Beschreibung der Studie

Patienten und Patientinnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) empfinden Beziehungen zu anderen Menschen häufig als bedrohlich und ablehnend und empfinden deswegen häufiger Ärger. Es deutet einiges darauf hin, dass Schwierigkeiten in Gedanken und in der Verarbeitung von zwischenmenschlichen Situationen und Gefühlen ein wichtiger Grund für diese erhöhte Sensitivität für zwischenmenschliche Bedrohungen, die häufigen Ärgergefühle und das erhöhte aggressive sowie selbstverletzende Verhalten bei BPS Patienten und Patientinnen sein könnte. Bisherige Studien zeigten, dass dies insbesondere mit Veränderungen in der Aktivität des limbischen Systems zusammenhängen könnte. Das limbische System ist ein Bereich im Gehirn, der für die Verarbeitung von Gefühlen eine wichtige Rolle spielt. Obwohl die Borderline Persönlichkeitsstörung bei Männern und Frauen etwa gleich häufig auftritt, könnten auch Geschlechts- und Altersunterschiede einen wichtigen Einfluss auf die Verarbeitung von sozialen Bedrohungen, Ärger und Aggression haben. In diesem Projekt werden deshalb Unterschiede in der Aktivität des Gehirns zwischen Patienten und Patientinnen mit BPS und gesunden Kontrollprobanden in der Verarbeitung von zwischenmenschlichen Bedrohungen untersucht. Weiterhin werden Unterschiede in Verhaltenstendenzen infolge von zwischenmenschlichen Bedrohungen betrachtet. Hierzu werden 85 Patienten/-innen mit BPS, 35 Patientinnen mit remittierter BPS, 35 Patientinnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und 85 gesunden Kontrollprobanden/-innen emotionale Gesichter und Situationen präsentiert. Zur Untersuchung von Alterseffekten werden Patientinnen zwischen 15 und 40 Jahren eingeschlossen.

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Studiendetails

Studienziel Experiment 1 (Verhaltensstudie): Bias für Ärger in komplexen bimodalen Stimuli, Vergleich: BPS Patienten/Innen vs. gesunde Kontrollen vs. PTBS, Maß: Verhaltensdaten. Experiment 2 (fMRT1): A. Annäherungs- und Vermeidungstendenzen für fröhliche und ärgerliche Gesichter, Vergleich: BPS Patienten/Innen vs. gesunde Kontrollen vs. PTBS, Maß: Reaktionszeiten; B. Aktivierungen im limbischen System und präfrontale-amygaläre Konnektivität, Vergleich: BPS Patienten/Innen vs. gesunde Kontrollen vs. PTBS, Maß: fMRT Daten; C. Korrelationen zwischen Aggressivität und Geschlecht mit der Annäherung auf ärgerliche Gesichter, Vergleich: BPS Patienten und Patientinnen vs. männl. und weibl. gesunde Kontrollen, Maße: Reaktionszeitdaten, Aggressivitätsfragebogen; fMRT Daten. Experiment 3 (fMRT 2): A. Stärke der Ärgerempfindung während Imagination aggressiven bzw. selbstverletzenden Verhaltens, Vergleich: BPS Patienten/Innen vs. gesunde Kontrollen vs. PTBS, Maße: subjektive Erregungsratings, fMRT, autonome Maße; B. Aktivierungen im limbischen System und präfrontale-amygdaläre Konnektivität während der Ärgerinduktion, Vergleich: BPS Patienten/Innen vs. gesunde Kontrollen vs. PTBS, Maß: fMRT.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 240
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Allgemeine Einschlusskriterien: Alter 15-40 Jahre, Bereitschaft zur Mitarbeit. Zusätzliches Einschlusskriterium für Borderline Patienten/-innen: Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV. Zusätzliches Einschlusskriterium für die PTBS-Kontrollgruppe: Posttraumatische Belastungsstörung nach DSM-IV.

Ausschlusskriterien

  • Allgemeine Ausschlusskriterien: Vorliegen einer Schwangerschaft, Lebenszeit-Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, Bipolar-I-Störung, Substanzabhängigkeit währen des zurückliegenden Jahres, organische Hirnerkrankung, schwerwiegende internistische und neurologische Erkrankung, Schädel-Hirnverletzungen in der Vorgeschichte, Metallteile im Körper, Klaustrophobie.
  • Zusätzliches Ausschlusskriterium für die PTBS-Kontrollgruppe: mehr als ein DSM-IV-Kriterium für BPS erfüllt. Zusätzliche Ausschlusskriterien für gesunde Kontrollgruppe: mehr als ein DSM-IV-Kriterium für BPS erfüllt, alle psychiatrischen Erkrankungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Anpassungsstörung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

BPS-Patienten zeigen eine Hypersensitivität, interpersonelle Bedrohung zu erleben, schreiben anderen Menschen eine feindselige Haltung zu und erleben häufig Ärger, den sie z.T. nicht kontrollieren können. Beeinträchtigungen in sozial-kognitiven Funktionen wie die Neigung, bevorzugt Ärger in Gesichtern Anderer wahrzunehmen, könnten zur erhöhten Bereitschaft Ärger zu empfinden beitragen. Das Projekt beschäftigt sich mit behavioralen und neuralen Korrelaten der (i) Hypersensitivität gegenüber sozialer Bedrohung bei BPS-Patienten und dessen Implikationen für Verhaltensdispositionen in Form von Annäherung und Vermeidung sowie (ii) mit Ärger als ein vorherrschender Affekt bei BPS und seine Verhaltensmanifestationen in Form von Aggression und Autoaggression. In einem zusätzlichen explorativen Teil versuchen wir zum ersten Mal in der BPS-Forschung, Geschlechts- und Alterseffekte systematisch zu berücksichtigen. Wir planen drei Studien: 1. In einem Verhaltensexperiment soll die Verarbeitung von mehrdeutigen, bimodalen Reizen erfolgen. 2. In einer ersten fMRT-Studie zielen wir darauf ab, Annäherungs- und Vermeidungsverhalten in Reaktion auf emotionale Gesichtsaudrücke einschließlich der zugrunde liegenden cerebralen Netzwerke mit präfronto-amygdalarer Kopplung, ventralem Striatum, Insel und verschiedenen Abschnitten des anterioren Cingulums zu untersuchen. 3. In einer zweiten fMRT-Studie benutzen wir eine auf Skripten basierende Imaginationstechnik und untersuchen psychophysiologische Reagibilität in einem Ärgerinduktionsparadigma, das von der Imagination aggressiver vs. autoaggressiver Handlungen gefolgt ist; erneut liegt unser Fokus auf dem präfronto-amygdalaren Netzwerk. BPS-Patienten und -patientinnen (N=85) sollen mit gesunden Kontrollen (N=85)und einer Vergleichsgruppe von PTBS-Patientinnen (N=35) ohne begleitende BPS verglichen werden. Zusätzlich wird eine Gruppe von Patientinnen mit remittierter BPS (N=35) untersucht.

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