Beschreibung der Studie

Viele neurologische Erkankungen präsentieren sich mit Zittern (Tremor) in Ruhe, bei Haltefunktion oder in Aktion. Die Generation bzw. die Herkunft des Tremors ist allerdings letztlich nicht geklärt, man geht von verschiedenen Tremor-Generatoren bei den zugrunde liegenden Erkrankungen aus. Diese Studie möchte die Funktion bzw. Beteiligung des Kleinhirns an verschiedenen menschlichen Tremorarten untersuchen. Unter der Vorstellung, das das Kleinhirn bei der Frequenzmodulation des Ruhe- und Haltetremors des Menschen eine wesentliche Rolle zukommt, soll bei Patienten mit Morbus Parkinson und einem Ruhe- bzw. Haltetremor oder Essentiellem Halte-und Zielbewegungstremor, einem Holmes-Tremor oder cerebellärem Tremor eine künstlich hervorgerufene Inaktivierung des kleinhirns mittels repetitiver Magnetstimulation (rTMS) durchgeführt werden. Die rTMS über dem Gehirn des Menschen gilt als etabliert und sicher. Für die Anwendung der rTMS am Kleinhirn liegen bereits einige Studien vor. Durch die geplante funktionelle Inaktivierung erwartet man bei einer Tremorgeneration im Kleinhirn, dass der Tremor verschwinden bzw. sich in seiner Intensität deutlich verringern sollte. Einzelfallberichte sprechen aber auch für eine Frequenzmodulation durch das Kleinhirn. Vor der geplanten rTMS über der gleichseitigen Kleinhirnseite soll daher der Tremor mittels einer Tremoranalyse, einer klinischen Routineuntersuchung mit Beschleunigungssensor und Aufzeichnung der Muskelaktivität, aufgezeichnet und hinsichtlich Ausprägung und Frequenz analysiert werden. Diese Analyse wird im Anschluss an die rTMS wiederholt und mit der Ausgangsmessung verglichen.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Durch Tremoranalyse wird der Tremor quantifiziert. Durch einen Vergleich der Situation vor und nach Intervention (rTMS) kann eine Frequenzmodulation und Amplitudenreduktion des Tremors nachgewiesen werden.
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Neurologische Universitätsklinikum Freiburg

Ihr ganz persönlicher Tremor-Studienberater

Über 25.000 Patienten und Angehörige erhalten über den Studienberater aktuelle und passende Studien per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

  • Neue Behandlungen entdecken
  • Keine Chance verpassen
  • Wichtigen Beitrag zum medizinischen Fortschritt leisten

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Parkinson Ruhe- oder Haltetremor, Essentiellem Tremor, Holmes Tremor und cerebellärem Tremor

Ausschlusskriterien

  • epileptische Anfälle in der Anamnese, Metallimplantate, Herzschrittmacher, Innenohrimplantate, Medikamentenpumpen, Alkohol- und Suchterkrankungen, andere psychiatrische Erkrankungen (insbesondere Depression).

Adressen und Kontakt

Diese Studie ist geschlossen. Finden Sie jetzt eine aktuelle Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Interventionen am menschlichen Gehirn mit therapeutischem Potenzial sind möglich durch direkte Stimulation des zentralen Nervensystems (transkranielle Magnetstimulation [TMS], repetitive TMS [rTMS], Theta-Burst-Stimulation [TBS], und transkranielle Gleichstrom-Stimulation [tDCS] als nicht-invasive Techniken einer kortikale Stimulation). Jede dieser Methoden ist in der Lage die motorische Erregbarkeit zu modifizieren. Abhängig von den Stimulationsparametern entstehen so entweder hemmende oder erregende Effekte. Ziel des Projektes ist die Charakterisierung der Rolle des Cerebellums bei der Generation und Frequenzmodulation des Ruhe- und Haltetremors bei verschiedenen zugrunde liegenden Erkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Parkinson oder Essentiellem Tremor. Dies soll über eine repetitive transkranielle Magnetstimulation über dem Cerebellum erfolgen, wodurch eine vorübergehende funktionelle Kleinhirnläsion (Inhibition) erreicht wird. Entsprechend der zu überprüfenden Hypothese, dass ein Ruhetremor in den Basalganglien entsteht, allerdings frequenz-modulierende Einflüsse aus dem Cerebellum erhält, sollte der Ruhetremor durch die funktionelle Kleinhirnläsion nicht verschwinden, sondern in seinen Frequenzeigenschaften beeinflusst werden. Beim Essentiellen (Halte-)tremor entgegen wird die Beteiligung des Kleinhirns an der Tremorgenerierung angenommen, so dass durch die rTMS-Inhibition des Kleinhirns der Haltetremor an Intensität abnehmen und sich auch in seiner Frequenz verändern sollte.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien