Beschreibung der Studie

Zahlreiche Studien belegen, dass eine funktionierende Patient-Behandler-Kommunikation mit höherer Adhärenz und teilweise auch mit einem besseren Behandlungsergebnis verbunden ist. Während jedoch die Kommunikationskompetenzen der Behandler häufig untersucht wurden, liegen nur recht wenige Studien zu den wirksamen Elementen der Kommunikationskompetenzen (z.B. Rückfragen stellen, Beschwerden klar beschreiben, Befürchtungen ausdrücken) chronisch Kranker (z.B. chronische Rückenschmerzen oder Brustkrebs) vor, obwohl das Befähigen des Patienten zu effektiver Kommunikation das Empowerment fördert und vorliegende internationale Interventionsstudien viel versprechende Resultate aufweisen. In dem Projekt wird untersucht, ob kompetentes patientenseitiges Kommunikationsverhalten mit wünschenswerten Endpunkten der Patient-Arzt-Kommunikation (z.B. höhere Zufriedenheit und Adhärenz, besserer Gesundheitszustand) verbunden ist und ob sich dabei geschlechtsspezifische Phänomene zeigen. Dazu werden mehrere qualitative Vorstudie (Interviews, Interaktionsanalysen) durchgeführt und Fragebögen zur Einschätzung patientenseitiger Kommunikationskompetenzen entwickelt sowie psychometrisch geprüft. Abschließend wird ein Patienten- Kommunikationstraining konzipiert und als Schulung manualisiert, welches die empirischen Ergebnisse des Projekts berücksichtigt.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt ist die Entwicklung von zwei Fragebögen zur Selbst- (KoKoPA- und KoKoPE-Fragebogen) und Fremdbeurteilung (KoKoBE-Fragebogen) der kommunikationsbezogenen Kompetenzen.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 950
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle BMBF

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Einschlusskriterien

  • Erfüllung der Diagnose "chronischen Rückenschmerzen", "chronisch ischämische Herzkrankheit" oder "Brustkrebs"

Ausschlusskriterien

  • sprachliche, kognitive und/oder physische Beeinträchtigungen (Bearbeitung eines Fragebogens dadurch nicht möglich).

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Mit Empowerment-Ansätzen sollen individuelle Fähigkeiten gestärkt und gesellschaftliche Bedingungen gefördert werden, die es ermöglichen, dass Patienten ein eigenverantwortliches und selbst bestimmtes Leben führen. Auf die Situation der Patient-Behandler-Kommunikation bezogen, bedeutet dies, dass sich Kommunikationstrainings nicht nur an Behandler richten sollten, sondern dass auch Schulungen sinnvoll sind, die am Patienten ansetzen und es diesem ermöglicht, selber in sinnvollem Maße Kontrolle über die Patient-Behandler-Kommunikation auszuüben. Unterstützt wird dieser Ansatz durch empirische Befunde, die aufzeigen, dass mit vergleichsweise einfach durchführbaren patientenseitigen Kommunikationstrainings die Patientenpartizipation verbessert werden kann, während andererseits im Bereich der Behandlertrainings für recht geringe und oft nicht durchgängig nachweisbare Effekte ein vergleichsweise hoher Aufwand betrieben werden muss. Zudem zeigen Studien, dass bestimmte kommunikative Verhaltensweisen der PatientInnen einen positiven Einfluss auf das informationsvermittelnde Verhaltens des Arztes besitzen, dass also über den Patienten auch das behandlerseitige Verhalten beeinflussbar ist. Die Förderung der kommunikativen Kompetenzen des Patienten (z.B. Fragen stellen, Informationen verifizieren, Sorgen ausdrücken, Präferenzen artikulieren) in der Patient-Behandler-Interaktion kann als ein wichtiger Bereich der Stärkung der „Patientenkompetenz“ angesehen werden und stellt eine Konkretisierung der Forderungen nach Maßnahmen zur Steigerung der „Health Literacy“ (Gesundheitskompetenz) dar. Als theoretische Rahmenkonzepte zur Begründung der Auswahl zu untersuchender Variablen und zur begrifflichen Bestimmung „kompetenten Kommunikationsverhaltens“ werden im Projekt KoKoPa verschiedene Modelle der Patient-Behandler-Kommunikation herangezogen. Das beantragte Projekt versucht folgenden aktuellen Forderungen zur Durchführung innovativer Studien im Bereich der Patient-Behandler-Kommunikation gerecht zu werden: a) einen durchgängigen Theorienbezug, b) die Einbeziehung des Gesundheitsstatus als langfristigen Endpunkt, c) die Integration qualitativer und quantitativer Methoden sowie Selbstberichten und Interaktionsanalysen, d) die Berücksichtigung der patientenseitigen Kommunikationspräferenzen und e) die Konzeption integrierter Patienten- und Behandlerschulungen. Konkret werden folgende Zielsetzungen verfolgt: Nach einer Befragung von PatientInnen und BehandlerInnen bezüglich kompetenten Kommunikationsverhaltens bei chronisch kranken PatientInnen (Qualitative Studie 1), die dazu dient, die Einstellungen und subjektiven Konzepte zu erfassen, die im Rahmen der weiteren Studiendurchführung und insbesondere bei der Konzeption der Intervention zu berücksichtigen sind, soll mittels interaktions- und sequenzanalytischer Methoden eine qualitative Analyse der Wirkungen der in der Patienten-Arzt-Interaktion gezeigten Patienten-Verhaltensweisen erfolgen (Qualitative Studie 2). Mit dieser Teilstudie sollen im Hinblick auf kurzfristige Endpunkte (unmittelbare Reaktion des Behandlers, Zufriedenheit des Patienten) wirksame Verhaltensweisen identifiziert werden und gleichzeitig (zusammen mit Literaturbefunden) inhaltliche Grundlagen für die Entwicklung von zwei Fragebögen zur Selbst- und Fremdbeurteilung der kommunikationsbezogenen Kompetenzen geschaffen werden. Die anschließende qualitative Studie 3 beinhaltet einen kognitiven Pretest der erarbeiteten Patientenbögen. Die quantitative Studie 1 dient der psychometrischen Prüfung der Fragbögen, ehe schließlich in der quantitativen Studie 2 die zentralen Fragestellungen des Projekts untersucht werden: Werden die vorher aufgestellten Hypothesen zu wirksamen (und insofern als „kompetent“ zu bezeichnenden) Patienten-Verhaltensweisen bestätigt? Wie kompetent verhalten sich PatientInnen mit chronischen Erkrankungen? Welchen Einfluss hat dabei das Geschlecht von Patient und Behandler? Das Projekt schließt mit der Konzeption von Patientenschulungs-Modulen. Dabei werden begleitend Fokusgruppen mit PatientInnen durchgeführt, um die Inhalte der Schulung auf die Bedürfnisse und Erwartungen chronisch Kranker abzustellen. Die verschiedenen Teilstudien des Projekts beziehen sich auf PatientInnen mit chronischen Rückenschmerzen, chronisch-ischämischer Herzkrankheit und Brustkrebs.

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