Beschreibung der Studie

NOMOTHETICOS ist eine Beobachtungsstudie, welche die Gegenkoppelung von Schilddrüsenhormonen auf die Thyreotropin-Ausschüttung der Hypophyse untersucht. Hierzu werden Serumspiegel für Thyreotropin und freies Levothyroxin bei Probanden mit bestimmten Schilddrüsenerkrankungen aus drei unterschiedlichen Partitionen (manifeste primäre Hypothyreose, Euthyreose bei Vollsubstitution mit Levothyroxin und manifeste Hyperthyreose) untersucht. Anschließend erfolgt eine Modellbildung durch ein bestimmtes mathematisches Verfahren (nichtlineare Regression).

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Studiendetails

Studienziel Nichtlineare Korrelation der TSH-Spiegel mit peripheren FT4-Spiegeln. [Zeitrahmen: Daten der eingeschlossenen Patientinnen und Patienten werden jeweils am Wochentage nach der Untersuchung erfasst (um Laboruntersuchungen zu ermöglichen). Modellvergleich wird sofort nach Einschluss der 100. Patientin bzw. des 100. Patienten angeschlossen.] Nichtlineare Modellierung der Hypophysenantwort mit unterschiedlichen Modellen (logarithmisch, polynomisch, nichtkompetitive divisive Inhibition). Auswahl desjenigen der möglichen mathematischen Modelle, das eine optimale Kombination aus bester nichtlinearer Korrelation (im Sinne eines minimalen p-Werts), minimaler Entropie (im Sinne eines minimalen Wertes des Akaike Information Criterions, des Bayesschen Information Criterions und des Hanhan-Quinn Information Criterions) und bester Kompatibilität mit biochemischen Mechanismen erfüllt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 130
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Ambulante Patientinnen und Patienten, bei denen wenigstens TSH und FT4 bestimmt wurden, und bei denen aus einem der folgenden Gründe angenommen werden kann, dass der Regelkreis aufgetrennt ist:
  • Manifeste primäre Hypothyreose mit TSH-Spiegel über 10 mU/l und FT4-Spiegel unter 0,5 ng/l (Partition 1 ("Arm 1"))
  • Manifeste primäre Hyperthyreose mit TSH-Spiegel unter 0,1 mU/l und FT4-Spiegel über 25 ng/l bei gleichzeitigem Nachweis einer Autonomie (Partition 3 ("Arm 3"))
  • Alle übrigen Konstellationen, wenn eine Substitution mit mindestens 1,75 μg Levothyroxin pro kg Körpergewicht erfolgt (Partition 2 ("Arm 2")).
  • Als weitere Voraussetzung muss angenommen werden können, dass sich das System im Gleichgewicht befindet (u. a. keine Änderung der schilddrüsenwirksamen Medikation in den letzten sechs Wochen).
  • Stationäre Patientinnen und Patienten können eingeschlossen werden, wenn die Aufnahme durch die Schilddrüsenfunktionsstörung begründet ist und keine schwere Begleiterkrankung vorliegt, die zu einem Non-Thyroidal-Illness-Syndrom (NTIS) führen könnte.

Ausschlusskriterien

  • Hypophysäre oder hypothalamische Funktionsstörung
  • Schwere Allgemeinerkrankung, die mit einem NTIS assoziiert sein kann
  • Medikation mit Einfluss auf die Funktion der Hypophyse
  • Fehlende Zustimmung zur Teilnahme an der Studie.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Angeborenes Jodmangelsyndrom-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die NOMOTHETICOS-Studie ist eine unizentrische Querschnitts-Studie, welche die hypophysären Gegenkoppelung im thyreotropen Regelkreis untersucht. Dafür werden Strukturparameter in vivo von Patienten mit aufgetrenntem Regelkreis, d. h. mit manifesten Funktionsstörungen oder Vollsubstitution mit Levothyroxin, untersucht. Die Regulation des Schilddrüsenhormonhaushaltes hat eine große Bedeutung für Funktion und Entwicklung des Organismus und letztlich die individuelle Gesundheit. Sowohl für den Selbst- als auch den Arterhalt ist es unerlässlich, die Plasmaspiegel der Jodothyronine in engen, kritischen und der jeweiligen Energie- und Glutathionversorgung angemessenen Grenzen zu erhalten. Es verwundert daher nicht, dass die Funktion der Schilddrüse durch einen komplexen, mehrschleifigen Regelkreis gesteuert wird. Etliche mathematische Modelle haben geholfen, die teils komplexen Interaktionen besser zu verstehen [Danziger und Elmergreen 1956, Roston 1959, Norwich und Reiter 1965, DiStefano und Stear 1968, DiStefano 1969, Saratchandran et al. 1973, Cohen 1990, Li et al. 1995, Dietrich et al. 2004, Degon et al. 2008, Hörmann et al. 2009]. Die Rolle der Hyophyse innerhalb des Regelkreises ist jedoch in physiologischer Hinsicht nach wie vor nur relativ ungenau verstanden. Entsprechend weichen auch in den genannten mathematischen Modellen die vorgeschlagenen funktionalen Zusammenhänge für die Gegenkoppelung des FT4-Spiegels auf die hypophysäre TSH-Inkretion oft erheblich voneinander ab. Letztlich gelingt es all diesen Modellen nicht, eine biochemische Begründung für den jeweils geforderten funktionalen Zusammenhang zu liefern. Dennoch wurden bereits klinische Anwendungen einiger der genannten Modelle entwickelt, die zur Diagnostik hypophysärer Funktionsstörungen und der Schilddrüsenhormon-Resistenz dienen sollen, obwohl ihre diagnostische Eignung begrenzt ist. Die thyreotrope Antwort auf den peripheren FT4-Spiegel ist im Wesentlichen durch einen aktiven transmembranären Thyroxintransport [Dietrich et al. 2008], eine intrazelluläre Dejodierung, die Bindung des resultierenden T3 an Schilddrüsenhormonrezeptoren sowie deren inhibierende Wirkung auf mRNA-Expression, Translation und Freisetzung von TSH gekennzeichnet. Umgekehrt moduliert der TRH-Spiegel im hypothalamo-hypophysären Portalgefäßsystem die Glykosilierung und Freisetzung des TSH in stimulierender Weise. Diese Verhältnisse legen nahe, dass es sich weder um logarithmische noch um lineare oder exponentielle Zusammenhänge handeln kann, sondern dass die Ein-Ausgangs-Relationen der Hypophyse auf Enzym- und Rezeptorkinetiken sowie Bindungs-, Transport- und Verteilungsprozessen beruhen. Aufbauend auf diesen Voraussetzungen wurde kürzlich ein physiologisch motiviertes Modell entwickelt, das auf Compartment-analytischen Ansätzen, Michaelis-Menten-Kinetiken und nichtkompetitiver divisiver Hemmung [Dietrich et al. 2004] beruht. Dieses Modell ist jedoch bislang klinisch nur unzureichend evaluiert. Es ist das Ziel der NOMOTHETICOS-Studie, neue Erkenntnisse über die thyreotrope Hypophysenfunktion auf einer Systemebene zu liefern. Diese unizentrische Qerschnitts- und Korrelationsstudie vergleicht unterschiedliche Rückkoppelungsmodelle mit modernen statistischen Methoden wie nichtlinearer Regression und Akaike Information Criterion. Aus diesen Modellen werden anschließend Strukturparameter in vivo an Patienten mit aufgetrenntem Regelkreis berechnet. Diese berechneten Parameter sollen als Grundlage für künftige Studien, die fortgeschrittene diagnostische Evaluationsmethoden für die thyreotrope Funktion des Hypophysenvorderlappens entwickeln, dienen. * Norwich KH, Reiter R. Homeostatic control of thyroxin concentration expressed by a set of linear differential equations. Bull Math Biophys. 1965 Jun;27(2):133-44. No abstract available. * DiStefano JJ 3rd, Stear EB. Neuroendocrine control of thyroid secretion in living systems: a feedback control system model. Bull Math Biophys. 1968 Mar;30(1):3-26. No abstract available. * DiStefano JJ 3rd. A model of the normal thyroid hormone glandular secretion mechanism. J Theor Biol. 1969 Mar;22(3):412-7. No abstract available. * Saratchandran P, Carson ER, Reeve J. An improved mathematical model of human thyroid hormone regulation. 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Five new families with resistance to thyroid hormone not caused by mutations in the thyroid hormone receptor beta gene. J Clin Endocrinol Metab. 1999 Nov;84(11):3919-28. * Jostel A, Ryder WD, Shalet SM. The use of thyroid function tests in the diagnosis of hypopituitarism: definition and evaluation of the TSH Index. Clin Endocrinol (Oxf). 2009 Oct;71(4):529-34. Epub 2009 Feb 18. * Jonklaas J, Soldin SJ. Tandem mass spectrometry as a novel tool for elucidating pituitary-thyroid relationships. Thyroid. 2008 Dec;18(12):1303-11. * Danziger L, Elmergreen GL. The Thyroid-Pituitary Homeostatic Mechanism. Bulletin of Mathematical Biophysics 18 : 1-13, 1956. * Roston S: Mathematical Represention of Some Endocrinological Systems. Bulletin of Mathematical Biophysics, 21:271-282, 1959. * Dietrich JW,Tesche A, Pickardt, CR, Mitzdorf U. Thyrotropic Feedback Control: Evidence for an Additional Ultrashort Feedback Loop from Fractal Analysis. 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