Beschreibung der Studie

Der Schlafentzug (SE) und die elektrokonvulsive Therapie (EKT) sind bewährte, sichere antidepressive Verfahren, ihre Wirksamkeit ist im Detail jedoch noch nicht verstanden. Wie oft und wie lange eine EKT durchgeführt werden muss und ob ein Patient wirklich auf diese Methode anspricht, ist nicht immer leicht zu entscheiden. Hilfreich wäre daher ein sichtbares Maß für die therapeutische Wirksamkeit. Es gibt Hinweise darauf, daß EKT und SE wichtige Botenstoffe (z.B. Dopamin) im Gehirn von depressiven Patienten verändern, was ursächlich für den antidepressiven Effekt sein könnte. Die aktuelle Studie hat das Ziel diese Veränderungen im Gehirn besser zu verstehen. Auch soll erfasst werden, ob anhand einer Messung des Dopamintransporters der weitere Erkrankungsverlauf vorhergesagt werden kann. Langfristig könnten die Ergebnisse der Studie dazu beitragen, dass der Therapeut besser abschätzen kann, ob eine EKT Behandlung für den einzelnen Patienten geeignet ist, bereits wirkt oder andere Behandlungsmethoden gewählt werden müssen.

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Studiendetails

Studienziel Vergleich der striatalen DAT-Verfügbarkeit bei Patienten mit schwerer depressiver Episode vor Therapiebeginn, nach einer Nacht SE und nach 6 Wochen EKT Behandlung mittels [123I]FP-CIT-SPECT
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 24
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Universität Freiburg, Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einverständnis des Patienten bzw. Probanden liegt vor
  • 18 bis 80 Jahre alt
  • Diagnose schwere depressive Episode (Major Depression) gesichert nach den ICD10-Kriterien (gilt nur für Patienten), welche auf mindestens 2 vorangegangene, evidenzbasierte antidepressive Therapieversuche nicht remittiert ist
  • MRT des Schädels ohne H. a. strukturelles Korrelat der affektiven Störung (gilt nur für Patienten)

Ausschlusskriterien

  • Schwangerschaft und Stillzeit (bei Frauen im gebärfähigem Alter erfolgt ein Schwangerschaftstest; bei Patienten darf für den Zeitraum der SPECT-Untersuchungen kein Schwangerschaftswunsch bestehen)
  • komorbide psychiatrische Erkrankung (Achse I-Störung oder Substanzmissbrauch innerhalb der letzten 6 Monate bei Patienten; unbefristet bei Kontrollen)
  • Einnahme von am DAT bindenden Medikamenten oder Substanzen (z.B. Mazindol, Bupropion, Radafaxin, d-Amphetamin, Methamphetamin, Methylphenidat, Kokain, Phentermin, Ephedrin)
  • Umstände, wegen derer eine SPECT-Untersuchung nicht möglich sind (schwere Klaustrophobie, schwere Rückenbeschwerden, o.ä.)
  • frühere Teilnahme an einer nuklearmedizinischen Studie
  • Teilnahme an einer klinischen Studie in den letzten sechs Monaten vor Stu-dieneinschluss
  • symptomatische affektive Störung (z.B. strukturelles Korrelat in der cerebralen Bildgebung)
  • schwerwiegende neurologische Erkrankung (z.B. Demenz, Parkinson-Erkrankung, Restless legs, Epilepsie, zerebrale Ischämie/Blutung)
  • relevantes Tumorleiden, aktuell oder in der Anamnese
  • schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankung (z.B. Angina pectoris, chronische Herzinsuffizienz, Arrhythmie)
  • andere schwerwiegende internistische Erkrankung (z.B. schwere arterielle Hypertonie, Lebererkrankung, Niereninsuffizienz, Vitamin B12-Mangel, chron. entzündliche Darmerkrankung)
  • Überempfindlichkeit gegen Perchlorate, relevante Schilddrüsenerkrankung (insbes. retrosternale Struma, Plummerung zur OP-Vorbereit), relevante Blutbildveränderungen bzw. bereits früher unter Perchlorat-Gabe aufgetretene Blutbildveränderung,
  • akute Suizidalität
  • mangelnde Einsichts- und Urteilsfähigkeit

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg

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Häufig gestellte Fragen

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Eine Depression ist die häufigste psychiatrische Erkrankung des Erwachsenenalters. Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie sind die am häufigsten eingesetzte Therapie der schweren depressiven Episode. Nichtsdestotrotz erweist sich ein signifikanter Anteil der Patienten (bis zu 50%) als therapierefraktär, so dass gemäß aktuellen S3-Leitlinien zur Behandlung der unipolaren Depression somatische Behandlungsverfahren in Betracht kommen. Dazu zählen die elektrokonvulsive Therapie (EKT) und der Schlafentzug (SE). Obwohl EKT und SE sehr effektive antidepressiveTherapieverfahren darstellen und seit über 80 Jahren eingesetzt werden, sind die zugrundeliegenden Wirkmechanismen unzureichend verstanden. Vor diesem Hintergrund sind die Hauptziele der Studie: -den Effekt von EKT und SE auf die Dopamintransporter (DAT)verfügbarkeit bei depressiven Patienten zu untersuchen, was zum Verständnis der Wirkmechanismen von EKT und SE beitragen könnte. --zu beurteilen, inwieweit mögliche Änderungen der cerebralen DAT Expression assoziiert sind mit der Response des depessiven Syndromes auf EKT und SE, welches einen prädiktiven Biomarker der theraputischen Effektivität darstellen könnte. -Darüberhinaus werden in der vorliegenden Studie weitere Biomarker erfasst (Speichelkortisol, DAT im Blut, DAT Polymorphismen (G-protein), ADA-Polymorphismen) um mögliche Interaktionen dieser Parameter mit EKT und SE Response und cerebraler DAT Verfügbarkeit zu identifizieren. Schließlich, werden die Daten der depressiven Patienten verglichen mit Daten gesunder Kontrollen gleichen Alters und Geschlechts, um mögliche krankheitsspezifische, EKT- udn SE-unabhängige Veränderungen der Parameter (v.a. DAT-verfügbarkeit) aufzudecken und zu untersuchen, inwieweit EKT udn SE zu einer Normalisierung dieser führen können. -

Quelle

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