachtests durchgeführt, und die Kommunikationsfähigkeit wird mithilfe von Rollenspielsituationen überprüft. Außerdem wird untersucht, ob sich durch eine intensive Sprachtherapie auch andere kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit verbessern. Zusätzlich wird überprüft, ob die Teilnehmer nach der intensiven Sprachtherapie besser in alltäglichen Situationen zurechtkommen (z.B. beim Essen zubereiten oder beim Telefonieren) und sich im täglichen Leben mehr zutrauen. Aus methodischen Gründen gibt es eine Wartelisten-Kontrollbedingung (50% der Teilnehmer), in welche die Intensiv-Sprachtherapie erst nach einer dreiwöchigen Wartezeit beginnt.

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Studiendetails

Studienziel Therapieinduzierte gemittelte Verbesserung im Amsterdam-Nijmegen Everday Language Test (ANELT) Verständlichkeitsmaß (ANELT A-Skala; verwendet werden die Parallelversionen ANELT-I and ANELT-II). Die Leistung zum Zeitpunkt der Baseline-Testung wird verglichen mit der Leistung unmittelbar und 6 Monate nach Abschluss der dreiwöchigen Intensiv-Aphasietherapie. In Fällen einer Therapiebewilligung von > 3 Wochen wird die Therapie fortgesetzt; bei einer Gesamt-Therapiedauer von >=5 Wochen wird die Leistung in der ANELT A-Skala nach Abschluss der Therapie erneut erhoben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 168
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Nicht akute (chronische) Schlaganfallpatienten mit Aphasie (>= 6 Monate nach Schlaganfall) mit nicht-hämorrhagischem oder hämorrhagischem kortikalen, subkortikalen oder subkortikal-kortikalen Schlaganfall, deutsche Muttersprache und Durchführbarkeit des AAT. Das für die Teilnahme an der Studie erforderliche sprachliche Mindestniveau wird dabei definiert als a) < 10 Fehlerpunkte (bei 10 max. möglichen Fehlern) in der ersten Aufgabengruppe des Untertests ‚Token Test‘ des AAT und b) mindestens Punktwert 1 im AAT-Untertest ‚Spontansprache‘ (Ebene 1, Kommunikations-verhalten).

Ausschlusskriterien

  • Aphasie aufgrund nicht-vaskulärer Ätiologie; 2. Kein Nachweis der Diagnose Aphasie (basierend auf den AAT Untertests Token Test und Schriftsprache); 3. schwere unbehandelte medizinische Probleme, die eine Teilnahme am Intensiv-Sprachtraining verhindern; 4. schwere Seh- oder Hörstörungen (unkorrigiert); 5. Teilnahme an einer anderen Interventionsstudie/Intensiv-Sprachtherapie innerhalb der letzten vier Wochen.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Dieses multizentrische randomisierte placebokontrollierte klinische Projekt geht der Frage nach, ob eine unter regulären klinischen Bedingungen durchgeführte intensive und integrative Sprach- und Kommunikationstherapie bei Schlaganfallpatienten mit chronischer (d.h. länger als 6 Monate nach dem akuten Schlaganfall anhaltender) Aphasie zu statistisch nachweisbaren funktionellen Verbesserungen der Alltagskommunikationsfähigkeit führt („class 1 evidence“). Deutschlandweit nehmen 14 ambulante und (teil-)stationäre Zentren teil. Mittels einer digitalen Randomisierungsprozedur werden die Patienten jeweils einer von zwei Gruppen zugeordnet: In der Experimentalgruppe startet die 3-6 wöchige intensive (d.h. >= 10 Stunden pro Woche umfassende) Sprachtherapie zum nächstmöglichen Termin; in der Wartelisten-Kontrollgruppe beginnt die Intensiv-Sprachtherapie nach einer dreiwöchigen Wartezeit. Inhaltlich erhalten beide Gruppen eine Kombination aus sprachsystematischer und kommunikativ-pragmatischer Sprachtherapie. Alltagsrelevante Kommunkationsfähigkeiten der Patienten werden unmittelbar vor sowie nach (d.h. unmittelbar und 6 Monate nach) Abschluss der Sprachtherapie mithilfe eines standardisierten Instruments (i.e., dem Amsterdam-Nijmegen Everyday Language Test, ANELT) erfasst und mit den Leistungen vor Beginn der Therapie verglichen. Die primäre statistische Analyse („primary analysis“) vergleicht die kommunikativen Fähigkeiten der Experimental- mit der der Wartelisten-Kontrollgruppe im „primary outcome measure“ [jeweils die Veränderung der Testwerte von der Baseline-Untersuchung (t1) zur Testung unmittelbar nach 3-wöchiger Intensiv-Sprachtherapie (t2)] in einem „intention to treat“ (ITT, last observation carried forward) – Design. Die Stabilität des Intensivtherapieerfolgs in der Experimentalgruppe wird 6 Monate (t3) nach Therapieende überprüft (jeweils Vergleich mit der Baseline = t1). Im Rahmen explorativer Analysen werden darüber hinaus therapieinduzierte Veränderungen (von t1 zu t2/t3) der Experimentalgruppe im Vergleich zur Wartelisten-Kontrollgruppe in verschiedenen „secondary outcome measures“ (speziell entwickelte Screening-Verfahren zur Erfassung der sprachlichen und kommunikativen Leistungen, Fragebögen zur Lebensqualität, Testung kognitive Leistungen) statistisch überprüft.

Quelle

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