Beschreibung der Studie

Die Dystonie ist eine Erkrankung des motorischen Systems, die unterschiedliche Ausprägungsgrade und –formen haben kann. So sind bei einigen Patienten nur die Hals- oder Fingermuskulatur betroffen, bei anderen Patienten mehrere Körperteile bis hin zum gesamten Körper. Bei vielen Patienten schreitet die Erkrankung fort, das heißt sie beginnt an einem Körperteil und kann im Laufe der Zeit weitere Körperteile betreffen. Als Therapieoption wurde in den letzten Jahren die tiefe Hirnstimulation entwickelt. Bei diesem Therapieverfahren wird mittels kleiner Elektroden im Gehirn das krankhafte motorische Netzwerk verändert, so dass die Symptome der Dystonie positiv beeinflusst werden können. Die Wirkungsweise der tiefen Hirnstimulation ist bis heute nicht sicher geklärt. Das Ziel unserer Studie ist somit, durch Untersuchungen der Hirndurchblutung sowie der Muskelaktivität während einer einfachen Handbewegung festzustellen, welche Hirnareale aktiv sind und wie diese Hirnareale sich bei Patienten mit und ohne tiefe Hirnstimulation sowie im Vergleich zu gesunden Normalprobanden verhalten. Das besondere an dieser Aufgabe wird sein, dass eine nicht betroffene Hand untersucht wird. Wir möchten hiermit feststellen, ob sich bei Verwendung einer (noch) gesunden Hand bereits Veränderungen der Hirnaktivität zeigen und daraus Rückschlüsse ziehen, wie sich die Krankheit entwickelt. Auch soll die Funktionsweise der tiefen Hirnstimulation näher untersucht werden, um somit die Therapie der Dystonie in der Zukunft besser zu verstehen und die Therapieoptionen für Dystonie-Patienten weiterzuentwickeln.

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Studiendetails

Studienziel Änderungen des Blutflusses im H2O-PET zwischen folgenden Konditionen/Gruppen: 1. Patienten in der Ruhekondition mit und ohne tiefe Hirnstimulation 2. Patienten in der Ruhekondition mit und ohne Dystonie 3. Patienten mit Dystonie und tiefer Hirnstimulation zwischen aktiver und passiver Bewegungskondition
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 36
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Uniklinik Köln Klinik für Neurologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten männlichen und weiblichen Geschlechts mit klinischer Diagnose einer zervikalen oder segmentalen Dystonie mit oder ohne Tiefe Hirnstimulation (im Falle einer Tiefen Hirnstimulation mit Elektrodenlokalisation im Bereich des Globus pallidus pars interna).
  • Die Diagnose muss mit dem klinischen Verlauf und durch eine neurologische Untersuchung bestätigt werden.
  • Die Dystonie muß nach Ausschalten des Hirnschrittmachers tolerabel sein

Ausschlusskriterien

  • Nicht-Vorliegen eines präoperativen, koregistrierbaren kranialen Kernspintomographie bei Patienten nach tiefer Hirnstimulation
  • Patienten, die an einer anderen neurologischen Erkrankung (bspw. Epilepsie, Alzheimer-Krankheit, etc) neben der Dystonie leiden.
  • lebensbedrohende Krankheiten
  • schwere psychiatrische Erkrankungen
  • erkennbare, prämorbide mentale Defizite
  • schwangere oder stillende Mütter

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Dystonie ist ein Syndrom mit unterschiedlichen Ausprägungsformen und –lokalisationen. Die therapeutische Intervention ist schwierig, medikamentöse Strategien sind meist nicht ausreichend wirksam. Insbesondere bei generalisierten Dystonieformen ist oft die tiefe Hirnstimulation im Bereich des Globus pallidus internus die einzige Möglichkeit einer effektiven Symptombeeinflussung. Die Entwicklung von Krankheitssymptomen im Verlauf bis hin zur Generalisierung der Erkrankung sowie die Wirkung der tiefen Hirnstimulation sind weitestgehend unverstanden. Insbesondere die Frage der bilateralen funktionalen somatosensorischen Abnormalitäten bei einseitig betroffenen Patienten ist bisher unverstanden. Ziel dieser Studie ist die Charakterisierung der pathophysiologischen Grundlagen bei Patienten mit Dystonie mit und ohne tiefe Hirnstimulation im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden. Hierzu sollen in jeder Untersuchungsgruppe (Normalprobanden, Dystonie-Patienten mit und ohne bilaterale tiefe Hirnstimulation im Bereich des Globus pallidus internus) parallele Untersuchungen mittels H2O-Positronenemissionstomographie zur Charakterisierung von kortikalen Aktivierungen sowie ein parallel abgeleitetes EMG (Elektromyographie) erfolgen. Es werden einfache motorische tasks der nicht betroffenen Körperhälfte zur Frage der bilateralen somatosensorischen Abnormalitäten bei einseitig betroffenen Patienten durchgeführt. Die Patienten mit tiefer Hirnstimulation werden im Stimulations-ON und –OFF untersucht und ebenso wie die nicht-stimulierten Dystonie-Patienten mit gesunden Normalprobanden verglichen.

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